Kategorie: Allgemein

Wir haben noch 12 Jahre

Wir haben noch 12 Jahre

Den folgenden Text habe ich kurz nach Silvester erhalten und wollte ihn gleich noch mit viel mehr Menschen teilen. Weil ich auch anderen engagierten Personen hier eine Plattform für ihre Gedanken geben möchte und weil gerade dieser Text so wichtig ist! Danke an Max, dass du deine Sorgen und Gefühle teilst!


Liebe Mitmenschheit, liebe Generation Earth,

heute seid ihr nicht meine Oma, Freundin oder mein Arbeitskollege – heute will ich, Max Reisinger, euch als Mitmenschen ansprechen: Zu allererst, tiefsten Dank, dass es euch gibt und, dass ihr mich zu dem gemacht habe, was ich heute bin und dass ich das Glück habe da sein zu dürfen, wo ich heute bin.

Ich habe nur einen Wunsch zu Weihnachten, fürs neue Jahr, wahrscheinlich mein einziger Wunsch für immer.  Nehmt euch doch 5 Minuten Zeit, diesen Brief mit offenen Herzen zu lesen und mich zu hören.

Ich habe Angst und Sorgen um unsere Zukunft, ja leider schon in meinem jungen Alter. Ich frage mich ernsthaft, ob ich es noch verantworten kann Kinder zu bekommen und groß zu ziehen, da es mit sehr großer Wahrscheinlichkeit im Laufe meines Lebens noch ziemlich ungemütlich für die gesamte Welt wird. Ich durfte im Laufe der Letzten 3 Jahre erfahren, wie es um den Planeten, und das Leben auf der Welt steht. Wir befinden uns aktuell im 6. Massenaussterbeereignis in der Erdgeschichte, das zum ersten Mal wir Menschen verursacht haben, und verlieren dabei 200 Arten pro Tag. Es war heuer global gemittelt das wärmste Jahr in der Erdgeschichte und es beginnen Prozesse, die selbstverstärkend und nicht mehr umkehrbar sind. Trotzdem haben wir heuer wieder um 2,7% mehr CO2 in die Atmosphäre freigesetzt als im Vorjahr. Menschen beginnen zu fliehen, da erste Inselstaaten versinken und durch Dürren große Landstriche unbewohnbar werden. In Bangladesch habe ich heuer solche Familien kennen gelernt. Die bevorstehende Weltkrise ist in allen Bereichen erkennbar, man muss nur hinschauen wollen. Ich will das, denn ich fühle (mit ihnen) und weiß, dass ich eine Verantwortung habe, durch das riesige Glück, dass ich als Gast zu Besuch auf dieser Erde sein darf, auch mein Bestes zu tun, keinerlei Leid oder Schaden zu verursachen, auf alles Leben das mich umgibt aufzupassen und jeden Tag versuche, etwas Gutes zurück zu geben. Denn ich will eines Tages Kinder haben, die auch diese Schönheit des Lebens entdecken dürfen sollen.

Um die Welt bzw. uns selbst zu retten bzw. noch Einfluss auf künftige Entwicklungen haben zu können, bleiben uns laut Experten noch ca. 12 Jahre. Das ist ein Bruchteil eines Wimpernschlages im Vergleich zu der Evolution des Menschen. Im Moment fahren wir mit Vollgas auf die Wand zu. Es ist nicht mehr 5 vor 12, es ist schon deutlich viel später. Wir könnten die erste Spezies sein, die sich selbst (in enormen Tempo) ausrottet und noch so viel mit uns in den Abgrund reißt.

Ich will da nicht dazu gehören. Ich will meinen Kindern nicht die Frage beantworten müssen: „Warum habt ihr damals nichts getan, obwohl ihr es doch eh wusstet?“ „Wir sind die erste Generation, die die Auswirkungen der Klimakrise spüren wird und gleichzeitig die letzte, die etwas dagegen tun kann,“ sagte Obama einst. Unsere Handlungen der letzten Jahrzehnte sind jetzt erst sichtbar und unsere Handlungen von heute, werden erst in 15-30 Jahren sichtbar sein, obwohl Wissenschaftler*innen schon eindringlichst warnen vor den Folgen der Zeichen, die jetzt schon erkennbar sind.

Doch ich kann meinen Kindern nicht alleine würdige Lebensumstände ermöglichen, dazu brauche ich euch alle. Daher mein Wunsch: Ihr habt jeden Tag aufs Neue die Möglichkeit Entscheidungen zu treffen, die unzählige Auswirkungen und Effekte auf der ganzen Welt, auf ganz viele Mitmenschen und auf zukünftige Generationen haben. Ich bitte euch voller Hoffnung: Geht in euch, und versucht voller Freude und Überzeugung, aus der besagten Verantwortung heraus zu handeln und euch bei jeder Entscheidung in jedem Lebensbereich zu fragen: „Ist das die gesündeste Alternative auch für meine Mitmenschen, oder könnte ich noch etwas besser machen oder auf etwas verzichten?“ Ist die Antwort ja, dann ändere etwas! Ich selbst versuche täglich die beste Version meiner selbst zu sein, die friedvoll, achtsam, wertschätzend, langfristig und ans große Ganze denkend, liebend durch den Tag geht. Es ist nicht immer leicht, doch das ist für mich mein Weg zur Glücklichkeit. „Brauche ich wirklich ein neues Handy, nur weil meins schon 2 Jahre alt ist? Muss ich das Auto nehmen, dessen Abgase der Radfahrer hinter mir noch voll inhaliert bevor sie in der Atmosphäre das Klima erwärmen? Muss ich mich auf eine Art und Weise ernähren, die so viel Leid verursacht, aber selber würde ich es nicht übers Herz bringen, mein Schweinchen zu schlachten oder der Orang-Utan – Familie ihren Regenwald vor ihren Augen abzuholzen für meine Sojaplantage? Muss ich soweit weg wie möglich in den Urlaub fliegen, damit ich meinem gestressten Job, den ich nicht gerne mache, entkomme und mir mit einem Selfie in der unberührten Natur, die ich durch meinen Flug im selben Moment zerstöre, Bestätigung in einer virtuellen Welt holen? Setze ich mich mit Leidenschaft und Energie in Politik, Vereinen oder meinem Umfeld ein dafür, dass sich Dinge verändern, und die Welt ein Stückchen besser wird?“… Das sind große Fragen, deren Antworten nicht immer leicht sind sich einzugestehen… und wir sind alle in unserem Radl gefangen.

Es darf natürlich nicht nur an jeder*m Einzelnen liegen, aber ohne das, ist kein Systemwandel möglich! Individuelle und systemische Entwicklungen müssen Hand in Hand gehen: Nur wenn viele Menschen überzeugt ihr Bestes tun, kann es eine globale Bewegung geben, die mit der aktuellen Situation nicht mehr kann und neue Formen des Lebens als Gast auf Erden aufzeigt. Zukunftsfähig und langfristig, ganzheitlich denkend.

Naiv oder unrealistisch? Nein für mich der einzige Ausweg. „Wir müssen beginnen zu glauben, was wir eh schon wissen und sofort danach handeln und unser Leben neu denken“, sagte eine der inspirierendsten Begleiterinnen auf meinem Weg.

Ich wünsche mir von euch, dass ihr mich hört, meine Sorgen versucht zu verstehen und akzeptiert, dass man mir mit keinem Geschenk eine wahre Freude machen kann, außer damit an einem Strang zu ziehen und sein Bestes zu geben für die Mitmenschen, für andere Lebewesen, für unseren einzigen Planeten. Beobachtet einen Tag, eine Woche, ein Jahr lang eure Entscheidungen, reflektiert sie und versucht diejenige zu treffen, die zu einer schöneren Welt für die Allgemeinheit führt. Es ist die tiefste Form der Freude und Zufriedenheit, nicht nur etwas für sich selbst und kurzfristig zu schaffen, sondern zu geben und langfristig Dinge zu bewegen.

Viele von euch tun bereits ihr Bestes, doch man kann immer noch mehr geben. Wissen ist heute überall vorhanden, Möglichkeiten gibt es mehr als je zuvor und eure Hilfe braucht die Zukunft heute mehr, denn je. Gerne sprecht mit euren Liebsten, Freunden und mir darüber, teilt diesen Brief und helft mir diese Sorgen Schritt für Schritt gemeinsam abzubauen. Die Erde und alles Leben auf ihr und die zukünftigen Generationen brauchen euch jetzt – wir, die Generation Earth, haben noch 12 Jahre.

DANKE!

Max,  01.01.19

 

Ich bin Max, leidenschaftlicher Umwelt- und Klimaschützer, Essensretter, Gemeinschaftsgärtner, Ermutiger, und auch euer Mitmensch. Im Moment könnte ich mir gut vorstellen, einmal in einem Hofkollektiv zu leben, mit lieben Menschen, viel in der Natur sein und von ihr lernen, von eigener Permakultur leben, Dinge selber machen, glücklich sein und auf dem Planeten so wenig negative Spuren wie möglich hinterlassen. Doch davor will ich andere Menschen erreichen und ihnen das Schöne an diesem Traum zeigen, ermöglichen, dass sie selbst auch mutig ihre Träume verfolgen und dabei an das große Ganze denken, denn es ist glaube ich höchste Zeit.

Kontakt:
max.reisinger@students.boku.ac.at

https://www.facebook.com/max.reisinger.7


*Disclaimer: (c) Text und Bilder von Max Reisinger

Year by year

Year by year

You can find the german version of this post here!

The year is ending and at the turn of the year I feel it is getting quieter, emptier and calmer. I always enjoy this time very much, especially after the full Christmas days. I then take time for myself and reflect on the year I spent.

Much has happened this time and I have experienced and achieved so much. I started this blog, completed a Trainer*innen program, organized two seminars and held two, designed a workshop and the Feminine Power Retreat, got to know many new people, cultivated relationships, completed my work in the students‘ innovation centre, took the courageous step of quitting my job to complete my studies and so much more.

This year I wrote some questions down for reflecting this past year in order to remember better and look back more clearly. If you still want to recollect your thoughts over the next few days, you can download my questions here: Reflecting Questions for the turn of the year!

I also carried out my experiments throughout the year in order to gradually implement the habits I wanted to establish for myself. Sometimes it worked better and sometimes it worked less, but that’s exactly what the experiments were all about. My Summary, my ZeroWaste-Glass Challenge and a short post about the „sugar-free„-experiment, which I will try together with my dear friend Eva for a longer time next year, you can read once again here (still in german).

Also for this year I’m going to do more experiments like this again, but this time in a two-month rhythm, because the variety and the fast changes between the big tasks have overwhelmed me last time around. I start the new year with a new evening rhythm and would like to start a morning ritual in March. A month full of creativity, time in the fresh air and reading material follows. The last month (November) I left open in order to be able to respond to impulses from the upcoming year.

If you want to start your own experiments, I can highly recommend you make a list of habits, challenges and resolutions that you would like to implement in the new year, then select six of them and concentrate on them for one month each. In the following empty month you can either continue to focus on the experiment or let it expire. Depending on how you felt about the change. Of course you are also welcome to join my experiments or get inspired by the 2018 experiments. Tag me on Instagram at @marolenas_stimme and share your insights!

For the development of my morning and evening rhythm I followed the approach of Brooke McAlary from the book „Destination Simple„:

  • Here you should write down what the evenings/the morning have been like so far and how you would like these times to feel.
  • Then you list all things that have to happen in the evening/morning in one column “ Have to be done“ and in a second column „I want to do“ you write down the topics you would like to do and then write down the approximate duration of the tasks for both columns.
  • Then you circle the points you want to have in your rhythm and put them in an order. At least one point from the column „I want to do“ should be included.
  • Brooke then suggests that you first stick to the sequence and, if necessary, change the order if some things make more sense together (for example washing your face and brushing your teeth).

This is my finished evening rhythm or routine that I want to follow:

  1. cooking
  2. dining and drinking tea
  3. washing up
  4. tidy up my room
  5. Screen-free-time begins
  6. yoga
  7. showers
  8. brush one’s teeth
  9. toilet
  10. write gratitude-glass entry
  11. update Bullet Journal
  12. go to bed at 10:30 pm.
  13. reading, cuddling, …

Since I usually spend very irregular days, I am already curious, how exactly I can stick to the routine and which effects exceptions have on the experience!

In any case, I am very much looking forward to the coming year that I would like to create „lovingly“ in the sense of my word of the year! I wish you all a happy new year and an exciting, joyful, warm, successful year filled with love and friendship!

Your Marolena :*


*Disclaimer: Advertising, because linked pages/products – not sponsored!

Von Jahr zu Jahr

Von Jahr zu Jahr

You can find the English version of this post here!

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und zum Jahreswechsel wird es für mich gefühlt stets stiller, leerer und ruhiger. Ich genieße diese Zeit immer sehr, vor allem nach den vollgefüllten Weihnachtstagen. Ich nehme mir dann Zeit für mich und reflektiere mein vergangenes Jahr.

Viel ist bei mir diesmal passiert und Vieles habe ich erlebt und erreicht. Ich habe diesen Blog gestartet, eine Trainer*innen-Ausbildung abgeschlossen, zwei Seminare organisiert und zwei gehalten, einen Workshop und das Feminine Power Retreat konzipiert, viele neue Menschen kennen gelernt, Beziehungen gepflegt, meine Arbeit im students` innovation centre zurückgelegt, den mutigen Schritt getan meinen Job zu kündigen, um mein Studium abzuschließen und noch so vieles mehr.

Dieses Jahr habe ich mir für die Reflexion einige Fragen zusammengeschrieben, um mich besser erinnern zu können und klarer zurückschauen zu können. Falls ihr die nächsten Tage auch noch nachsinnen wollt, könnt ihr hier meine Fragen zum Download finden: Reflexionsfragen für den Jahreswechsel!

Auch habe ich über das ganze Jahr meine Experimente durchgeführt, um Schritt für Schritt die Gewohnheiten umzusetzen, die ich für mich etablieren wollte. Das hat mal besser und mal weniger funktioniert, aber genau das war bei den Experimenten auch vollkommen in Ordnung. Meine Zwischen-Bilanz, meine ZeroWaste-Glas Challenge und einen kurzen Post zum „Zuckerfrei“-Experiment, welches ich gemeinsam mit meiner lieben Freundin Eva nochmal im nächsten Jahr langfristiger probieren werde, könnt ihr an dieser Stelle auch gerne nochmal nachlesen.

Auch für dieses Jahr nehme ich mir wieder solche Experimente vor, allerdings diesmal im Zwei-Monats-Rhythmus, da mich die Vielfalt und die schnellen Wechsel zwischen den doch großen Aufgaben überfordert haben. Ich starte ins neue Jahr mit einem neuen Abendrhythmus und möchte dann im März folglich ein Morgenritual beginnen. Es folgen ein Monat voller Kreativität, Zeit an der frischen Luft und Lesestoff. Den letzten Monat (November) habe ich bisher freigelassen, um auch auf Impulse aus dem kommenden Jahr eingehen zu können.

Falls ihr eure eigenen Experimente starten wollt, kann ich euch sehr empfehlen eine Liste aus Gewohnheiten, Challenges und Vorsätzen zu machen, die ihr gerne im neuen Jahr umsetzten wollt, und dann sechs davon auszuwählen und euch für einen Monat auf diesen Vorsatz zu konzentrieren. Jeweils im kommenden leeren Monat könnt ihr dann entweder weiterhin auf das Experiment konzentrieren oder dieses auslaufen lassen. Je nachdem wie ihr euch mit der Änderung gefühlt habt. Natürlich könnt ihr auch gerne meine Experimente mitmachen oder euch Inspiration durch die 2018er Experimente holen. Tagged mich dann gerne auf Instagram @marolenas_stimme und teilt eure Erkenntnisse!

Für die Entwicklung von meinem Morgen- und Abendrhythmus habe ich mich an die Vorgangsweise von Brooke McAlary aus dem Buch „Destination Simple“ gehalten:

  • Hier soll man aufschreiben, wie die Abende/der Morgen bisher aussieht und wie sich diese Zeit anfühlen soll.
  • Dann listet man alle Dinge, die abends/morgens passieren müssen, in einer Spalte „Müssen gemacht werden“ und in einer Zweiten Spalte „Möchte ich machen“ notiert man die Themen, die man gerne machen würde und schreibt anschließend für beide Spalten die ungefähre Zeitdauer der Aufgaben auf.
  • In Folge umkreist man die Punkte, die man im Rhythmus haben möchte und bringt sie in eine Reihenfolge. Zumindest ein Punkt aus der Spalte „Möchte ich machen“ sollte enthalten sein.
  • Brooke schlägt dann vor, dass man sich vorerst genau an den Ablauf hält und gegebenenfalls die Reihenfolge ändert, falls manche Dinge gemeinsam (zum Beispiel Gesicht waschen und Zähne putzen) mehr Sinn ergeben.

Das ist mein fertiger Abendrhythmus bzw. die Routine, die ich verfolgen möchte:

  1. Kochen
  2. Zu Abend essen und Tee trinken
  3. Abwaschen
  4. Zimmer aufräumen
  5. Screen-free-time beginnt
  6. Yoga
  7. Duschen
  8. Zähne putzen
  9. Toilette
  10. Dankbarkeitsglas Eintrag schreiben
  11. Bullet Journal updaten
  12. Um 10:30 ins Bett gehen
  13. Lesen, kuscheln, …

Da ich meist sehr unregelmäßige Tage verbringe, bin ich schon gespannt, wie genau ich mich an die Routine halten kann und welche Auswirkungen Ausnahmen auf den Ablauf haben!

Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf das kommende Jahr, dass ich ganz im Sinne meines Worts des Jahres „liebevoll“ gestalten möchte! Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch und ein spannendes, freudiges, warmes, erfolgreiches und mit Liebe und Freundschaft gefülltes Jahr!

 

Eure Marolena :*

 


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Erdbeerwochen haben Kraft

Erdbeerwochen haben Kraft

Weil einfach mehr über Menstruation gesprochen gehört!

Menstruation ist ein Thema das fast alle Frauen eine Zeit ihres Lebens begleitet. So auch mich und das verstärkt seit eineinhalb Jahren. Meine Periode hat mich schon davor beschäftigt, meist in Form von Krämpfen, Zwischenblutungen und der Frage „wann kommt Sie denn endlich?“. Meine erste Regel habe ich nämlich erst mit ca. 17 oder 18 bekommen. Dass ich es nicht mehr so genau weiß, zeigt auch, dass ich damals noch nicht wirklich wusste, was da in und mit meinem Körper geschieht. Ich hatte zwar eine tolle Aufklärung von meiner Mama bekommen und auch immer wieder über das Thema Regelblutung gelesen, aber trotzdem war ich mir diesbezüglich unsicher. Ich glaube ich hatte schon mit 15 einmal eine kurze Schmierblutung, aber in Folge blieb die Regel lange aus und ich machte mir Sorgen, ob mein Körper richtig funktioniert. Dieses Funktionieren und auch der Druck von außen, dass es doch so wichtig sei, meine Periode bald zu bekommen, haben mir innerlich Stress gemacht. Meine Regel bekam dadurch ein ganz besonderes Gewicht und eine Schwere.

Und dann kam sie endlich! Immer wieder mal, ohne Vorwarnung. Manchmal leicht, manchmal schwer, manchmal in Rot, manchmal bräunlich-verquer.

Hormonelle Verhütung hat dann zuerst eine Regelmäßigkeit, letztendlich aber auch einige Nebenwirkungen mit sich gebracht. Als ich dann beschloss, auf eine nicht-hormonelle Verhütung umzusteigen, kam das Durcheinander wieder. Mein Körper musste sich erneut einpendeln und den eigenen Rhythmus wiederfinden. Den Rhythmus habe ich zwar im Blut, aber in meinem Unterleib ist dieser irgendwie noch nicht ganz angekommen. Mit den Jahren habe ich mich an die Unregelmäßigkeit und Unsicherheit gewöhnt. Auch wenn dadurch hin und wieder peinliche Situationen entstanden sind…

Und dann habe ich über den Umweg ZeroWaste und der Menstruationskappe wieder begonnen, mich mit meiner Periode auseinanderzusetzten. Vollen Schwung bekam diese Beschäftigung mit der einmaligen Gelegenheit, einmal als Protagonistin in einem Werbevideo mitzumachen und zwar für die erdbeerwoche. Bettina und Annemarie, die zwei starken Gründerinnen der erdbeerwoche und vehemente Tabubrecherinnen, was das Thema Menstruation und Zyklus betrifft, haben mit ihrem Start-up Einiges für die Bewusstseinsbildung bezüglich ökologischer, nachhaltiger und gesunder Frauenhygiene geleistet. Dafür habe ich gerne mein Gesicht hergeliehen, um das Thema in der breiten Öffentlichkeit bekannter zu machen. Damals hat mich vor allem die Verbreitung der ZeroWaste-Hygiene Produkte als Alternative begeistert. Durch einige Gespräche mit den zwei Aufbrecherinnen, aber auch in Folge mit vielen anderen Fremden, Freund*Innen und Bekannten, merkte ich, wie wichtig es mir aber auch ist, über Menstruation und Zyklus offen sprechen zu können.

© erdbeerwoche 2017 – Zimtfilm, Bettina Steinbrugger, Elena Beringer, Sarah Haas, Annemarie Harant beim Shooting Werbevideo

Zwei weitere öffentlichkeitswirksame Projekte mit der erdbeerwoche folgten und ich wurde in meinem Umfeld immer mehr ebenfalls zur Tabubrecherin. Ich merkte, dass das Thema nicht nur mich beschäftigt, sondern auch viele andere Frauen und Männer. Einerseits durfte ich also bei einem Shooting mit anderen bewundernswerten Frauen dabei sein und andererseits stand ich dann im Herbst 2017 für das Bildungsprojekt READY FOR RED* als die Hauptfigur Rita wieder vor der Kamera. Diesmal in einem richtigen Studio, mit lustigen Requisiten wie einem Gebärmutter-Mantel in rosa Plüsch und rotem Ketchup, das mir zu einem Zeitpunkt über den, mit einer rosa schimmernden Badehaube bedeckten, Kopf rann. Ich habe eine tanzende Gebärmutter, Bauchkrämpfe, Heißhunger und die Monatsblutung dargestellt und über meine eigenen Erfahrungen gesprochen. Es war ein einzigartiges Erlebnis, das mir viel Spaß gemacht hat!

*READY FOR RED ist eine interaktive Lernplattform zu Menstruation, Zyklus und Co. Passend dazu gibt es auch einen Workshop für Schulen.

 

 

 

 

 

 

© erbeerwoche 2017 – Shooting Ready for Red und Screenshot Intro-Video

Zusätzlich habe ich letztes Jahr eine sehr gute Freundin von mir kennengelernt, die mich nicht nur auf eine meditative Reise in meinen Schoßraum und zu mehr Körperbewusstsein und -gefühl mitgenommen hat, sondern mit der ich auch viele meiner neuen Erlebnisse und alte Erfahrungen teilen konnte. Ich habe mich an einen Workshop erinnert, an dem ich mit 13 teilgenommen hatte. Dort haben wir, organisiert vom Verein „Selbstverständlich“, spielerisch den weiblichen Zyklus mittels einer riesigen Tuch Gebärmutter und einer Plüsch-Vagina erforscht. Durch die Beschäftigung mit meinem Zyklus, dem Lesen von passender Literatur und über Gespräche mit anderen Frauen, habe ich zudem auch mehr Wissen über meinen Körper bekommen, um die zyklischen Veränderungen besser beobachten zu können. Ich bemühe mich nun aktiv in meinen Körper und vor allem meinen Unterleib rein zu spüren. Ich befinde mich immer noch auf einem Weg, der mich aber stetig hin zu mehr Selbstsicherheit mit meiner Menstruation und meinem Zyklus führt.

Wie ich in der Reflexion für das Projekt READY FOR RED feststellen konnte, bedeutet für mich meine Regel heute:

Erneuerung und das Wissen, dass mein Körper so funktioniert, wie er funktionieren soll!

Das Video dazu und viele Aussagen von anderen tollen Frauen* findet ihr hier!

Um auch andere Frauen zu bestärken, sich mehr mit ihrem Zyklus auseinander zu setzten, so vielfältig die Erlebnisse auch sein mögen, haben Eva Teja und ich ein ganz besonderes Seminar für Frauen kreiert: das FEMININE POWER RETREAT. Dieses wird im Herbst in wunderschöner naturnaher Umgebung und mit nährendem Essen zum ersten Mal stattfinden. Wir werden dort unsere Erfahrungen teilen, aber auch einen Raum schaffen, damit die anwesenden Frauen sich gemeinsam über ihren Zyklus, ihre Menstruation, ihre Weiblichkeit und Vieles mehr austauschen können. Ihr könnt dort ebenfalls an einer Schoßraumreise teilnehmen, Freundinnen gewinnen und offen über das Thema sprechen. Der Early Bird-Preis wurde übrigens bis zum 19.8. verlängert!

Im Sinne der Offenheit und Kommunikation, hoffe ich Euch mit meiner Transparenz helfen zu können, auch selbst mehr über das Thema zu sprechen! Ich würde mich freuen von Euch in den Kommentaren zu lesen und in einen Austausch zu treten 🙂

Alles Liebe,

Eure Marolena

 

©Header: erbeerwoche

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