Schlagwort: Recycling

ZeroWaste Fashionista

ZeroWaste Fashionista

Links: Kleid – Thred-up, Tasche – Kleidertauschparty, Schuhe – Steve Madden Thred-up * Mitte: Lederjacke – Redone Leder aus Dublin, Body – Erlich Textil, Hose – von Mama, Schuhe – alt/repariert * Rechts: Top – Kleidertauschparty, Hose – alt, umgeschneidert zu Shorts

 

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Spätestens nachdem ich den Film True Cost gesehen habe, war mir klar, dass ich die Fast Fashion-Modeindustrie nicht länger unterstützen möchte. Da ich aber auch viel Spaß und Freude daran habe neue Outfits zu tragen und mich auch hier kreativ auszuleben, habe ich mich über die Jahre auf die Suche nach guten Quellen für coole Mode gemacht.

ZUERST NOCH EIN PAAR HARD FACTS

Der Absatz von Kleidung hat sich zwischen 2002 und 2015 fast verdoppelt. 2014 wurden 100 Milliarden Kleidungsstücke neu produziert und in Deutschland kaufen Menschen ca. 60 neue Kleidungsstücke pro Jahr (Greenpeace 2017). Wir kaufen also auch hier viel mehr als wir wirklich brauchen. Das Bedrückendste dabei ist, dass diese Kleidung meist in unethischen, unsicheren und zum Teil lebensbedrohlichen Anlagen hergestellt wird. Dabei werden Großteils Frauen und Kinder ausgebeutet. Das Bild wird noch düsterer, wenn man sich bewusstmacht, dass Unmengen an Altkleidung am Markt bleiben, die nicht mehr getragen wird und auch nicht weiterverkauft werden kann. Zusätzlich entsorgen große Modeketten wie H&M viel unverkaufte Teile einfach oder verbrennen diese sogar (kurier.at 2017).

DAS KÖNNEN WIR TUN

Es gibt allerdings einige Möglichkeiten, hier als Konsument*in etwas zu verändern. Faire Mode wird immer mehr, man kann auf den Konsum von Kleidung auch für eine Zeit verzichten, in die Reduktion gehen und gleichzeitig auch große Konzerne zur Verantwortung ziehen und eine nachhaltige und faire Produktion verlangen.

Da es einige Fair-Fashion Blogger*innen gibt, die tolle Tipps haben, liste ich euch hier mal ein paar meiner Lieblinge und konzentriere mich selbst auf die ZeroWaste-Alternativen für spannende Mode. Generell gilt hier aber erstmal, sich selbst folgende Fragen zu stellen: „Brauche ich das wirklich? Habe ich etwas zu Hause, das die gleiche Funktion erfüllen kann? Habe ich genau so etwas schon zu Hause? Passt das Stück zu meinen restlichen Sachen?“ Wenn ihr euch nicht sicher seid bzw. beim Flanieren auf ein tolles Teil gestoßen seid, lasst es euch zurücklegen und schlaft nochmal darüber. Ich selbst kaufe mir mittlerweile nur noch Sachen, wenn ich wirklich lange darüber nachgedacht habe, ich es wirklich brauche und/oder mir das eine Stück nicht mehr aus dem Kopf geht.

FAIRFASHION EXPERT*INNEN

DIE ZEROWASTE ALTERNATIVEN

Da aber auch Fair-Fashion erstmal produziert werden muss, greife ich gerne auf schon bestehende Kleidung zurück. Meine Lieblingsquelle ist hier Kleidung von meiner Mama, meiner Schwester, Mitbewohnerin oder von Freund*innen. Ich selbst sortiere auch immer wieder aus, vor allem seit ich auf ein bisschen auf dem Minimalismus Trip bin. So auch die Lieblingsfrauen in meinem Umfeld. Hier kann ich mir immer wieder tolle Sachen aussuchen. Danke dafür an euch Powerfrauen!

Haube – Merinowolle, in Salzburg produziert (Marke weiß ich nicht mehr), Schal – gefunden, Pullover – Kleidertauschparty, Hose – Kleidertauschparty, Tasche grün – Leder, alt aus Irland, Tasche weiß – Kleidertauschparty, Schuhe – Eisbär von Waldviertler

Ähnlich ist die Variante der Kleidertauschpartys. Ich gehe hier gerne auf private Partys aus dem Freundeskreis, da man das Tauschen dann auch gleich mit Plaudern kombinieren kann. Es gibt Tauschpartys aber mittlerweile auch schon wirklich häufig in größerem Rahmen und professionell organisiert. Da ich bei Tauschpartys schon viele Varianten erlebt habe, folgt hier kommende Woche ein Artikel mit Tipps und Tricks zur Umsetzung einer eigenen Party!

Uptdate: den Artikel findet ihr hier!

Eine weitere tolle Variante an besondere Kleidung zu kommen ist es etwas auszuleihen. In Österreich gibt es hier zum Beispiel das Start-Up Endlos Fesch. Dort findet man bei regelmäßigen Pop-Ups ganz besondere Stücke. Man zahlt eine Leihgebühr für eine Anzahl an Teilen, kann diese einen Monat tragen und dann wieder zurückbringen.

Toll finde ich es auch meine Kleidung zu Hause in neuen Varianten zu tragen. Mein Lieblingskniff ist hier das Männerhemd als Top oder Rock getragen oder ein T-Shirt mal verkehrtherum. Das kann einen ganzen Look gleich komplett abändern. Hier gilt einfach mal ausprobieren, neu kombinieren und der Phantasie freien Lauf lassen!

Wichtig ist außerdem kaputte Kleidung erstmal versuchen zu reparieren, bevor man sie entsorgt. Alte T-Shirts kann man auch gut als Putzlappen weiterverwenden. Kleidung sparen kann man auch durch gezieltes Umnähen von Kleidungsstücken. Ich frage hier immer noch meine Oma um Rat oder probiere mich bei einfachen Änderungen selbst aus.

Wenn man wirklich mal etwas kaufen möchte sind Second-Hand Läden eine gute Möglichkeit. Hier gibt es auch Online-Varianten!

SECOND-HAND ONLINE

SECOND-HAND IN WIEN

Selbst schon getestet und für cool befunden:

Weitere Läden:

SECOND-HAND ÖSTERREICHWEIT

 

So das war jetzt doch ein etwas langer Artikel und wenn ihr bis jetzt gelesen habt, seid ihr toll! Ich freu mich auf eure Kommentare mit euren Erfahrungen rund um ZeroWaste Fashion. Schreibt hier auch gerne eure Lieblings-Second-Hand-Läden und Modequellen rein!

Alles Liebe,

Eure Marolena :*

 


*Disclaimer: Werbung, weil verlinkte Seiten und Produkte/nicht gesponsert!

Quellen:

Kurier, 2017. https://kurier.at/style/hm-verbrennt-tonnenweise-neue-kleidung/292.998.788

Greenpeace, 2017. https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/s01951_greenpeace_report_konsumkollaps_fast_fashion.pdf

ZeroWaste Fashionista – en

ZeroWaste Fashionista – en

Left: Dress – Thred-up, Bag – swap party, Shoes – Steve Madden Thred-up * Middle: Leather jacket – Redone leather from Dublin, Body – Erlich Textil, Pants – by Mama, Shoes – old/repaired * Right: Top – swap party, Pants – old, tailor-made to shorts

 

Find the german Version by clicking here!

After seeing the film True Cost it became clear to me that I no longer wanted to support the fast fashion industry. But since I also enjoy wearing new outfits and living creatively, I have been looking for good sources for cool fashion over the years.

FIRST A FEW HARD FACTS

Sales of clothing almost doubled between 2002 and 2015. In 2014, 100 billion new garments were produced while in Germany people buy about 60 new garments per year (Greenpeace 2017). So we buy much more than we really need. The most distressing aspect is that these garments are mostly produced in unethical, unsafe and sometimes life-threatening facilities. Women and children are exploited for the most part. The picture becomes even gloomier when you realize that there are still lots of old clothes on the market that are no longer worn and cannot be resold. In addition, large fashion chains such as H&M simply dispose of many unsold items or even burn them (kurier.at 2017).

WHAT WE CAN DO

However, there are some possibilities to change something here as a consumer. Fair fashion is on the rise, you can do without the consumption of clothes for a while, reduce it and at the same time hold large corporations accountable and demand sustainable and fair production.

Since there are some Fair Fashion bloggers* who have great tips, I’ll list a few of my favorites here and concentrate myself on the ZeroWaste alternatives for great fashion. In general, you should ask yourself the following questions: „Do I really need this? Do I have something at home that can fulfill the same function? Do I already have something like this at home? Does the piece go well with the rest of my stuff?“ If you’re not sure or you’ve come across a great piece while wandering around, let it be put aside for yourself and sleep on it again. By now I only buy things myself when I’ve really thought about it for a long time, when I really need it and/or when I can’t get it out of my head.

FAIRFASHION EXPERTS*

THE ZEROWASTE ALTERNATIVES

But since fair fashion also has to be produced first, I like to fall back on already existing clothes. My favourite source here is clothing from my mum, sister, roommate or friends*. I also sort clothes out myself again and again, especially since I’m on a minimalism trip. So are some of the favourite women around me. Every now and then I can choose great things from these friends. Thanks to you power women!

Hat – merino wool, produced in Salzburg (brand I don’t remember anymore), scarf – found, sweater – swap party, trousers – swap party, bag green – leather, old from Ireland, bag white – swap party, shoes – polar bear by Waldviertler

Top-Swaps are very similar to this. I like to go to private parties from my circle of friends here, because you can also combine swapping with chatting. However, there are now also many exchange parties on a larger scale and professionally organized. Since I have already experienced many variants of Top-Swaps, next week an article will follow with tips and tricks for the implementation of your own party!

Another great way to get special clothes is to borrow something. In Austria there is for example the Start-Up Endlos Fesch. There you can find very unique pieces at regular pop-ups. You pay a rental fee for a number of items, can wear them for a month and then bring them back.

I also think it’s great to wear my clothes at home in new variations. My favourite trick here is to wear a men’s shirt as a top or skirt or a T-shirt the other way round. This can change a whole look completely. Just try it out, combine it anew and let your imagination run wild!

It is also important to try to repair broken clothes before disposing of them. Old T-shirts can also be used as cleaning cloths. You can also reduce the amount of new clothes by sewing them into new ones. I still ask my grandma for advice or try out simple changes myself.

If you really want to buy something, secondhand shops are a good option. There are also online variants out there!

SECOND-HAND ONLINE

SECOND-HAND IN VIENNA

Tested myself and found cool:

More stores:

SECOND-HAND AUSTRIA-WIDE

  • Carla shops of Caritas
  • Humana
  • Local Second Hand Shops

 

So this was a long article and if you’ve read it so far, you’re great! I’m looking forward to your comments about your experiences with ZeroWaste Fashion. Write your favourite second-hand shops and fashion sources here as well!

All the best,

Your Marolena :*

 


*Disclaimer: Ad, becouse of linked sites and products/not sponsored! 

Sources:

Kurier, 2017. https://kurier.at/style/hm-verbrennt-tonnenweise-neue-kleidung/292.998.788

Greenpeace, 2017. https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/s01951_greenpeace_report_konsumkollaps_fast_fashion.pdf

ZeroWaste Einkaufsackerl selbst gemacht

ZeroWaste Einkaufsackerl selbst gemacht

Um wirklich langfristig ZeroWaste zu leben, braucht es meiner Meinung nach ein paar Hilfsmittel. So ist eines der wichtigsten Dinge, neben zum Beispiel Besteck für Unterwegs, einer wiederverwendbaren Wasserflasche und einer Stoffeinkaufstasche, ein kleines Sackerl (österr. Sack/Tasche) für Gemüse, Obst und Trockenware.

Ich habe mir bereits vor 2 Jahren meine ersten Sackerl aus alten T-Shirts und einer Schlafhose genäht und bin immer noch sehr zufrieden. Da die T-Shirts aus Baumwolle bestehen, sind diese auch einfach zu waschen und geben in das Wasser und an darin verpackte Lebensmittel auch keine Mikroplastikteile ab. Man könnte ähnliche Sackerl auch aus normalem Stoff herstellen, allerdings verkörpert das Verwenden von alten T-Shirts, die man nicht mehr trägt, ebenfalls den ZeroWaste Gedanken, da man Bestehendes nützt.

Wie ihr solche praktischen Einkaufssackerl einfach zu Hause selbst machen könnt, zeige ich Euch hier:

Ihr braucht:

  • ein altes T-Shirt (am besten aus einem natürlichen Material und nicht dehnbar)
  • Garn
  • eine Schere
  • Schneiderkreide oder Bleistift
  • Lineal oder Schneiderdreieck
  • Nähmaschine oder wenn mit der Hand genäht eine Nähnadel
  • Kordel, Geschenksband, Schnur oder Ähnliches
  • eine Haarnadel, Sicherheitsnadel oder Ähnliches

Am schnellsten und einfachsten geht das Ganze mit einer Nähmaschine. Solltet ihr aber selbst keine zu Hause haben, habe ich drei Vorschläge für Euch: Einerseits könntet ihr die Sackerl auch leicht mit der Hand nähen. Ihr könnt euch eine/n Freund*In mit Nähmaschine suchen, und einen gemeinsamen Nähtag verbringen oder ihr geht zu einer Nähwerkstatt in eurer Nähe.

Also los geht´s!

Schritt 1

Legt euer T-Shirt mit der Innenseite nach Außen auf eine ebene Fläche und zeichnet eine gerade Linie auf der Höhe, wo ihr das T-Shirt abschneiden wollt. Dabei überlegt ihr Euch wie lang euer Sackerl sein soll. Das untere Ende des T-Shirts wird später die Öffnung.

Schritt 2

Schneidet entlang der Linie euer T-Shirt in zwei Teile. Der untere Teil wird dann zu zwei Sackerl. Den oberen Teil könnt ihr entweder als kurzes Top weiterhin verwenden oder die Reste in Stücke schneiden und als Putzlappen verwenden.

Schritt 3

Markiert die Mitte des zugeschnittenen Teiles und schneidet entlang der Linie. Ihr habt nun zwei Teile, die an 3 Seiten lose aufeinanderliegen.

Schritt 4

Näht die zwei Kanten, die ihr gerade zugeschnitten habt mit eurer Nähmaschine aneinander. Lasst dabei die letzten 1-2 Zentimeter, dort wo der ursprüngliche Saum sich befindet, aus.

Schritt 5

Fädelt mittels einer Sicherheitsnadel, einer Haarnadel oder Ähnlichem eure Kordel durch den Saum des T-Shirts, schneidet sie anschließend zurecht und macht einen Knoten hinein.

Schritt 6

Dreht das Sackerl von Innen nach Außen und Voila, fertig ist euer Einkaufssackerl für euren nächsten ZeroWaste Einkauf. Falls ihr auch welche selbst herstellt, lasst es mich doch über Instagram @marolenas_stimme oder in den Kommentaren wissen und teilt eure Kreation mit dem #marolenasstimme!

Viel Freude damit!

Eure Marolena