Schlagwort: Tipps und Tricks

KleidertauschParty

KleidertauschParty

Im heutigen Beitrag findet ihr alle meine Tipps und Tricks rund ums Kleidertauschen und ich liste euch alle Varianten, die ich selbst schon mal erlebt habe!

Warum ich das Tauschen von Kleidung mittlerweile als meine Hauptquelle für coole Outfits nehme und welche anderen ZeroWaste Fashion Möglichkeiten es noch gibt findet ihr im letzten Beitrag.

Viele von uns haben Berge an Kleidung zu Hause und wenn wir uns ehrlich sind, tragen wir davon vielleicht die Hälfte wirklich gerne. Ich habe deswegen die letzten Jahre immer wieder aussortiert und Kleidung verschenkt oder getauscht. Ein Trick dabei ist jedes halbe Jahr alle Kleiderhaken verkehrt aufzuhängen und dann wieder mit dem Kleidungsstück richtig herum hineinzuhängen, wenn man das Teil getragen hat. So kann man nach einiger Zeit sehen, welche Stücke man nicht trägt. Davon behalte ich dann nach einem halben Jahr nur noch jene Besonderheiten, die einen sentimentalen Wert für mich habe oder die ich zum Beispiel nur bei speziellen Anlässen, wie Bällen oder Hochzeiten, trage.

Ein guter Tipp, um den eigenen Stil in dieser Hinsicht zu finden, den ich vor einiger Zeit in einem anderen Blog gelesen habe, ist es sich entweder analog oder online z.B. mit Pinterest eine Sammlung an Kleidungsstücken und Outfits zu machen, die man gut findet. Hier lassen sich dann gut eigene Muster und Lieblingsschnitte, – Farben und –Muster erkennen.

 

Tipps für die Party

  • Wenn ihr dann mit euren aussortierten Stücken bei der Tauschparty seid, überlegt euch genau, wie viele Teile ihr ca. wieder mit nach Hause nehmen wollt und ob ihr vielleicht auch Freund*innen etwas mitnehmen wollt.
  • Probiert wirklich vor Ort die Teile an, die euch gefallen und achtet auch darauf, dass das neue Teil zum Rest eurer Lieblingskleidung passt. In meiner Erfahrung trage ich nach den Partys immer nur jene Kleidungstücke, die zu meinen anderen Sachen passen und immer wieder landen getauschte Teile wieder im „Aussortieren-Stapel“.
  • Verstaut eure eigenen Sachen auf der Party an einem sicheren Ort. Im Gewusel können da schon mal Dinge unabsichtlich am Körper von anderen Personen landen und das führt dann eher zu Enttäuschung einerseits und Irritation andererseits.

 

Die Tauschvarianten

Meine Lieblingsvariante „das Herzeigen“ beim Tauschen funktioniert folgendermaßen: Man trifft sich in einer kleineren Runde (ca. 5-8 Personen) und jedes Teil wird von einer Person oder von verschiedenen Personen vorgestellt. Jene* die das Kleidungsstück haben möchten zeigen auf. Wenn eine Person aufzeigt, bekommt diese das Stück zum Anprobieren und kann es, sollte es nicht passen oder gefallen den anderen später nochmal anbieten. Wenn mehrere Personen die Hand heben, kommt es auf den „Probier-Stapel“ und die Anwärter*innen probieren nach der ersten Zeige-Session die Teile an. Hier gibt es dann meist nur wenige Teile, die wirklich mehr Personen wollen. Wie man das dann löst kann individuell entschieden werden (z.B. durch Losen, darauf achten, wer schon genug Teile hat und wer weniger, etc.).

Die Wühl-Variante: Alle Teile werden auf Stapeln verteilt, am besten schon etwas sortiert nach Kleidungstyp, und alle wühlen sich durch die Stapel und nehmen das, was ihnen gefällt. Es wird gleichzeitig anprobiert, wieder zurückgelegt, gefragt, ob jemand anderes das Teil noch anprobieren will. Wenn niemand anderes das Teil möchte, kann man es behalten. Sonst muss man sich wieder individuell ausmachen, wer das Stück bekommt. Zweite Option: Alle Teilnehmer*innen können abstimmen, wem das Teil besser steht und diese Person bekommt das Kleidungsstück dann.

Am Schluss kann man optional noch in einer Runde herzeigen, was man alles erbeutet hat. Diese Methode finde ich persönlich angenehmer mit Menschen, die man schon kennt. Hier finde ich es zwecks der Ordentlichkeit auch sehr angenehm, wenn man die Kleidung auf Kleiderständern herrichtet und man so besser durchschauen kann.

Die Token-Variante: Diese Variante ist besonders für größere Events geeignet. Hier bringt man seine Kleidungsstücke zu einem „Schalter“. Dort werden die Teile gezählt und nach eventuellen Regeln sortiert. Zum Beispiel kann es sein, dass Unterwäsche bei einem größeren Event nicht gewünscht ist. Für jedes mitgebrachte und akzeptierte Teil bekommt man dann einen Token, mit dem man dann für neue Teile „bezahlen“ kann. Als Token sind zum Beispiel Murmeln, Knöpfe, Perlen o.Ä. geeignet. Ein Ort zum Umziehen und Anprobieren ist hier sinnvoll und auch die Inszenierung auf Kleiderständern fand ich hier ganz sinnvoll.

 

Weitere Varianten waren meistens Abwandlungen von den genannten Methoden. Natürlich kann man so auch noch andere Gegenstände als Kleidung tauschen. Welche Variante gefällt euch am besten oder habt ihr noch ganz andere Tauschparty-Abläufe kennen gelernt? Schreibt es mir doch in die Kommentare!

 

Alles Liebe,

Eure Marolena 🙂

 


*Disclaimer: Werbung wegen verlinkten Seiten/nicht gesponsert

ZeroWaste Fashionista

ZeroWaste Fashionista

Links: Kleid – Thred-up, Tasche – Kleidertauschparty, Schuhe – Steve Madden Thred-up * Mitte: Lederjacke – Redone Leder aus Dublin, Body – Erlich Textil, Hose – von Mama, Schuhe – alt/repariert * Rechts: Top – Kleidertauschparty, Hose – alt, umgeschneidert zu Shorts

 

English Version of this Article -> Click here!

Spätestens nachdem ich den Film True Cost gesehen habe, war mir klar, dass ich die Fast Fashion-Modeindustrie nicht länger unterstützen möchte. Da ich aber auch viel Spaß und Freude daran habe neue Outfits zu tragen und mich auch hier kreativ auszuleben, habe ich mich über die Jahre auf die Suche nach guten Quellen für coole Mode gemacht.

ZUERST NOCH EIN PAAR HARD FACTS

Der Absatz von Kleidung hat sich zwischen 2002 und 2015 fast verdoppelt. 2014 wurden 100 Milliarden Kleidungsstücke neu produziert und in Deutschland kaufen Menschen ca. 60 neue Kleidungsstücke pro Jahr (Greenpeace 2017). Wir kaufen also auch hier viel mehr als wir wirklich brauchen. Das Bedrückendste dabei ist, dass diese Kleidung meist in unethischen, unsicheren und zum Teil lebensbedrohlichen Anlagen hergestellt wird. Dabei werden Großteils Frauen und Kinder ausgebeutet. Das Bild wird noch düsterer, wenn man sich bewusstmacht, dass Unmengen an Altkleidung am Markt bleiben, die nicht mehr getragen wird und auch nicht weiterverkauft werden kann. Zusätzlich entsorgen große Modeketten wie H&M viel unverkaufte Teile einfach oder verbrennen diese sogar (kurier.at 2017).

DAS KÖNNEN WIR TUN

Es gibt allerdings einige Möglichkeiten, hier als Konsument*in etwas zu verändern. Faire Mode wird immer mehr, man kann auf den Konsum von Kleidung auch für eine Zeit verzichten, in die Reduktion gehen und gleichzeitig auch große Konzerne zur Verantwortung ziehen und eine nachhaltige und faire Produktion verlangen.

Da es einige Fair-Fashion Blogger*innen gibt, die tolle Tipps haben, liste ich euch hier mal ein paar meiner Lieblinge und konzentriere mich selbst auf die ZeroWaste-Alternativen für spannende Mode. Generell gilt hier aber erstmal, sich selbst folgende Fragen zu stellen: „Brauche ich das wirklich? Habe ich etwas zu Hause, das die gleiche Funktion erfüllen kann? Habe ich genau so etwas schon zu Hause? Passt das Stück zu meinen restlichen Sachen?“ Wenn ihr euch nicht sicher seid bzw. beim Flanieren auf ein tolles Teil gestoßen seid, lasst es euch zurücklegen und schlaft nochmal darüber. Ich selbst kaufe mir mittlerweile nur noch Sachen, wenn ich wirklich lange darüber nachgedacht habe, ich es wirklich brauche und/oder mir das eine Stück nicht mehr aus dem Kopf geht.

FAIRFASHION EXPERT*INNEN

DIE ZEROWASTE ALTERNATIVEN

Da aber auch Fair-Fashion erstmal produziert werden muss, greife ich gerne auf schon bestehende Kleidung zurück. Meine Lieblingsquelle ist hier Kleidung von meiner Mama, meiner Schwester, Mitbewohnerin oder von Freund*innen. Ich selbst sortiere auch immer wieder aus, vor allem seit ich auf ein bisschen auf dem Minimalismus Trip bin. So auch die Lieblingsfrauen in meinem Umfeld. Hier kann ich mir immer wieder tolle Sachen aussuchen. Danke dafür an euch Powerfrauen!

Haube – Merinowolle, in Salzburg produziert (Marke weiß ich nicht mehr), Schal – gefunden, Pullover – Kleidertauschparty, Hose – Kleidertauschparty, Tasche grün – Leder, alt aus Irland, Tasche weiß – Kleidertauschparty, Schuhe – Eisbär von Waldviertler

Ähnlich ist die Variante der Kleidertauschpartys. Ich gehe hier gerne auf private Partys aus dem Freundeskreis, da man das Tauschen dann auch gleich mit Plaudern kombinieren kann. Es gibt Tauschpartys aber mittlerweile auch schon wirklich häufig in größerem Rahmen und professionell organisiert. Da ich bei Tauschpartys schon viele Varianten erlebt habe, folgt hier kommende Woche ein Artikel mit Tipps und Tricks zur Umsetzung einer eigenen Party!

Uptdate: den Artikel findet ihr hier!

Eine weitere tolle Variante an besondere Kleidung zu kommen ist es etwas auszuleihen. In Österreich gibt es hier zum Beispiel das Start-Up Endlos Fesch. Dort findet man bei regelmäßigen Pop-Ups ganz besondere Stücke. Man zahlt eine Leihgebühr für eine Anzahl an Teilen, kann diese einen Monat tragen und dann wieder zurückbringen.

Toll finde ich es auch meine Kleidung zu Hause in neuen Varianten zu tragen. Mein Lieblingskniff ist hier das Männerhemd als Top oder Rock getragen oder ein T-Shirt mal verkehrtherum. Das kann einen ganzen Look gleich komplett abändern. Hier gilt einfach mal ausprobieren, neu kombinieren und der Phantasie freien Lauf lassen!

Wichtig ist außerdem kaputte Kleidung erstmal versuchen zu reparieren, bevor man sie entsorgt. Alte T-Shirts kann man auch gut als Putzlappen weiterverwenden. Kleidung sparen kann man auch durch gezieltes Umnähen von Kleidungsstücken. Ich frage hier immer noch meine Oma um Rat oder probiere mich bei einfachen Änderungen selbst aus.

Wenn man wirklich mal etwas kaufen möchte sind Second-Hand Läden eine gute Möglichkeit. Hier gibt es auch Online-Varianten!

SECOND-HAND ONLINE

SECOND-HAND IN WIEN

Selbst schon getestet und für cool befunden:

Weitere Läden:

SECOND-HAND ÖSTERREICHWEIT

 

So das war jetzt doch ein etwas langer Artikel und wenn ihr bis jetzt gelesen habt, seid ihr toll! Ich freu mich auf eure Kommentare mit euren Erfahrungen rund um ZeroWaste Fashion. Schreibt hier auch gerne eure Lieblings-Second-Hand-Läden und Modequellen rein!

Alles Liebe,

Eure Marolena :*

 


*Disclaimer: Werbung, weil verlinkte Seiten und Produkte/nicht gesponsert!

Quellen:

Kurier, 2017. https://kurier.at/style/hm-verbrennt-tonnenweise-neue-kleidung/292.998.788

Greenpeace, 2017. https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/s01951_greenpeace_report_konsumkollaps_fast_fashion.pdf

Von Jahr zu Jahr

Von Jahr zu Jahr

You can find the English version of this post here!

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und zum Jahreswechsel wird es für mich gefühlt stets stiller, leerer und ruhiger. Ich genieße diese Zeit immer sehr, vor allem nach den vollgefüllten Weihnachtstagen. Ich nehme mir dann Zeit für mich und reflektiere mein vergangenes Jahr.

Viel ist bei mir diesmal passiert und Vieles habe ich erlebt und erreicht. Ich habe diesen Blog gestartet, eine Trainer*innen-Ausbildung abgeschlossen, zwei Seminare organisiert und zwei gehalten, einen Workshop und das Feminine Power Retreat konzipiert, viele neue Menschen kennen gelernt, Beziehungen gepflegt, meine Arbeit im students` innovation centre zurückgelegt, den mutigen Schritt getan meinen Job zu kündigen, um mein Studium abzuschließen und noch so vieles mehr.

Dieses Jahr habe ich mir für die Reflexion einige Fragen zusammengeschrieben, um mich besser erinnern zu können und klarer zurückschauen zu können. Falls ihr die nächsten Tage auch noch nachsinnen wollt, könnt ihr hier meine Fragen zum Download finden: Reflexionsfragen für den Jahreswechsel!

Auch habe ich über das ganze Jahr meine Experimente durchgeführt, um Schritt für Schritt die Gewohnheiten umzusetzen, die ich für mich etablieren wollte. Das hat mal besser und mal weniger funktioniert, aber genau das war bei den Experimenten auch vollkommen in Ordnung. Meine Zwischen-Bilanz, meine ZeroWaste-Glas Challenge und einen kurzen Post zum „Zuckerfrei“-Experiment, welches ich gemeinsam mit meiner lieben Freundin Eva nochmal im nächsten Jahr langfristiger probieren werde, könnt ihr an dieser Stelle auch gerne nochmal nachlesen.

Auch für dieses Jahr nehme ich mir wieder solche Experimente vor, allerdings diesmal im Zwei-Monats-Rhythmus, da mich die Vielfalt und die schnellen Wechsel zwischen den doch großen Aufgaben überfordert haben. Ich starte ins neue Jahr mit einem neuen Abendrhythmus und möchte dann im März folglich ein Morgenritual beginnen. Es folgen ein Monat voller Kreativität, Zeit an der frischen Luft und Lesestoff. Den letzten Monat (November) habe ich bisher freigelassen, um auch auf Impulse aus dem kommenden Jahr eingehen zu können.

Falls ihr eure eigenen Experimente starten wollt, kann ich euch sehr empfehlen eine Liste aus Gewohnheiten, Challenges und Vorsätzen zu machen, die ihr gerne im neuen Jahr umsetzten wollt, und dann sechs davon auszuwählen und euch für einen Monat auf diesen Vorsatz zu konzentrieren. Jeweils im kommenden leeren Monat könnt ihr dann entweder weiterhin auf das Experiment konzentrieren oder dieses auslaufen lassen. Je nachdem wie ihr euch mit der Änderung gefühlt habt. Natürlich könnt ihr auch gerne meine Experimente mitmachen oder euch Inspiration durch die 2018er Experimente holen. Tagged mich dann gerne auf Instagram @marolenas_stimme und teilt eure Erkenntnisse!

Für die Entwicklung von meinem Morgen- und Abendrhythmus habe ich mich an die Vorgangsweise von Brooke McAlary aus dem Buch „Destination Simple“ gehalten:

  • Hier soll man aufschreiben, wie die Abende/der Morgen bisher aussieht und wie sich diese Zeit anfühlen soll.
  • Dann listet man alle Dinge, die abends/morgens passieren müssen, in einer Spalte „Müssen gemacht werden“ und in einer Zweiten Spalte „Möchte ich machen“ notiert man die Themen, die man gerne machen würde und schreibt anschließend für beide Spalten die ungefähre Zeitdauer der Aufgaben auf.
  • In Folge umkreist man die Punkte, die man im Rhythmus haben möchte und bringt sie in eine Reihenfolge. Zumindest ein Punkt aus der Spalte „Möchte ich machen“ sollte enthalten sein.
  • Brooke schlägt dann vor, dass man sich vorerst genau an den Ablauf hält und gegebenenfalls die Reihenfolge ändert, falls manche Dinge gemeinsam (zum Beispiel Gesicht waschen und Zähne putzen) mehr Sinn ergeben.

Das ist mein fertiger Abendrhythmus bzw. die Routine, die ich verfolgen möchte:

  1. Kochen
  2. Zu Abend essen und Tee trinken
  3. Abwaschen
  4. Zimmer aufräumen
  5. Screen-free-time beginnt
  6. Yoga
  7. Duschen
  8. Zähne putzen
  9. Toilette
  10. Dankbarkeitsglas Eintrag schreiben
  11. Bullet Journal updaten
  12. Um 10:30 ins Bett gehen
  13. Lesen, kuscheln, …

Da ich meist sehr unregelmäßige Tage verbringe, bin ich schon gespannt, wie genau ich mich an die Routine halten kann und welche Auswirkungen Ausnahmen auf den Ablauf haben!

Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf das kommende Jahr, dass ich ganz im Sinne meines Worts des Jahres „liebevoll“ gestalten möchte! Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch und ein spannendes, freudiges, warmes, erfolgreiches und mit Liebe und Freundschaft gefülltes Jahr!

 

Eure Marolena :*

 


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Weihnachtsideen – ZeroWaste und Nachhaltig

Weihnachtsideen – ZeroWaste und Nachhaltig

Ich bin dieses Jahr bei einem Nachhaltigen Adventkalender dabei und freue mich für das 13. Türchen ein paar Ideen zu ZeroWaste Weihnachten zu teilen! Im vorangegangenen Post findet ihr ganz viele tolle Ideen zu ZeroWaste Geschenkverpackungen bei www.wiressenpflanzen.de. Das folgende Türchen Nummer 14 findet ihr hier: https://www.50percentgreen.de/


Das Weihnachtsfest nachhaltig zu gestalten ist gar nicht so einfach, denn vor allem in dieser Zeit werden wir vom Konsum verführt, sind auf Geschenkejagd und bemühen uns die Wohnung und das Essen besonders festlich zu gestalten. Hier teile ich ein paar Ideen, wie man diese Tradition ein wenig müllfreier und trotzdem besinnlich feiern kann.

Der Weihnachtsbaum und Dekoration

Auch ich erfreue mich an Weihnachtsbäumen, an dem Geruch und dem funkelnden Anblick. Die letzten Jahre habe ich aber anstatt eines Weihnachtsbaumes einfach meine große Zimmerpalme mit den alten Dekorationselementen meiner Mama geschmückt und die Tonkrippe von meiner Oma aufgestellt. Ich zünde Kerzen an, räuchere mit etwas Weihrauch und lasse ätherische Öle verdampfen. Und ich muss sagen, der Stimmungs-Effekt ist für mich genau der gleiche.

Andere Ideen für einen alternativen Weihnachtsbaum wären, einen Baum im Topf zu kaufen und dann tatsächlich einen guten Ort zum Einpflanzen finden. Oder man malt gemeinsam auf einem alten Leintuch einen großen Weihnachtsbaum mit Wasserfarben auf und hängt das Leintuch an eine Wand. Das stelle ich mir besonders lustig mit Kindern als gemeinsame Aktion vor! 😉

Als Dekoration verwende ich mittlerweile getrocknete Früchte, Tannenzapfen, Äpfel und Mandarinen und einzelne Zweige, die man später ganz leicht kompostieren kann. Schön finde ich auch Scherenschnitte in Schneeflockenform an den Fenstern. Diese kann man super leicht aus Zeitungspapier oder schon einmal verwendeten Papier machen. Der Adventkranz besteht bei mir aus einer alten Tonform mit Kerzenhaltern, ein paar Zweigen, Früchten und Naturelementen.

Die Kekse

Was wäre ein Weihnachtsfest ohne Weihnachtskekse? Genau! Viele Zutaten gibt es aber oft nur in ganz kleinen Packungen. Für ein paar davon gibt es aber auch ganz tolle unverpackte Alternativen:

  • Natron/Backpulver bekommt man mit einem eigenen Gefäß und einem freundlichen Lächeln in der Apotheke.
  • Rum kann man auch gut aus einer größeren Flasche abfüllen und für Gebäck verwenden.
  • Vanillezucker gibt es eher schwierig unverpackt, aber manche Unverpackt-Läden haben welchen im Sortiment. Alternativ könnte man auch Vanilleschoten erwerben und mit herkömmlichen Zucker mischen.
  • Mehl, Grieß, Stärke oder Ähnliches bekomme ich ebenfalls im Unverpackt Laden. Hier finde ich es aber auch vollkommen in Ordnung die Bio-Variante im Supermarkt zu kaufen, die häufig nur in Papier verpackt sind.
  • Zitronenaroma oder Orangenaroma: einfach ein bisschen Schale von unbehandelten Bio-Früchten abreiben und in den Teig mischen.
  • Kakao bekommt man auch häufig um Unverpackt-Laden oder nur in Papier verpackt in Bio-Qualität und fair gehandelt.

Habt ihr noch andere Zutaten, die ihr ZeroWaste ersetzen wollt?

Das Essen

Hier kommt es stark darauf an, ob ihr selbst kocht oder eingeladen seid. Ich selbst bin jedes Jahr bei meinen Verwandten eingeladen und deswegen habe ich hier extrem wenig Einfluss auf das Geschehen. In diesem Fall werde ich aber dieses Jahr ein oder zwei Gefäße mitnehmen, da bei uns immer Essen übrigbleibt, das ich dann plastik- und verpackungsfrei nach Hause bringen möchte.

Wenn ihr selbst kocht, überlegt ob ihr vielleicht einen Gang Müll-frei kochen könnt. Es gibt schließlich auch viele Lebensmittel im Supermarkt oder am Wochenmarkt unverpackt. Am meisten Einfluss auf die Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltbilanz habt ihr allerdings nicht bei der Verpackung, sondern bei der Wahl der Zutaten. Eine vegane Ernährung wirkt sich nämlich hier am meisten aus. Eine Erläuterung dessen würde aber den Rahmen des Artikels sprengen.

Die Geschenke

Ich schenke mittlerweile am liebsten Selbstgemachtes: ZeroWaste Badezimmer Produkte (eine Auswahl findet ihr im Beitrag „ZeroWaste Badezimmer“) hier zum Beispiel eine Body Butter nach Rezept von Trash is for Tossers, Kerzen aus Bienenwachs (Material dafür gibts zum Beispiel bei Wald&Wiese), Musikinstrumente (siehe weiter unten), Energiebällchen oder ein Erlebnisglas.

 

 

 

 

 

 

Die letzte Idee des Erlebnis- oder Dankbarkeitsglases habe ich von einer lieben Freundin, von der ich vor zwei Jahren so ein Glas bekommen habe. Man schreibt hier jeden Tag einen Moment auf, der einen zum Lachen, Weinen, Innehalten, Staunen… gebracht hat und gibt den Zettel dann in das Glas. Die Zettel sammeln sich dann im Glas. Die Sammlung an kleinen Momenten kann ich dann im nächsten Jahr wieder durchlesen und mich erinnern, wie ereignisreich das letzte Jahr war!

Zum Selber machen braucht ihr:

  • Ein Einmachglas
  • Einen schönen Stoff/Papier für den Deckel
  • Etwas Faden
  • Papier in kleine Zettel geschnitten

Für selbstgemachte Rasseln braucht ihr:

  • Unterschiedliche Gefäße (Filmdosen, Dosen, Gläser, Streichholzschachteln, etc.)
  • Farbe zum bemalen
  • Reis, Körner, Getreide zum Füllen

Die Gefäße mit den Materialien füllen, gut verschließen und anschließend bunt bemalen. Und schon sind die Rasseln fertig!

Oder schenkt etwas Gebrauchtes, ein Produkt, dass nachhaltig und fair produziert wurde, schenkt Zeit, eine CO2-Kompensation für eine Reise, die ein Freund/eine Freundin unbedingt machen möchte, gebt bedürftigen Menschen etwas im Namen eurer Liebsten, schenkt euch und anderen Mitgefühl, Selbstliebe und Wertschätzung, schenkt besondere Worte, ein Lied, einen Tanz, ein Bild, schenkt Zukunft indem ihr gemeinsam beschließt, etwas gegen den Klimawandel zu tun, bewusster zu konsumieren, auf unsere Umwelt zu achten, auf unsere Böden, unsere Lebensmittel, auf unsere Mitmenschen.

Die Anreise

Viele fahren zu Weihnachten nach Hause. So auch ich! Ich nehme mir dafür die Zeit und setzte mich in den Zug und vermeide so eine Menge an CO2. Transport und Mobilität machen so wie die Ernährung viel in der Klimabilanz aus und deswegen möchte ich auch hier bewusst reisen. Unterwegs, in der Langsamkeit, habe ich dann auch Zeit den Ortswechsel besser zu verarbeiten und kann mich dann zu Hause besser auf meine Lieben einstellen.
Andere Varianten des Reisens: zu Fuß, mit öffentlichen Verkehrsmitteln, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto mehrfach besetzt und in Roadtrip-Stimmung;)

Allgemein werde ich versuchen dieses Weihnachten auch mehr über die Themen Nachhaltigkeit und ZeroWaste zu erzählen, um vielleicht auch bei meiner Verwandtschaft kleine Änderungen anzuregen. Generell gilt für mich hier aber: Jede*r hat sein/ihr eigenes Tempo und ich kann niemanden zu Veränderungen zwingen, sondern nur selbst das Vorleben, was mir wichtig ist.

 

Ich wünsche Euch ein fröhliches und entspanntes Weihnachtsfest!

Eure Marolena :*

 


Header: © Foto von Annie Spratt über Unsplash

P.S.: Das war jetzt der zweite Anlauf für diesen Beitrag und ich möchte mit Euch doch die ersten Zeilen des ersten Entwurfes als ein paar Gedanken teilen:

Ich habe jetzt lange überlegt welche müllfreien Weihnachtsgeschenkideen und Tipps ich euch mitgeben möchte und merke mehr und mehr, dass ich am liebsten sagen möchte: Kauft dieses Jahr gar nichts, besinnt euch auf das was ihr seid und auf eure Beziehungen, Freunde und Familienmitglieder. Kocht gemeinsam ein gutes Essen, zündet Kerzen an und entspannt euch. Unser Konsum macht uns nicht glücklich!

— Dieser Ansatz ist aber vielleicht doch etwas zu radikal für den Anfang und auch ich schaffe das noch nicht ganz. Deswegen bekommt ihr den Artikel in vorhandener Form!