Schlagwort: Konsum

Reiselust ganz müllbewusst

Reiselust ganz müllbewusst

Titelbild: Vor zwei Jahren mit Jutebeutel in Prag
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Reisen und Unterwegs sein ist ein spezielles Thema, wenn es um Müllvermeidung geht. Vorbereitung und Eventualitäten durchdenken ist das A und O.

Seit ich vor zweieinhalb Jahren angefangen habe ZeroWaste zu leben, habe ich das immer wieder stark erlebt. Da ich generell viel unterwegs bin, habe ich immer Besteck, ein kleines Handtuch, ein Taschentuch und eine Wasserflasche und manchmal auch ein kleines Sackerl und ein dichtes Gefäß für Essenskäufe dabei.

Vor einer Reise überlege ich mir genauer, was ich so vorhabe, wie lange ich unterwegs bin, ob es an dem besuchten Ort veganes Essen gibt, welches Wetter ca. vor Ort ist usw. Gerne packe ich hier Dinge ein, die mehrere Zwecke erfüllen können. So zum Beispiel Taschentücher, die man auch gut als Servietten oder kleines Sackerl für Einkäufe verwenden kann. Zusatztipp faltbare Dinge in Gläsern oder Boxen einpacken, um Platz im Rucksack zu sparen! Ich versuche bei meinen ZeroWaste-Gadgets für Reisen so wenig wie möglich aber so viel als nötig einzupacken. Auf meiner letzten viertägigen Reise nach Krakau hatte ich deswegen folgende Dinge dabei:

  • Digitales Busticket
  • Einen extra kleineren Rucksack
  • Eine Stofftasche
  • Mehrere kleinere Sackerl
  • Ein Glas
  • Kopfhörer, um nicht die Kopfhörer im Bus (oder im Flugzeug) verwenden zu müssen
  • Besteck inkl. Edelstahlstrohhalm
  • Füllfeder und Tinte zum Nachfüllen
  • Deo in Puderform
  • Pfefferminzöl gegen Kopfschmerzen und Verspannungen
  • Eine Menstruationstasse
  • Periodenunterwäsche und Stoffbinde
  • Eine Sonnenbrille plus Putztuch
  • Eine Haube
  • Mehrere Taschentücher
  • Ein kleines Handtuch
  • Eine gefüllte Wasserflasche, isoliert (für warme und kalte Getränke)
  • Toner in einer wiederverwendbaren Sprühflasche
  • Ein Abschminktuch (obwohl ich kein Makeup dabei hatte 😉 )
  • Kokosöl in einem kleinen wiederverwendbaren Gefäß
  • Gesichtscreme
  • Eine kleine Seife zum Duschen
  • Deo in fester Form
  • Selbstgemachtes Zahnpulver
  • Eine Bambuszahnbürste
  • Essen für die Bus- oder Zugfahrt
  • Snacks wie Nüsse, Früchte, Kekse oder Ähnliches für den schnellen Hunger oder Unterzucker-Attacken

Ich muss dazu sagen, dass ich zum Zeitpunkt der Reise zusätzlich krank war und deswegen Creme, Pfefferminzöl und viele Taschentücher dabeihatte. Generell waren diese Dinge aber auf der Reise sehr hilfreich und vielseitig einsetzbar.

Zusätzlich kann ich noch empfehlen eine Edelstahlbox oder Bienenwachspapier mitzunehmen und für einen (Wellness-)Urlaub auch ein etwas größeres Handtuch, Flip-Flops (für die Sauna und Schwimmbecken) und einen Badeanzug. Diese Dinge werden zwar häufig zur Verfügung gestellt, aber, wenn man seine eigenen Produkte mitnimmt, kann man so das Waschen oder Wegwerfen von vor Ort Materialien vermeiden. Außerdem zur Vermeidung vom Kauf von Plastikflaschen, die eigene Flasche immer wieder auffüllen. In Ländern mit schlechterer Wasserqualität kann man oft auch Restaurants fragen, ob sie gefiltertes Wasser haben, das man abfüllen darf. Eine andere Möglichkeit wäre ein kleines Filtergerät mitzunehmen.

Wenn man länger an einem Ort ist und die Möglichkeit hat selbst zu kochen, kann man auch versuchen verpackungsfrei entweder in einem Unverpackt-Laden oder auf einem Markt einzukaufen. Hier oder hier findet man z.B. eine Karte mit Läden weltweit und in Städten gibt es häufig größere dauerhafte oder temporäre Märkte. Das Internet hilft hier auch weiter 😉

Wenn es um Verpackungsvermeidung in anderen Ländern geht, darf man nicht so streng mit sich selbst und auch den Menschen dort sein. Wegen Sprachbarrieren und Verständnisschwierigkeiten kann es manchmal gar nicht so leicht sein, darum zu bitten das Plastiksackerl oder den Strohhalm wegzulassen. Mit Händen und Füßen, Humor und einem freundlichen Lächeln klappt das meistens aber doch recht gut! Und nicht vergessen Danke zu sagen 😉

Und obwohl die folgenden Punkte wenig mit Müll konkret zu tun haben, hier noch ein paar generelle Tipps für nachhaltige Reisen:

  1. Zug vor Bus vor Flugzeug und wenn möglich immer am Boden bleiben
  2. Die Umgebung erkunden, nahe Reiseziele anpeilen – denn das Gute liegt so nah!
  3. Vor Ort öffentliche Transportmittel und Fahrräder nutzen
  4. Flüge kompensieren z.B. über Atmosfair, CO2mpensio oder die Plattform der Universität für Bodenkultur Wien
  5. Für den bereisten Ort angemessen packen, um nicht vor Ort schnell noch etwas nachkaufen zu müssen.
  6. Eine Packliste schreiben und im Voraus ein paar ökologische Lokale recherchieren
  7. Die Reise planen
  8. Minimalistisch packen
  9. In einem Lokal essen/trinken statt ToGo
  10. Bei der Unterkunft-Suche auf Nachhaltigkeit achten
  11. Bei lokalen Unternehmen einkaufen
  12. Unterwegs auf die ZeroWaste Regeln achten

 

Viel Spaß auf euren Reisen und alles Liebe!

Eure Marolena 🙂

 


*Disclaimer: unbezahlte Werbung wegen verlinkten Seiten

ZeroWaste Fashionista

ZeroWaste Fashionista

Links: Kleid – Thred-up, Tasche – Kleidertauschparty, Schuhe – Steve Madden Thred-up * Mitte: Lederjacke – Redone Leder aus Dublin, Body – Erlich Textil, Hose – von Mama, Schuhe – alt/repariert * Rechts: Top – Kleidertauschparty, Hose – alt, umgeschneidert zu Shorts

 

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Spätestens nachdem ich den Film True Cost gesehen habe, war mir klar, dass ich die Fast Fashion-Modeindustrie nicht länger unterstützen möchte. Da ich aber auch viel Spaß und Freude daran habe neue Outfits zu tragen und mich auch hier kreativ auszuleben, habe ich mich über die Jahre auf die Suche nach guten Quellen für coole Mode gemacht.

ZUERST NOCH EIN PAAR HARD FACTS

Der Absatz von Kleidung hat sich zwischen 2002 und 2015 fast verdoppelt. 2014 wurden 100 Milliarden Kleidungsstücke neu produziert und in Deutschland kaufen Menschen ca. 60 neue Kleidungsstücke pro Jahr (Greenpeace 2017). Wir kaufen also auch hier viel mehr als wir wirklich brauchen. Das Bedrückendste dabei ist, dass diese Kleidung meist in unethischen, unsicheren und zum Teil lebensbedrohlichen Anlagen hergestellt wird. Dabei werden Großteils Frauen und Kinder ausgebeutet. Das Bild wird noch düsterer, wenn man sich bewusstmacht, dass Unmengen an Altkleidung am Markt bleiben, die nicht mehr getragen wird und auch nicht weiterverkauft werden kann. Zusätzlich entsorgen große Modeketten wie H&M viel unverkaufte Teile einfach oder verbrennen diese sogar (kurier.at 2017).

DAS KÖNNEN WIR TUN

Es gibt allerdings einige Möglichkeiten, hier als Konsument*in etwas zu verändern. Faire Mode wird immer mehr, man kann auf den Konsum von Kleidung auch für eine Zeit verzichten, in die Reduktion gehen und gleichzeitig auch große Konzerne zur Verantwortung ziehen und eine nachhaltige und faire Produktion verlangen.

Da es einige Fair-Fashion Blogger*innen gibt, die tolle Tipps haben, liste ich euch hier mal ein paar meiner Lieblinge und konzentriere mich selbst auf die ZeroWaste-Alternativen für spannende Mode. Generell gilt hier aber erstmal, sich selbst folgende Fragen zu stellen: „Brauche ich das wirklich? Habe ich etwas zu Hause, das die gleiche Funktion erfüllen kann? Habe ich genau so etwas schon zu Hause? Passt das Stück zu meinen restlichen Sachen?“ Wenn ihr euch nicht sicher seid bzw. beim Flanieren auf ein tolles Teil gestoßen seid, lasst es euch zurücklegen und schlaft nochmal darüber. Ich selbst kaufe mir mittlerweile nur noch Sachen, wenn ich wirklich lange darüber nachgedacht habe, ich es wirklich brauche und/oder mir das eine Stück nicht mehr aus dem Kopf geht.

FAIRFASHION EXPERT*INNEN

DIE ZEROWASTE ALTERNATIVEN

Da aber auch Fair-Fashion erstmal produziert werden muss, greife ich gerne auf schon bestehende Kleidung zurück. Meine Lieblingsquelle ist hier Kleidung von meiner Mama, meiner Schwester, Mitbewohnerin oder von Freund*innen. Ich selbst sortiere auch immer wieder aus, vor allem seit ich auf ein bisschen auf dem Minimalismus Trip bin. So auch die Lieblingsfrauen in meinem Umfeld. Hier kann ich mir immer wieder tolle Sachen aussuchen. Danke dafür an euch Powerfrauen!

Haube – Merinowolle, in Salzburg produziert (Marke weiß ich nicht mehr), Schal – gefunden, Pullover – Kleidertauschparty, Hose – Kleidertauschparty, Tasche grün – Leder, alt aus Irland, Tasche weiß – Kleidertauschparty, Schuhe – Eisbär von Waldviertler

Ähnlich ist die Variante der Kleidertauschpartys. Ich gehe hier gerne auf private Partys aus dem Freundeskreis, da man das Tauschen dann auch gleich mit Plaudern kombinieren kann. Es gibt Tauschpartys aber mittlerweile auch schon wirklich häufig in größerem Rahmen und professionell organisiert. Da ich bei Tauschpartys schon viele Varianten erlebt habe, folgt hier kommende Woche ein Artikel mit Tipps und Tricks zur Umsetzung einer eigenen Party!

Uptdate: den Artikel findet ihr hier!

Eine weitere tolle Variante an besondere Kleidung zu kommen ist es etwas auszuleihen. In Österreich gibt es hier zum Beispiel das Start-Up Endlos Fesch. Dort findet man bei regelmäßigen Pop-Ups ganz besondere Stücke. Man zahlt eine Leihgebühr für eine Anzahl an Teilen, kann diese einen Monat tragen und dann wieder zurückbringen.

Toll finde ich es auch meine Kleidung zu Hause in neuen Varianten zu tragen. Mein Lieblingskniff ist hier das Männerhemd als Top oder Rock getragen oder ein T-Shirt mal verkehrtherum. Das kann einen ganzen Look gleich komplett abändern. Hier gilt einfach mal ausprobieren, neu kombinieren und der Phantasie freien Lauf lassen!

Wichtig ist außerdem kaputte Kleidung erstmal versuchen zu reparieren, bevor man sie entsorgt. Alte T-Shirts kann man auch gut als Putzlappen weiterverwenden. Kleidung sparen kann man auch durch gezieltes Umnähen von Kleidungsstücken. Ich frage hier immer noch meine Oma um Rat oder probiere mich bei einfachen Änderungen selbst aus.

Wenn man wirklich mal etwas kaufen möchte sind Second-Hand Läden eine gute Möglichkeit. Hier gibt es auch Online-Varianten!

SECOND-HAND ONLINE

SECOND-HAND IN WIEN

Selbst schon getestet und für cool befunden:

Weitere Läden:

SECOND-HAND ÖSTERREICHWEIT

 

So das war jetzt doch ein etwas langer Artikel und wenn ihr bis jetzt gelesen habt, seid ihr toll! Ich freu mich auf eure Kommentare mit euren Erfahrungen rund um ZeroWaste Fashion. Schreibt hier auch gerne eure Lieblings-Second-Hand-Läden und Modequellen rein!

Alles Liebe,

Eure Marolena :*

 


*Disclaimer: Werbung, weil verlinkte Seiten und Produkte/nicht gesponsert!

Quellen:

Kurier, 2017. https://kurier.at/style/hm-verbrennt-tonnenweise-neue-kleidung/292.998.788

Greenpeace, 2017. https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/s01951_greenpeace_report_konsumkollaps_fast_fashion.pdf

Wir haben noch 12 Jahre

Wir haben noch 12 Jahre

Den folgenden Text habe ich kurz nach Silvester erhalten und wollte ihn gleich noch mit viel mehr Menschen teilen. Weil ich auch anderen engagierten Personen hier eine Plattform für ihre Gedanken geben möchte und weil gerade dieser Text so wichtig ist! Danke an Max, dass du deine Sorgen und Gefühle teilst!


Liebe Mitmenschheit, liebe Generation Earth,

heute seid ihr nicht meine Oma, Freundin oder mein Arbeitskollege – heute will ich, Max Reisinger, euch als Mitmenschen ansprechen: Zu allererst, tiefsten Dank, dass es euch gibt und, dass ihr mich zu dem gemacht habe, was ich heute bin und dass ich das Glück habe da sein zu dürfen, wo ich heute bin.

Ich habe nur einen Wunsch zu Weihnachten, fürs neue Jahr, wahrscheinlich mein einziger Wunsch für immer.  Nehmt euch doch 5 Minuten Zeit, diesen Brief mit offenen Herzen zu lesen und mich zu hören.

Ich habe Angst und Sorgen um unsere Zukunft, ja leider schon in meinem jungen Alter. Ich frage mich ernsthaft, ob ich es noch verantworten kann Kinder zu bekommen und groß zu ziehen, da es mit sehr großer Wahrscheinlichkeit im Laufe meines Lebens noch ziemlich ungemütlich für die gesamte Welt wird. Ich durfte im Laufe der Letzten 3 Jahre erfahren, wie es um den Planeten, und das Leben auf der Welt steht. Wir befinden uns aktuell im 6. Massenaussterbeereignis in der Erdgeschichte, das zum ersten Mal wir Menschen verursacht haben, und verlieren dabei 200 Arten pro Tag. Es war heuer global gemittelt das wärmste Jahr in der Erdgeschichte und es beginnen Prozesse, die selbstverstärkend und nicht mehr umkehrbar sind. Trotzdem haben wir heuer wieder um 2,7% mehr CO2 in die Atmosphäre freigesetzt als im Vorjahr. Menschen beginnen zu fliehen, da erste Inselstaaten versinken und durch Dürren große Landstriche unbewohnbar werden. In Bangladesch habe ich heuer solche Familien kennen gelernt. Die bevorstehende Weltkrise ist in allen Bereichen erkennbar, man muss nur hinschauen wollen. Ich will das, denn ich fühle (mit ihnen) und weiß, dass ich eine Verantwortung habe, durch das riesige Glück, dass ich als Gast zu Besuch auf dieser Erde sein darf, auch mein Bestes zu tun, keinerlei Leid oder Schaden zu verursachen, auf alles Leben das mich umgibt aufzupassen und jeden Tag versuche, etwas Gutes zurück zu geben. Denn ich will eines Tages Kinder haben, die auch diese Schönheit des Lebens entdecken dürfen sollen.

Um die Welt bzw. uns selbst zu retten bzw. noch Einfluss auf künftige Entwicklungen haben zu können, bleiben uns laut Experten noch ca. 12 Jahre. Das ist ein Bruchteil eines Wimpernschlages im Vergleich zu der Evolution des Menschen. Im Moment fahren wir mit Vollgas auf die Wand zu. Es ist nicht mehr 5 vor 12, es ist schon deutlich viel später. Wir könnten die erste Spezies sein, die sich selbst (in enormen Tempo) ausrottet und noch so viel mit uns in den Abgrund reißt.

Ich will da nicht dazu gehören. Ich will meinen Kindern nicht die Frage beantworten müssen: „Warum habt ihr damals nichts getan, obwohl ihr es doch eh wusstet?“ „Wir sind die erste Generation, die die Auswirkungen der Klimakrise spüren wird und gleichzeitig die letzte, die etwas dagegen tun kann,“ sagte Obama einst. Unsere Handlungen der letzten Jahrzehnte sind jetzt erst sichtbar und unsere Handlungen von heute, werden erst in 15-30 Jahren sichtbar sein, obwohl Wissenschaftler*innen schon eindringlichst warnen vor den Folgen der Zeichen, die jetzt schon erkennbar sind.

Doch ich kann meinen Kindern nicht alleine würdige Lebensumstände ermöglichen, dazu brauche ich euch alle. Daher mein Wunsch: Ihr habt jeden Tag aufs Neue die Möglichkeit Entscheidungen zu treffen, die unzählige Auswirkungen und Effekte auf der ganzen Welt, auf ganz viele Mitmenschen und auf zukünftige Generationen haben. Ich bitte euch voller Hoffnung: Geht in euch, und versucht voller Freude und Überzeugung, aus der besagten Verantwortung heraus zu handeln und euch bei jeder Entscheidung in jedem Lebensbereich zu fragen: „Ist das die gesündeste Alternative auch für meine Mitmenschen, oder könnte ich noch etwas besser machen oder auf etwas verzichten?“ Ist die Antwort ja, dann ändere etwas! Ich selbst versuche täglich die beste Version meiner selbst zu sein, die friedvoll, achtsam, wertschätzend, langfristig und ans große Ganze denkend, liebend durch den Tag geht. Es ist nicht immer leicht, doch das ist für mich mein Weg zur Glücklichkeit. „Brauche ich wirklich ein neues Handy, nur weil meins schon 2 Jahre alt ist? Muss ich das Auto nehmen, dessen Abgase der Radfahrer hinter mir noch voll inhaliert bevor sie in der Atmosphäre das Klima erwärmen? Muss ich mich auf eine Art und Weise ernähren, die so viel Leid verursacht, aber selber würde ich es nicht übers Herz bringen, mein Schweinchen zu schlachten oder der Orang-Utan – Familie ihren Regenwald vor ihren Augen abzuholzen für meine Sojaplantage? Muss ich soweit weg wie möglich in den Urlaub fliegen, damit ich meinem gestressten Job, den ich nicht gerne mache, entkomme und mir mit einem Selfie in der unberührten Natur, die ich durch meinen Flug im selben Moment zerstöre, Bestätigung in einer virtuellen Welt holen? Setze ich mich mit Leidenschaft und Energie in Politik, Vereinen oder meinem Umfeld ein dafür, dass sich Dinge verändern, und die Welt ein Stückchen besser wird?“… Das sind große Fragen, deren Antworten nicht immer leicht sind sich einzugestehen… und wir sind alle in unserem Radl gefangen.

Es darf natürlich nicht nur an jeder*m Einzelnen liegen, aber ohne das, ist kein Systemwandel möglich! Individuelle und systemische Entwicklungen müssen Hand in Hand gehen: Nur wenn viele Menschen überzeugt ihr Bestes tun, kann es eine globale Bewegung geben, die mit der aktuellen Situation nicht mehr kann und neue Formen des Lebens als Gast auf Erden aufzeigt. Zukunftsfähig und langfristig, ganzheitlich denkend.

Naiv oder unrealistisch? Nein für mich der einzige Ausweg. „Wir müssen beginnen zu glauben, was wir eh schon wissen und sofort danach handeln und unser Leben neu denken“, sagte eine der inspirierendsten Begleiterinnen auf meinem Weg.

Ich wünsche mir von euch, dass ihr mich hört, meine Sorgen versucht zu verstehen und akzeptiert, dass man mir mit keinem Geschenk eine wahre Freude machen kann, außer damit an einem Strang zu ziehen und sein Bestes zu geben für die Mitmenschen, für andere Lebewesen, für unseren einzigen Planeten. Beobachtet einen Tag, eine Woche, ein Jahr lang eure Entscheidungen, reflektiert sie und versucht diejenige zu treffen, die zu einer schöneren Welt für die Allgemeinheit führt. Es ist die tiefste Form der Freude und Zufriedenheit, nicht nur etwas für sich selbst und kurzfristig zu schaffen, sondern zu geben und langfristig Dinge zu bewegen.

Viele von euch tun bereits ihr Bestes, doch man kann immer noch mehr geben. Wissen ist heute überall vorhanden, Möglichkeiten gibt es mehr als je zuvor und eure Hilfe braucht die Zukunft heute mehr, denn je. Gerne sprecht mit euren Liebsten, Freunden und mir darüber, teilt diesen Brief und helft mir diese Sorgen Schritt für Schritt gemeinsam abzubauen. Die Erde und alles Leben auf ihr und die zukünftigen Generationen brauchen euch jetzt – wir, die Generation Earth, haben noch 12 Jahre.

DANKE!

Max,  01.01.19

 

Ich bin Max, leidenschaftlicher Umwelt- und Klimaschützer, Essensretter, Gemeinschaftsgärtner, Ermutiger, und auch euer Mitmensch. Im Moment könnte ich mir gut vorstellen, einmal in einem Hofkollektiv zu leben, mit lieben Menschen, viel in der Natur sein und von ihr lernen, von eigener Permakultur leben, Dinge selber machen, glücklich sein und auf dem Planeten so wenig negative Spuren wie möglich hinterlassen. Doch davor will ich andere Menschen erreichen und ihnen das Schöne an diesem Traum zeigen, ermöglichen, dass sie selbst auch mutig ihre Träume verfolgen und dabei an das große Ganze denken, denn es ist glaube ich höchste Zeit.

Kontakt:
max.reisinger@students.boku.ac.at

https://www.facebook.com/max.reisinger.7


*Disclaimer: (c) Text und Bilder von Max Reisinger

Weihnachtsideen – ZeroWaste und Nachhaltig

Weihnachtsideen – ZeroWaste und Nachhaltig

Ich bin dieses Jahr bei einem Nachhaltigen Adventkalender dabei und freue mich für das 13. Türchen ein paar Ideen zu ZeroWaste Weihnachten zu teilen! Im vorangegangenen Post findet ihr ganz viele tolle Ideen zu ZeroWaste Geschenkverpackungen bei www.wiressenpflanzen.de. Das folgende Türchen Nummer 14 findet ihr hier: https://www.50percentgreen.de/


Das Weihnachtsfest nachhaltig zu gestalten ist gar nicht so einfach, denn vor allem in dieser Zeit werden wir vom Konsum verführt, sind auf Geschenkejagd und bemühen uns die Wohnung und das Essen besonders festlich zu gestalten. Hier teile ich ein paar Ideen, wie man diese Tradition ein wenig müllfreier und trotzdem besinnlich feiern kann.

Der Weihnachtsbaum und Dekoration

Auch ich erfreue mich an Weihnachtsbäumen, an dem Geruch und dem funkelnden Anblick. Die letzten Jahre habe ich aber anstatt eines Weihnachtsbaumes einfach meine große Zimmerpalme mit den alten Dekorationselementen meiner Mama geschmückt und die Tonkrippe von meiner Oma aufgestellt. Ich zünde Kerzen an, räuchere mit etwas Weihrauch und lasse ätherische Öle verdampfen. Und ich muss sagen, der Stimmungs-Effekt ist für mich genau der gleiche.

Andere Ideen für einen alternativen Weihnachtsbaum wären, einen Baum im Topf zu kaufen und dann tatsächlich einen guten Ort zum Einpflanzen finden. Oder man malt gemeinsam auf einem alten Leintuch einen großen Weihnachtsbaum mit Wasserfarben auf und hängt das Leintuch an eine Wand. Das stelle ich mir besonders lustig mit Kindern als gemeinsame Aktion vor! 😉

Als Dekoration verwende ich mittlerweile getrocknete Früchte, Tannenzapfen, Äpfel und Mandarinen und einzelne Zweige, die man später ganz leicht kompostieren kann. Schön finde ich auch Scherenschnitte in Schneeflockenform an den Fenstern. Diese kann man super leicht aus Zeitungspapier oder schon einmal verwendeten Papier machen. Der Adventkranz besteht bei mir aus einer alten Tonform mit Kerzenhaltern, ein paar Zweigen, Früchten und Naturelementen.

Die Kekse

Was wäre ein Weihnachtsfest ohne Weihnachtskekse? Genau! Viele Zutaten gibt es aber oft nur in ganz kleinen Packungen. Für ein paar davon gibt es aber auch ganz tolle unverpackte Alternativen:

  • Natron/Backpulver bekommt man mit einem eigenen Gefäß und einem freundlichen Lächeln in der Apotheke.
  • Rum kann man auch gut aus einer größeren Flasche abfüllen und für Gebäck verwenden.
  • Vanillezucker gibt es eher schwierig unverpackt, aber manche Unverpackt-Läden haben welchen im Sortiment. Alternativ könnte man auch Vanilleschoten erwerben und mit herkömmlichen Zucker mischen.
  • Mehl, Grieß, Stärke oder Ähnliches bekomme ich ebenfalls im Unverpackt Laden. Hier finde ich es aber auch vollkommen in Ordnung die Bio-Variante im Supermarkt zu kaufen, die häufig nur in Papier verpackt sind.
  • Zitronenaroma oder Orangenaroma: einfach ein bisschen Schale von unbehandelten Bio-Früchten abreiben und in den Teig mischen.
  • Kakao bekommt man auch häufig um Unverpackt-Laden oder nur in Papier verpackt in Bio-Qualität und fair gehandelt.

Habt ihr noch andere Zutaten, die ihr ZeroWaste ersetzen wollt?

Das Essen

Hier kommt es stark darauf an, ob ihr selbst kocht oder eingeladen seid. Ich selbst bin jedes Jahr bei meinen Verwandten eingeladen und deswegen habe ich hier extrem wenig Einfluss auf das Geschehen. In diesem Fall werde ich aber dieses Jahr ein oder zwei Gefäße mitnehmen, da bei uns immer Essen übrigbleibt, das ich dann plastik- und verpackungsfrei nach Hause bringen möchte.

Wenn ihr selbst kocht, überlegt ob ihr vielleicht einen Gang Müll-frei kochen könnt. Es gibt schließlich auch viele Lebensmittel im Supermarkt oder am Wochenmarkt unverpackt. Am meisten Einfluss auf die Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltbilanz habt ihr allerdings nicht bei der Verpackung, sondern bei der Wahl der Zutaten. Eine vegane Ernährung wirkt sich nämlich hier am meisten aus. Eine Erläuterung dessen würde aber den Rahmen des Artikels sprengen.

Die Geschenke

Ich schenke mittlerweile am liebsten Selbstgemachtes: ZeroWaste Badezimmer Produkte (eine Auswahl findet ihr im Beitrag „ZeroWaste Badezimmer“) hier zum Beispiel eine Body Butter nach Rezept von Trash is for Tossers, Kerzen aus Bienenwachs (Material dafür gibts zum Beispiel bei Wald&Wiese), Musikinstrumente (siehe weiter unten), Energiebällchen oder ein Erlebnisglas.

 

 

 

 

 

 

Die letzte Idee des Erlebnis- oder Dankbarkeitsglases habe ich von einer lieben Freundin, von der ich vor zwei Jahren so ein Glas bekommen habe. Man schreibt hier jeden Tag einen Moment auf, der einen zum Lachen, Weinen, Innehalten, Staunen… gebracht hat und gibt den Zettel dann in das Glas. Die Zettel sammeln sich dann im Glas. Die Sammlung an kleinen Momenten kann ich dann im nächsten Jahr wieder durchlesen und mich erinnern, wie ereignisreich das letzte Jahr war!

Zum Selber machen braucht ihr:

  • Ein Einmachglas
  • Einen schönen Stoff/Papier für den Deckel
  • Etwas Faden
  • Papier in kleine Zettel geschnitten

Für selbstgemachte Rasseln braucht ihr:

  • Unterschiedliche Gefäße (Filmdosen, Dosen, Gläser, Streichholzschachteln, etc.)
  • Farbe zum bemalen
  • Reis, Körner, Getreide zum Füllen

Die Gefäße mit den Materialien füllen, gut verschließen und anschließend bunt bemalen. Und schon sind die Rasseln fertig!

Oder schenkt etwas Gebrauchtes, ein Produkt, dass nachhaltig und fair produziert wurde, schenkt Zeit, eine CO2-Kompensation für eine Reise, die ein Freund/eine Freundin unbedingt machen möchte, gebt bedürftigen Menschen etwas im Namen eurer Liebsten, schenkt euch und anderen Mitgefühl, Selbstliebe und Wertschätzung, schenkt besondere Worte, ein Lied, einen Tanz, ein Bild, schenkt Zukunft indem ihr gemeinsam beschließt, etwas gegen den Klimawandel zu tun, bewusster zu konsumieren, auf unsere Umwelt zu achten, auf unsere Böden, unsere Lebensmittel, auf unsere Mitmenschen.

Die Anreise

Viele fahren zu Weihnachten nach Hause. So auch ich! Ich nehme mir dafür die Zeit und setzte mich in den Zug und vermeide so eine Menge an CO2. Transport und Mobilität machen so wie die Ernährung viel in der Klimabilanz aus und deswegen möchte ich auch hier bewusst reisen. Unterwegs, in der Langsamkeit, habe ich dann auch Zeit den Ortswechsel besser zu verarbeiten und kann mich dann zu Hause besser auf meine Lieben einstellen.
Andere Varianten des Reisens: zu Fuß, mit öffentlichen Verkehrsmitteln, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto mehrfach besetzt und in Roadtrip-Stimmung;)

Allgemein werde ich versuchen dieses Weihnachten auch mehr über die Themen Nachhaltigkeit und ZeroWaste zu erzählen, um vielleicht auch bei meiner Verwandtschaft kleine Änderungen anzuregen. Generell gilt für mich hier aber: Jede*r hat sein/ihr eigenes Tempo und ich kann niemanden zu Veränderungen zwingen, sondern nur selbst das Vorleben, was mir wichtig ist.

 

Ich wünsche Euch ein fröhliches und entspanntes Weihnachtsfest!

Eure Marolena :*

 


Header: © Foto von Annie Spratt über Unsplash

P.S.: Das war jetzt der zweite Anlauf für diesen Beitrag und ich möchte mit Euch doch die ersten Zeilen des ersten Entwurfes als ein paar Gedanken teilen:

Ich habe jetzt lange überlegt welche müllfreien Weihnachtsgeschenkideen und Tipps ich euch mitgeben möchte und merke mehr und mehr, dass ich am liebsten sagen möchte: Kauft dieses Jahr gar nichts, besinnt euch auf das was ihr seid und auf eure Beziehungen, Freunde und Familienmitglieder. Kocht gemeinsam ein gutes Essen, zündet Kerzen an und entspannt euch. Unser Konsum macht uns nicht glücklich!

— Dieser Ansatz ist aber vielleicht doch etwas zu radikal für den Anfang und auch ich schaffe das noch nicht ganz. Deswegen bekommt ihr den Artikel in vorhandener Form!