Schlagwort: Klimawandel

ZeroWaste Fashionista

ZeroWaste Fashionista

Links: Kleid – Thred-up, Tasche – Kleidertauschparty, Schuhe – Steve Madden Thred-up * Mitte: Lederjacke – Redone Leder aus Dublin, Body – Erlich Textil, Hose – von Mama, Schuhe – alt/repariert * Rechts: Top – Kleidertauschparty, Hose – alt, umgeschneidert zu Shorts

 

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Spätestens nachdem ich den Film True Cost gesehen habe, war mir klar, dass ich die Fast Fashion-Modeindustrie nicht länger unterstützen möchte. Da ich aber auch viel Spaß und Freude daran habe neue Outfits zu tragen und mich auch hier kreativ auszuleben, habe ich mich über die Jahre auf die Suche nach guten Quellen für coole Mode gemacht.

ZUERST NOCH EIN PAAR HARD FACTS

Der Absatz von Kleidung hat sich zwischen 2002 und 2015 fast verdoppelt. 2014 wurden 100 Milliarden Kleidungsstücke neu produziert und in Deutschland kaufen Menschen ca. 60 neue Kleidungsstücke pro Jahr (Greenpeace 2017). Wir kaufen also auch hier viel mehr als wir wirklich brauchen. Das Bedrückendste dabei ist, dass diese Kleidung meist in unethischen, unsicheren und zum Teil lebensbedrohlichen Anlagen hergestellt wird. Dabei werden Großteils Frauen und Kinder ausgebeutet. Das Bild wird noch düsterer, wenn man sich bewusstmacht, dass Unmengen an Altkleidung am Markt bleiben, die nicht mehr getragen wird und auch nicht weiterverkauft werden kann. Zusätzlich entsorgen große Modeketten wie H&M viel unverkaufte Teile einfach oder verbrennen diese sogar (kurier.at 2017).

DAS KÖNNEN WIR TUN

Es gibt allerdings einige Möglichkeiten, hier als Konsument*in etwas zu verändern. Faire Mode wird immer mehr, man kann auf den Konsum von Kleidung auch für eine Zeit verzichten, in die Reduktion gehen und gleichzeitig auch große Konzerne zur Verantwortung ziehen und eine nachhaltige und faire Produktion verlangen.

Da es einige Fair-Fashion Blogger*innen gibt, die tolle Tipps haben, liste ich euch hier mal ein paar meiner Lieblinge und konzentriere mich selbst auf die ZeroWaste-Alternativen für spannende Mode. Generell gilt hier aber erstmal, sich selbst folgende Fragen zu stellen: „Brauche ich das wirklich? Habe ich etwas zu Hause, das die gleiche Funktion erfüllen kann? Habe ich genau so etwas schon zu Hause? Passt das Stück zu meinen restlichen Sachen?“ Wenn ihr euch nicht sicher seid bzw. beim Flanieren auf ein tolles Teil gestoßen seid, lasst es euch zurücklegen und schlaft nochmal darüber. Ich selbst kaufe mir mittlerweile nur noch Sachen, wenn ich wirklich lange darüber nachgedacht habe, ich es wirklich brauche und/oder mir das eine Stück nicht mehr aus dem Kopf geht.

FAIRFASHION EXPERT*INNEN

DIE ZEROWASTE ALTERNATIVEN

Da aber auch Fair-Fashion erstmal produziert werden muss, greife ich gerne auf schon bestehende Kleidung zurück. Meine Lieblingsquelle ist hier Kleidung von meiner Mama, meiner Schwester, Mitbewohnerin oder von Freund*innen. Ich selbst sortiere auch immer wieder aus, vor allem seit ich auf ein bisschen auf dem Minimalismus Trip bin. So auch die Lieblingsfrauen in meinem Umfeld. Hier kann ich mir immer wieder tolle Sachen aussuchen. Danke dafür an euch Powerfrauen!

Haube – Merinowolle, in Salzburg produziert (Marke weiß ich nicht mehr), Schal – gefunden, Pullover – Kleidertauschparty, Hose – Kleidertauschparty, Tasche grün – Leder, alt aus Irland, Tasche weiß – Kleidertauschparty, Schuhe – Eisbär von Waldviertler

Ähnlich ist die Variante der Kleidertauschpartys. Ich gehe hier gerne auf private Partys aus dem Freundeskreis, da man das Tauschen dann auch gleich mit Plaudern kombinieren kann. Es gibt Tauschpartys aber mittlerweile auch schon wirklich häufig in größerem Rahmen und professionell organisiert. Da ich bei Tauschpartys schon viele Varianten erlebt habe, folgt hier kommende Woche ein Artikel mit Tipps und Tricks zur Umsetzung einer eigenen Party!

Uptdate: den Artikel findet ihr hier!

Eine weitere tolle Variante an besondere Kleidung zu kommen ist es etwas auszuleihen. In Österreich gibt es hier zum Beispiel das Start-Up Endlos Fesch. Dort findet man bei regelmäßigen Pop-Ups ganz besondere Stücke. Man zahlt eine Leihgebühr für eine Anzahl an Teilen, kann diese einen Monat tragen und dann wieder zurückbringen.

Toll finde ich es auch meine Kleidung zu Hause in neuen Varianten zu tragen. Mein Lieblingskniff ist hier das Männerhemd als Top oder Rock getragen oder ein T-Shirt mal verkehrtherum. Das kann einen ganzen Look gleich komplett abändern. Hier gilt einfach mal ausprobieren, neu kombinieren und der Phantasie freien Lauf lassen!

Wichtig ist außerdem kaputte Kleidung erstmal versuchen zu reparieren, bevor man sie entsorgt. Alte T-Shirts kann man auch gut als Putzlappen weiterverwenden. Kleidung sparen kann man auch durch gezieltes Umnähen von Kleidungsstücken. Ich frage hier immer noch meine Oma um Rat oder probiere mich bei einfachen Änderungen selbst aus.

Wenn man wirklich mal etwas kaufen möchte sind Second-Hand Läden eine gute Möglichkeit. Hier gibt es auch Online-Varianten!

SECOND-HAND ONLINE

SECOND-HAND IN WIEN

Selbst schon getestet und für cool befunden:

Weitere Läden:

SECOND-HAND ÖSTERREICHWEIT

 

So das war jetzt doch ein etwas langer Artikel und wenn ihr bis jetzt gelesen habt, seid ihr toll! Ich freu mich auf eure Kommentare mit euren Erfahrungen rund um ZeroWaste Fashion. Schreibt hier auch gerne eure Lieblings-Second-Hand-Läden und Modequellen rein!

Alles Liebe,

Eure Marolena :*

 


*Disclaimer: Werbung, weil verlinkte Seiten und Produkte/nicht gesponsert!

Quellen:

Kurier, 2017. https://kurier.at/style/hm-verbrennt-tonnenweise-neue-kleidung/292.998.788

Greenpeace, 2017. https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/s01951_greenpeace_report_konsumkollaps_fast_fashion.pdf

Wir haben noch 12 Jahre

Wir haben noch 12 Jahre

Den folgenden Text habe ich kurz nach Silvester erhalten und wollte ihn gleich noch mit viel mehr Menschen teilen. Weil ich auch anderen engagierten Personen hier eine Plattform für ihre Gedanken geben möchte und weil gerade dieser Text so wichtig ist! Danke an Max, dass du deine Sorgen und Gefühle teilst!


Liebe Mitmenschheit, liebe Generation Earth,

heute seid ihr nicht meine Oma, Freundin oder mein Arbeitskollege – heute will ich, Max Reisinger, euch als Mitmenschen ansprechen: Zu allererst, tiefsten Dank, dass es euch gibt und, dass ihr mich zu dem gemacht habe, was ich heute bin und dass ich das Glück habe da sein zu dürfen, wo ich heute bin.

Ich habe nur einen Wunsch zu Weihnachten, fürs neue Jahr, wahrscheinlich mein einziger Wunsch für immer.  Nehmt euch doch 5 Minuten Zeit, diesen Brief mit offenen Herzen zu lesen und mich zu hören.

Ich habe Angst und Sorgen um unsere Zukunft, ja leider schon in meinem jungen Alter. Ich frage mich ernsthaft, ob ich es noch verantworten kann Kinder zu bekommen und groß zu ziehen, da es mit sehr großer Wahrscheinlichkeit im Laufe meines Lebens noch ziemlich ungemütlich für die gesamte Welt wird. Ich durfte im Laufe der Letzten 3 Jahre erfahren, wie es um den Planeten, und das Leben auf der Welt steht. Wir befinden uns aktuell im 6. Massenaussterbeereignis in der Erdgeschichte, das zum ersten Mal wir Menschen verursacht haben, und verlieren dabei 200 Arten pro Tag. Es war heuer global gemittelt das wärmste Jahr in der Erdgeschichte und es beginnen Prozesse, die selbstverstärkend und nicht mehr umkehrbar sind. Trotzdem haben wir heuer wieder um 2,7% mehr CO2 in die Atmosphäre freigesetzt als im Vorjahr. Menschen beginnen zu fliehen, da erste Inselstaaten versinken und durch Dürren große Landstriche unbewohnbar werden. In Bangladesch habe ich heuer solche Familien kennen gelernt. Die bevorstehende Weltkrise ist in allen Bereichen erkennbar, man muss nur hinschauen wollen. Ich will das, denn ich fühle (mit ihnen) und weiß, dass ich eine Verantwortung habe, durch das riesige Glück, dass ich als Gast zu Besuch auf dieser Erde sein darf, auch mein Bestes zu tun, keinerlei Leid oder Schaden zu verursachen, auf alles Leben das mich umgibt aufzupassen und jeden Tag versuche, etwas Gutes zurück zu geben. Denn ich will eines Tages Kinder haben, die auch diese Schönheit des Lebens entdecken dürfen sollen.

Um die Welt bzw. uns selbst zu retten bzw. noch Einfluss auf künftige Entwicklungen haben zu können, bleiben uns laut Experten noch ca. 12 Jahre. Das ist ein Bruchteil eines Wimpernschlages im Vergleich zu der Evolution des Menschen. Im Moment fahren wir mit Vollgas auf die Wand zu. Es ist nicht mehr 5 vor 12, es ist schon deutlich viel später. Wir könnten die erste Spezies sein, die sich selbst (in enormen Tempo) ausrottet und noch so viel mit uns in den Abgrund reißt.

Ich will da nicht dazu gehören. Ich will meinen Kindern nicht die Frage beantworten müssen: „Warum habt ihr damals nichts getan, obwohl ihr es doch eh wusstet?“ „Wir sind die erste Generation, die die Auswirkungen der Klimakrise spüren wird und gleichzeitig die letzte, die etwas dagegen tun kann,“ sagte Obama einst. Unsere Handlungen der letzten Jahrzehnte sind jetzt erst sichtbar und unsere Handlungen von heute, werden erst in 15-30 Jahren sichtbar sein, obwohl Wissenschaftler*innen schon eindringlichst warnen vor den Folgen der Zeichen, die jetzt schon erkennbar sind.

Doch ich kann meinen Kindern nicht alleine würdige Lebensumstände ermöglichen, dazu brauche ich euch alle. Daher mein Wunsch: Ihr habt jeden Tag aufs Neue die Möglichkeit Entscheidungen zu treffen, die unzählige Auswirkungen und Effekte auf der ganzen Welt, auf ganz viele Mitmenschen und auf zukünftige Generationen haben. Ich bitte euch voller Hoffnung: Geht in euch, und versucht voller Freude und Überzeugung, aus der besagten Verantwortung heraus zu handeln und euch bei jeder Entscheidung in jedem Lebensbereich zu fragen: „Ist das die gesündeste Alternative auch für meine Mitmenschen, oder könnte ich noch etwas besser machen oder auf etwas verzichten?“ Ist die Antwort ja, dann ändere etwas! Ich selbst versuche täglich die beste Version meiner selbst zu sein, die friedvoll, achtsam, wertschätzend, langfristig und ans große Ganze denkend, liebend durch den Tag geht. Es ist nicht immer leicht, doch das ist für mich mein Weg zur Glücklichkeit. „Brauche ich wirklich ein neues Handy, nur weil meins schon 2 Jahre alt ist? Muss ich das Auto nehmen, dessen Abgase der Radfahrer hinter mir noch voll inhaliert bevor sie in der Atmosphäre das Klima erwärmen? Muss ich mich auf eine Art und Weise ernähren, die so viel Leid verursacht, aber selber würde ich es nicht übers Herz bringen, mein Schweinchen zu schlachten oder der Orang-Utan – Familie ihren Regenwald vor ihren Augen abzuholzen für meine Sojaplantage? Muss ich soweit weg wie möglich in den Urlaub fliegen, damit ich meinem gestressten Job, den ich nicht gerne mache, entkomme und mir mit einem Selfie in der unberührten Natur, die ich durch meinen Flug im selben Moment zerstöre, Bestätigung in einer virtuellen Welt holen? Setze ich mich mit Leidenschaft und Energie in Politik, Vereinen oder meinem Umfeld ein dafür, dass sich Dinge verändern, und die Welt ein Stückchen besser wird?“… Das sind große Fragen, deren Antworten nicht immer leicht sind sich einzugestehen… und wir sind alle in unserem Radl gefangen.

Es darf natürlich nicht nur an jeder*m Einzelnen liegen, aber ohne das, ist kein Systemwandel möglich! Individuelle und systemische Entwicklungen müssen Hand in Hand gehen: Nur wenn viele Menschen überzeugt ihr Bestes tun, kann es eine globale Bewegung geben, die mit der aktuellen Situation nicht mehr kann und neue Formen des Lebens als Gast auf Erden aufzeigt. Zukunftsfähig und langfristig, ganzheitlich denkend.

Naiv oder unrealistisch? Nein für mich der einzige Ausweg. „Wir müssen beginnen zu glauben, was wir eh schon wissen und sofort danach handeln und unser Leben neu denken“, sagte eine der inspirierendsten Begleiterinnen auf meinem Weg.

Ich wünsche mir von euch, dass ihr mich hört, meine Sorgen versucht zu verstehen und akzeptiert, dass man mir mit keinem Geschenk eine wahre Freude machen kann, außer damit an einem Strang zu ziehen und sein Bestes zu geben für die Mitmenschen, für andere Lebewesen, für unseren einzigen Planeten. Beobachtet einen Tag, eine Woche, ein Jahr lang eure Entscheidungen, reflektiert sie und versucht diejenige zu treffen, die zu einer schöneren Welt für die Allgemeinheit führt. Es ist die tiefste Form der Freude und Zufriedenheit, nicht nur etwas für sich selbst und kurzfristig zu schaffen, sondern zu geben und langfristig Dinge zu bewegen.

Viele von euch tun bereits ihr Bestes, doch man kann immer noch mehr geben. Wissen ist heute überall vorhanden, Möglichkeiten gibt es mehr als je zuvor und eure Hilfe braucht die Zukunft heute mehr, denn je. Gerne sprecht mit euren Liebsten, Freunden und mir darüber, teilt diesen Brief und helft mir diese Sorgen Schritt für Schritt gemeinsam abzubauen. Die Erde und alles Leben auf ihr und die zukünftigen Generationen brauchen euch jetzt – wir, die Generation Earth, haben noch 12 Jahre.

DANKE!

Max,  01.01.19

 

Ich bin Max, leidenschaftlicher Umwelt- und Klimaschützer, Essensretter, Gemeinschaftsgärtner, Ermutiger, und auch euer Mitmensch. Im Moment könnte ich mir gut vorstellen, einmal in einem Hofkollektiv zu leben, mit lieben Menschen, viel in der Natur sein und von ihr lernen, von eigener Permakultur leben, Dinge selber machen, glücklich sein und auf dem Planeten so wenig negative Spuren wie möglich hinterlassen. Doch davor will ich andere Menschen erreichen und ihnen das Schöne an diesem Traum zeigen, ermöglichen, dass sie selbst auch mutig ihre Träume verfolgen und dabei an das große Ganze denken, denn es ist glaube ich höchste Zeit.

Kontakt:
max.reisinger@students.boku.ac.at

https://www.facebook.com/max.reisinger.7


*Disclaimer: (c) Text und Bilder von Max Reisinger

Stiller Freitag

Stiller Freitag

Morgen ist „Black Friday“. Eine Konsumtradition importiert aus den USA, die immer populärer in Europa wird. Die Weihnachtsgeschenke-kaufen-Zeit wird eingeläutet und Geschäfte verzeichnen massive Umsätze. Sale-Schilder winken von jeder Ecke und in den Geschäften tummeln sich zahlreiche Schnäppchen-Jäger*Innen. Alles wirkt neu, glänzend und verspricht einen Funken Besonderheit im Alltag. Ablenkung pur! Aber all das hält meistens nur eine kurze Zeit. Dann landen viele der gekauften Gegenstände, Kleidungsstücke und Geräte im Müll, von den Verpackungen gar nicht zu sprechen. Ja, die Sachen wirken aufs erste erschwinglich und reizvoll, aber brauchen wir das Alles wirklich?

Gerade vor Weihnachten, einer Zeit die eigentlich besinnlich sein könnte, unabhängig von der religiösen Einstellung, finden wir uns in zahlreichen Geschäften wieder und kaufen ein oder leisten uns auf Weihnachtsmärkten unnötigen Krims-Krams. Warum?

Besonders absurd wird das Bild, wenn man sich die Auswirkungen von herkömmlich, also nicht fair und nachhaltig, produzierten Stücken anschaut. Die Teile mussten produziert werden, meistens in Billiglohnländern, wo Menschen in zum Teil gefährlichen Umgebungen arbeiten, Ressourcen für Produktion und Transport verbraucht werden und schlussendlich häufig nur eine kurze Zeit genutzt werden. Unser übermäßiger Konsum trägt zudem stark zum Klimawandel bei. Ein besonderes Bild dazu habe ich letztens im Internet gefunden:

Foto: © Zlazloj Zizek

Oft haben wir außerdem schon Vieles, was wir brauchen, zu Hause. Solltet ihr aber doch etwas brauchen oder vielleicht sogar schon länger im Kopf haben, überlegt nochmal ob ihr das Produkt wirklich haben wollt und ob ihr es vielleicht auch nachhaltig, ökologisch und fair produziert finden könnt! Und alle anderen, lade ich ein, diesen Freitag inne zu halten, nichts zu kaufen und stattdessen Freunde zu sehen, mit der Familie etwas zu unternehmen oder es sich mit den Liebsten gemütlich zu machen. Erlebnisse sind schließlich das, an was wir uns später wirklich erinnern werden. Nutzen wir doch die stille Zeit, sparen uns eine Menge Geld und genießen den Winter bei einer Wanderung, mit einem guten Essen, bei einem Spieleabend, bei Kerzenschein, im Theater oder alleine mit einem guten Buch. Machen wir uns bewusst was wir schon haben. Schauen wir uns um und sind dankbar für die Menschen in unserem Leben, das Dach über dem Kopf und das Essen auf unserem Teller!

Einen schönen Gedanken finde ich auch, den Überfluss gerade jetzt auch mit anderen zu teilen, denen es schlechter als uns selbst geht!

Winter ist für mich eine schöne Zeit um langsamer zu werden, zu reflektieren und vieles abzuschließen. Ich liebe die Vorweihnachtszeit vor allem wegen der guten Gerüche in der Luft, der Weihnachtsmusik*, Kerzenschein, Schneefall und der Zeit, die man mit Freunden und Familie feiert! Ich werden diesen Freitag jedenfalls in diesem Sinne verbringen J

Und ihr? Seid ihr dabei bei einem stillen Freitag?

 

Alles Liebe,

Eure Marolena 😉

 

 

*ich höre am liebsten „Still“ – Klaus Trabitsch und Otto Lechner und Michael Bublés Weihnachtsplatte


Titelbild: © Claudio Schwarz on Unsplash

Was hat der Klimawandel mit ZeroWaste zu tun?

Was hat der Klimawandel mit ZeroWaste zu tun?

Erster Blick: Idylle in den Bergen.

Auf den Zweiten Blick erblickt man einen Gletscher, der durch die Auswirkungen des Klimawandels stetig geschrumpft ist.

Das Foto stammt von einer Wanderung 2015 mit meiner Familie. Heute habe ich mich wieder daran erinnert, weil mich ein Thema gerade extrem beschäftigt: der Klimawandel. Generell ist mir der Begriff nicht neu, da ich vor allem im Studium bereits viel über das Phänomen des Mensch-gemachten Klimawandels lernen konnte. In den letzten Wochen wird mir aber immer deutlicher bewusst, dass der Klimawandel für viele Menschen, trotz der wissenschaftlichen Debatte seit bald 50 Jahren, diesen als nicht greifbar oder drängend empfinden. Folgend auf die letzten Wetterunruhen, Feuer in den europäischen Nordländern bis hin zum Arktischen Kreis, Starkregenfällen, Hitzewelle und Gewitter in Österreich, sowie der Tatsache, dass wir laut dem Global Footprint Network dieses Jahr bereits am 1. August die Ressourcen dieser Erde für dieses Jahr aufgebraucht haben, habe ich mich gefragt, ob ZeroWaste auch ein Hebel bezüglich dem Klimawandel sein kann. Selbst mit ZeroWaste zu beginnen, erschien mir zu Anfang jedenfalls ein guter Ansatzpunkt, um meine Ideale bezüglich Umweltschutz und Nachhaltigkeit in die Tat umzusetzen. Aber wie wirkt sich ZeroWaste in Bezug auf den Klimawandel wirklich aus?

Zuerst möchte ich einen Versuch starten, den Klimawandel greifbar zu erklären:

Gleich vorweg Klima ist nicht gleich Wetter! Das Klima sind langfristige Gegebenheiten und wird von verschiedenen Komponenten (Atmosphäre – Luft, Hydrosphäre – Wasser, Lithosphäre – Erde, Biosphäre – Lebewesen und Pflanzen, Kryosphäre – Eisflächen) beeinflusst. Durch die langen Zeiträume ist die Wahrnehmung der Veränderung für den Menschen so schwierig und subtil. Derzeit ist die Situation vergleichbar mit einem Frosch, der langsam im Topf gekocht wird… Wir sitzen im wärmer werdenden Wasser und merken gar nicht, was mit uns passiert, bis es zu spät ist und wir tot und gekocht sind. Das Wetter ist hingegen die tägliche oder wöchentliche Situation und damit kurzfristig und erlebbar (Regen, Sonne, Sturm etc.).

Klimawandel und klimatische Veränderungen hat es auch früher schon gegeben. Allerdings steigt die Temperatur auf der Erde seit dem Beginn der Industriellen Revolution im späten 19. Jhd. schneller als jemals zuvor. Dies lässt sich auf den Einfluss des Menschen zurückführen und wird deswegen anthropogener Klimawandel genannt. 97% aller Klimaforscher*Innen bestätigen das. Hauptursache sind die stark angestiegenen Ausstöße von Treibhausgasen. Hier sind vor allem die Gase Methan, Lachgas und Kohlendioxid (CO2) zu nennen. Was der Treibhausgaseffekt genauer ist, könnt ihr hier nachlesen. Wird nicht entgegengesteuert, spricht man mittlerweile von einem Temperaturanstieg von 5 Grad Celsius bis Ende des Jahrhunderts. In Österreich steigt die Temperatur aufgrund des Klimawandels und unserer speziellen geographischen Lage übrigens schneller an als in anderen europäischen Ländern!

Ein so gravierender Anstieg der globalen Temperatur hätte verheerende Auswirkungen. Ein Anstieg des Meeresspiegels und Überflutungen zahlreicher Küstenstädte und Regionen (z.B. Florida, New York oder Amsterdam), extremere Unwetter, Waldbrände, der Amazonas als Savanne, Ernteausfälle und Dürren sind nur einige Probleme, vor denen wir stehen werden. Warum bisher so wenig dagegen unternommen wurde, fasst ein Spiegel Artikel gut zusammen.

Hat nun das Thema ZeroWaste auch etwas damit zu tun bzw. kann ZeroWaste eine Möglichkeit sein, dem Klimawandel etwas entgegen zu halten?

Laut einigen Seiten und Studien, die ich in meiner Recherche gefunden habe: JA!

Kurz gesagt setzt das Konzept ZeroWaste als ein ganzheitliches System an mehreren Punkten des Produktlebenszyklus an. Einerseits versucht man bei ZeroWaste Konsum zu vermeiden und andererseits Ressourcen durch den Verzicht auf neue Produkte und Verpackungen zu sparen. Wenn weniger produziert wird, werden auch weniger Energie und Ressourcen verbraucht und damit weniger Treibhausgase ausgestoßen. Den Transport der produzierten Güter darf man hier übrigens auch nicht vergessen.

Andererseits setzt man mit dem Konzept auch am Ende des Produktlebenszyklus an und versucht Produkte zu recyceln, zu reparieren und wiederzuverwenden, was ebenfalls Ressourcen und Energie spart. Laut einer amerikanischen Studie könnte durch die Reduktion des globalen Abfalls, bezogen auf das Niveau von 1990, 11.6 Mio. Tonnen von CO2-Äquivalenten Treibhausgasen eingespart werden. Es ist also wichtig, den gesamten Produktlebenszyklus zu betrachten und auch Unternehmen sollten sich hiermit verstärkt beschäftigen. Ein Fokus sollte hier meiner Meinung nach vor allem auf der umweltfreundlichen Entsorgung, Reparaturfähigkeit und Langlebigkeit liegen. Auch vorhandene Materialien sollten für neue Produkte häufiger in Betracht gezogen werden. Denn Emissionen von Treibhausgasen sind bei recyceltem Glas, Papier, Stahl und Kupfer 4-5 Mal, bei Aluminium sogar 40 Mal niedriger, als bei ihren neugewonnenen Kolleginnen. Ein anderer Aspekt sind z.B. Bäume, die aufgrund von recyceltem Papier und anderen Produkten aus dem Material Holz, nicht gefällt werden und so weiterhin CO2 speichern können.

Durch die Vermeidung von Abfall, landen außerdem weniger Materialien in Deponien und Müllverbrennungen, die maßgeblich zum Ausstoß von Methan und Treibhausgasen beitragen. Genauer gesagt stammen 36 Prozent, der vom Mensch verursachten Methan-Ausstöße, von Deponien. Vor allem biogene Materialien, also Speisereste, Schalen, Kaffeesud etc., sind hier besonders zu vermeiden und im Sinne der 5 Rs zu kompostieren. Kompost ist nämlich eine wertvolles Gut für die Fruchtbarkeit unserer Böden und die Rückführung von Nährstoffen. Zusätzlich speichert der Boden 3 Mal mehr CO2 als Pflanzen. Auch in einer Stadtwohnung ist es mit einer sogenannten Wurmkiste möglich biogenen Abfall zu kompostieren.

Ein weiteres Problem, das unser Abfall verursacht, findet sich in unseren Meeren. Und in diesem Fall spreche ich hier gar nicht von der direkten Verschmutzung und Beeinträchtigung der Lebewesen dort, sondern davon, dass die vielen Fremdstoffe und Chemikalien bei der Erwärmung der Ozeane eine Rolle spielen können. Unsere Meere, eine besonders große Hydrosphäre, sind aber essentiell für unser Klima und eine Störung dieses Ökosystems trägt ebenfalls zum Klimawandel bei (siehe oben).

Zusammenfassend braucht es für die Produktion einer Plastikverpackung zum Beispiel erst einmal Ölressourcen, um das Plastik herzustellen. Dieses wird zu einer Fabrik transportiert und dort verarbeitet, was Energie benötigt, um dann mit einem Transportmittel zu einer anderen Fabrik gebracht zu werden, wo es als Verpackungsmaterial zum Einsatz kommt. Dann packen wir das Produkt aus und die Plastikhülle wandert in den Müll, wird dann verbrannt, ins Meer gespült oder landet in einer Deponie… Oft vergessen wir, dass auch die Verpackung, so wie das Produkt selbst, das es schützen soll, Ressourcen, Energie, Kapital und Arbeit verbraucht hat, um überhaupt zu existieren. Indem man den Fokus bei ZeroWaste auf den Abfall legt, dabei aber viele andere Aspekte mitberücksichtigt, vermeidet man also Treibhausgase und trägt zur Entschleunigung des Klimawandels bei.

Und deswegen lasst uns Frösche sein, die noch rechtzeitig aus dem Wasser springen und ganz laut Stopp rufen! Lasst uns nicht den Mut verlieren und uns zusammenschließen, gegenseitig bestärken und weiterhin austauschen. Es gibt Lösungen, sowohl technische als auch ökonomische und ökologische, um den Klimawandel aufzuhalten. Eine davon ist ZeroWaste. Weitere tolle Lösungen und Ansätze finden sich zum Beispiel in Filmen wie „Tomorrow„. Sonst könnte man sich bei einer Organisation engagieren, die sich entweder gegen den Klimawandel oder für Anpassungsmaßnahmen einsetztet. Eine ganz tolle Organisation möchte ich hier nennen: „System Change – Not Climate Change“. Wichtig ist meiner Meinung jetzt, dass wir Verantwortung im Privaten übernehmen, aber auch der Politik klarmachen, dass der Klimawandel Thema Nummer 1 auf der Agenda sein muss! Und auch Unternehmen können mit klugen und nachhaltigen Produktdesigns ihren Beitrag leisten.

In diesem Sinne „Think Global, act Local“ – Denkt global, handelt lokal! – Patrick Geddes

und lasst uns aufstehen!

 

Eure Marolena 🙂

 

Foto: © Peter Beringer, Gletscheransicht Hohe Tauern

 


*Disclaimer: verlinkte Seiten – nicht gesponsert

Quellen:

Bill Sheehan: http://www.grrn.org/page/zero-waste-and-climate-change

Ecocycle: http://www.ecocycle.org/zerowaste/climate und http://www.ecocyclesolutionshub.org/about-zero-waste/climate-change/

GBCI: http://www.gbci.org/zero-waste-forgotten-climate-change-mitigation-tactic

Global Footprint Network: https://www.footprintnetwork.org/

Herbert Formayer, Lukas Clementschitsch, Michael Hofstätter, Helga Kromp-Kolb: „Vor Sicht Klima!“: https://meteo.boku.ac.at/report/BOKU-Met_Report_16_online.pdf

ZAMG: https://www.zamg.ac.at/cms/de/klima/informationsportal-klimawandel/klimaforschung/wetter-und-klima

Zerowaste Institute: http://zerowasteinstitute.org/?page_id=1867