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Weihnachtsideen – ZeroWaste und Nachhaltig

Weihnachtsideen – ZeroWaste und Nachhaltig

Ich bin dieses Jahr bei einem Nachhaltigen Adventkalender dabei und freue mich für das 13. Türchen ein paar Ideen zu ZeroWaste Weihnachten zu teilen! Im vorangegangenen Post findet ihr ganz viele tolle Ideen zu ZeroWaste Geschenkverpackungen bei www.wiressenpflanzen.de. Das folgende Türchen Nummer 14 findet ihr hier: https://www.50percentgreen.de/


Das Weihnachtsfest nachhaltig zu gestalten ist gar nicht so einfach, denn vor allem in dieser Zeit werden wir vom Konsum verführt, sind auf Geschenkejagd und bemühen uns die Wohnung und das Essen besonders festlich zu gestalten. Hier teile ich ein paar Ideen, wie man diese Tradition ein wenig müllfreier und trotzdem besinnlich feiern kann.

Der Weihnachtsbaum und Dekoration

Auch ich erfreue mich an Weihnachtsbäumen, an dem Geruch und dem funkelnden Anblick. Die letzten Jahre habe ich aber anstatt eines Weihnachtsbaumes einfach meine große Zimmerpalme mit den alten Dekorationselementen meiner Mama geschmückt und die Tonkrippe von meiner Oma aufgestellt. Ich zünde Kerzen an, räuchere mit etwas Weihrauch und lasse ätherische Öle verdampfen. Und ich muss sagen, der Stimmungs-Effekt ist für mich genau der gleiche.

Andere Ideen für einen alternativen Weihnachtsbaum wären, einen Baum im Topf zu kaufen und dann tatsächlich einen guten Ort zum Einpflanzen finden. Oder man malt gemeinsam auf einem alten Leintuch einen großen Weihnachtsbaum mit Wasserfarben auf und hängt das Leintuch an eine Wand. Das stelle ich mir besonders lustig mit Kindern als gemeinsame Aktion vor! 😉

Als Dekoration verwende ich mittlerweile getrocknete Früchte, Tannenzapfen, Äpfel und Mandarinen und einzelne Zweige, die man später ganz leicht kompostieren kann. Schön finde ich auch Scherenschnitte in Schneeflockenform an den Fenstern. Diese kann man super leicht aus Zeitungspapier oder schon einmal verwendeten Papier machen. Der Adventkranz besteht bei mir aus einer alten Tonform mit Kerzenhaltern, ein paar Zweigen, Früchten und Naturelementen.

Die Kekse

Was wäre ein Weihnachtsfest ohne Weihnachtskekse? Genau! Viele Zutaten gibt es aber oft nur in ganz kleinen Packungen. Für ein paar davon gibt es aber auch ganz tolle unverpackte Alternativen:

  • Natron/Backpulver bekommt man mit einem eigenen Gefäß und einem freundlichen Lächeln in der Apotheke.
  • Rum kann man auch gut aus einer größeren Flasche abfüllen und für Gebäck verwenden.
  • Vanillezucker gibt es eher schwierig unverpackt, aber manche Unverpackt-Läden haben welchen im Sortiment. Alternativ könnte man auch Vanilleschoten erwerben und mit herkömmlichen Zucker mischen.
  • Mehl, Grieß, Stärke oder Ähnliches bekomme ich ebenfalls im Unverpackt Laden. Hier finde ich es aber auch vollkommen in Ordnung die Bio-Variante im Supermarkt zu kaufen, die häufig nur in Papier verpackt sind.
  • Zitronenaroma oder Orangenaroma: einfach ein bisschen Schale von unbehandelten Bio-Früchten abreiben und in den Teig mischen.
  • Kakao bekommt man auch häufig um Unverpackt-Laden oder nur in Papier verpackt in Bio-Qualität und fair gehandelt.

Habt ihr noch andere Zutaten, die ihr ZeroWaste ersetzen wollt?

Das Essen

Hier kommt es stark darauf an, ob ihr selbst kocht oder eingeladen seid. Ich selbst bin jedes Jahr bei meinen Verwandten eingeladen und deswegen habe ich hier extrem wenig Einfluss auf das Geschehen. In diesem Fall werde ich aber dieses Jahr ein oder zwei Gefäße mitnehmen, da bei uns immer Essen übrigbleibt, das ich dann plastik- und verpackungsfrei nach Hause bringen möchte.

Wenn ihr selbst kocht, überlegt ob ihr vielleicht einen Gang Müll-frei kochen könnt. Es gibt schließlich auch viele Lebensmittel im Supermarkt oder am Wochenmarkt unverpackt. Am meisten Einfluss auf die Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltbilanz habt ihr allerdings nicht bei der Verpackung, sondern bei der Wahl der Zutaten. Eine vegane Ernährung wirkt sich nämlich hier am meisten aus. Eine Erläuterung dessen würde aber den Rahmen des Artikels sprengen.

Die Geschenke

Ich schenke mittlerweile am liebsten Selbstgemachtes: ZeroWaste Badezimmer Produkte (eine Auswahl findet ihr im Beitrag „ZeroWaste Badezimmer“) hier zum Beispiel eine Body Butter nach Rezept von Trash is for Tossers, Kerzen aus Bienenwachs (Material dafür gibts zum Beispiel bei Wald&Wiese), Musikinstrumente (siehe weiter unten), Energiebällchen oder ein Erlebnisglas.

Die letzte Idee des Erlebnis- oder Dankbarkeitsglases habe ich von einer lieben Freundin, von der ich vor zwei Jahren so ein Glas bekommen habe. Man schreibt hier jeden Tag einen Moment auf, der einen zum Lachen, Weinen, Innehalten, Staunen… gebracht hat und gibt den Zettel dann in das Glas. Die Zettel sammeln sich dann im Glas. Die Sammlung an kleinen Momenten kann ich dann im nächsten Jahr wieder durchlesen und mich erinnern, wie ereignisreich das letzte Jahr war!

Zum Selber machen braucht ihr:

  • Ein Einmachglas
  • Einen schönen Stoff/Papier für den Deckel
  • Etwas Faden
  • Papier in kleine Zettel geschnitten

Für selbstgemachte Rasseln braucht ihr:

  • Unterschiedliche Gefäße (Filmdosen, Dosen, Gläser, Streichholzschachteln, etc.)
  • Farbe zum bemalen
  • Reis, Körner, Getreide zum Füllen

Die Gefäße mit den Materialien füllen, gut verschließen und anschließend bunt bemalen. Und schon sind die Rasseln fertig!

Oder schenkt etwas Gebrauchtes, ein Produkt, dass nachhaltig und fair produziert wurde, schenkt Zeit, eine CO2-Kompensation für eine Reise, die ein Freund/eine Freundin unbedingt machen möchte, gebt bedürftigen Menschen etwas im Namen eurer Liebsten, schenkt euch und anderen Mitgefühl, Selbstliebe und Wertschätzung, schenkt besondere Worte, ein Lied, einen Tanz, ein Bild, schenkt Zukunft indem ihr gemeinsam beschließt, etwas gegen den Klimawandel zu tun, bewusster zu konsumieren, auf unsere Umwelt zu achten, auf unsere Böden, unsere Lebensmittel, auf unsere Mitmenschen.

Die Anreise

Viele fahren zu Weihnachten nach Hause. So auch ich! Ich nehme mir dafür die Zeit und setzte mich in den Zug und vermeide so eine Menge an CO2. Transport und Mobilität machen so wie die Ernährung viel in der Klimabilanz aus und deswegen möchte ich auch hier bewusst reisen. Unterwegs, in der Langsamkeit, habe ich dann auch Zeit den Ortswechsel besser zu verarbeiten und kann mich dann zu Hause besser auf meine Lieben einstellen.
Andere Varianten des Reisens: zu Fuß, mit öffentlichen Verkehrsmitteln, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto mehrfach besetzt und in Roadtrip-Stimmung;)

Allgemein werde ich versuchen dieses Weihnachten auch mehr über die Themen Nachhaltigkeit und ZeroWaste zu erzählen, um vielleicht auch bei meiner Verwandtschaft kleine Änderungen anzuregen. Generell gilt für mich hier aber: Jede*r hat sein/ihr eigenes Tempo und ich kann niemanden zu Veränderungen zwingen, sondern nur selbst das Vorleben, was mir wichtig ist.

Ich wünsche Euch ein fröhliches und entspanntes Weihnachtsfest!

Eure Marolena :*


Header: © Foto von Annie Spratt über Unsplash

P.S.: Das war jetzt der zweite Anlauf für diesen Beitrag und ich möchte mit Euch doch die ersten Zeilen des ersten Entwurfes als ein paar Gedanken teilen:

Ich habe jetzt lange überlegt welche müllfreien Weihnachtsgeschenkideen und Tipps ich euch mitgeben möchte und merke mehr und mehr, dass ich am liebsten sagen möchte: Kauft dieses Jahr gar nichts, besinnt euch auf das was ihr seid und auf eure Beziehungen, Freunde und Familienmitglieder. Kocht gemeinsam ein gutes Essen, zündet Kerzen an und entspannt euch. Unser Konsum macht uns nicht glücklich!

— Dieser Ansatz ist aber vielleicht doch etwas zu radikal für den Anfang und auch ich schaffe das noch nicht ganz. Deswegen bekommt ihr den Artikel in vorhandener Form!

Stiller Freitag

Stiller Freitag

Morgen ist „Black Friday“. Eine Konsumtradition importiert aus den USA, die immer populärer in Europa wird. Die Weihnachtsgeschenke-kaufen-Zeit wird eingeläutet und Geschäfte verzeichnen massive Umsätze. Sale-Schilder winken von jeder Ecke und in den Geschäften tummeln sich zahlreiche Schnäppchen-Jäger*Innen. Alles wirkt neu, glänzend und verspricht einen Funken Besonderheit im Alltag. Ablenkung pur! Aber all das hält meistens nur eine kurze Zeit. Dann landen viele der gekauften Gegenstände, Kleidungsstücke und Geräte im Müll, von den Verpackungen gar nicht zu sprechen. Ja, die Sachen wirken aufs erste erschwinglich und reizvoll, aber brauchen wir das Alles wirklich?

Gerade vor Weihnachten, einer Zeit die eigentlich besinnlich sein könnte, unabhängig von der religiösen Einstellung, finden wir uns in zahlreichen Geschäften wieder und kaufen ein oder leisten uns auf Weihnachtsmärkten unnötigen Krims-Krams. Warum?

Besonders absurd wird das Bild, wenn man sich die Auswirkungen von herkömmlich, also nicht fair und nachhaltig, produzierten Stücken anschaut. Die Teile mussten produziert werden, meistens in Billiglohnländern, wo Menschen in zum Teil gefährlichen Umgebungen arbeiten, Ressourcen für Produktion und Transport verbraucht werden und schlussendlich häufig nur eine kurze Zeit genutzt werden. Unser übermäßiger Konsum trägt zudem stark zum Klimawandel bei. Ein besonderes Bild dazu habe ich letztens im Internet gefunden:

Foto: © Zlazloj Zizek

Oft haben wir außerdem schon Vieles, was wir brauchen, zu Hause. Solltet ihr aber doch etwas brauchen oder vielleicht sogar schon länger im Kopf haben, überlegt nochmal ob ihr das Produkt wirklich haben wollt und ob ihr es vielleicht auch nachhaltig, ökologisch und fair produziert finden könnt! Und alle anderen, lade ich ein, diesen Freitag inne zu halten, nichts zu kaufen und stattdessen Freunde zu sehen, mit der Familie etwas zu unternehmen oder es sich mit den Liebsten gemütlich zu machen. Erlebnisse sind schließlich das, an was wir uns später wirklich erinnern werden. Nutzen wir doch die stille Zeit, sparen uns eine Menge Geld und genießen den Winter bei einer Wanderung, mit einem guten Essen, bei einem Spieleabend, bei Kerzenschein, im Theater oder alleine mit einem guten Buch. Machen wir uns bewusst was wir schon haben. Schauen wir uns um und sind dankbar für die Menschen in unserem Leben, das Dach über dem Kopf und das Essen auf unserem Teller!

Einen schönen Gedanken finde ich auch, den Überfluss gerade jetzt auch mit anderen zu teilen, denen es schlechter als uns selbst geht!

Winter ist für mich eine schöne Zeit um langsamer zu werden, zu reflektieren und vieles abzuschließen. Ich liebe die Vorweihnachtszeit vor allem wegen der guten Gerüche in der Luft, der Weihnachtsmusik*, Kerzenschein, Schneefall und der Zeit, die man mit Freunden und Familie feiert! Ich werden diesen Freitag jedenfalls in diesem Sinne verbringen J

Und ihr? Seid ihr dabei bei einem stillen Freitag?

Alles Liebe,

Eure Marolena 😉

*ich höre am liebsten „Still“ – Klaus Trabitsch und Otto Lechner und Michael Bublés Weihnachtsplatte


Titelbild: © Claudio Schwarz on Unsplash

Warum es wichtig ist zu Feiern!

Warum es wichtig ist zu Feiern!

Dieser Blog war schon länger als Traum und Idee in meinem Kopf. Und auch einige andere Projekte von mir sind Herzenskinder der letzten Zeit. Doch irgendwie konnte ich mich dann gar nicht richtig freuen, als sie auf der Welt waren. Sofort ging es ins Tun, Planen und wieder Tun. Und dann ist mir klar geworden, welchen Schritt ich ausgelassen hatte: das FEIERN 🙂

Im Juni dieses Jahres habe ich mir einen weiteren Traum erfüllt und war bei einem Workshop zu „Dragon Dreaming“. Das ist eine Projektmanagement-Methode und eine Haltung zur Umsetzung von nachhaltigen und wertvollen Projekten. Im Dragon Dreaming verfolgt man vier große Punkte in einem Projekt: Träumen, Planen, Tun und Feiern. Alle vier Bereiche sind essentiell für die nachhaltige, langfristige und angenehme Umsetzung eines Projektes.

In der Erinnerung an den Workshop wurde mir klar: ich habe die letzten Projekte geträumt, geplant und umgesetzt. Ich habe mir dann aber keine Zeit genommen, diese Projekte auch zu feiern, zu tanzen, wertzuschätzen, anzunehmen, inne zu halten, zu reflektieren und zur Ruhe zu kommen. Alle diese Tätigkeiten gehören zum Feiern dazu. Deswegen habe ich mich am vergangenen Samstag hingesetzt, ein besonderes Getränk gemixt (Rosenlimonade mit Himbeeren und Basilikum 😉 ), eine Kerze angezündet und ganz bewusst in die neuen Projekte hineingespürt und darauf angestoßen.

Ich denke, dass es besonders, wenn man selbstständig und alleine oder in kleinen Teams Projekte umsetzt, wichtig ist, sich genau diese Zeit zu gönnen. Hieraus kann man wieder neue Inspiration, Ruhe und Energie für den weiteren Verlauf schöpfen. Man schenkt sich selbst Wertschätzung.

In der heutigen Zeit wird oft auf das Feiern vergessen und wir befinden uns meistens nur im Planen und Tun. Das führt aber langfristig dazu, dass man immer schneller in seiner Arbeit wird und vielleicht das große Ganze, seine eigenen Träume und auch auf sich selbst vergisst. Die Phasen des Träumens und Feierns sind deshalb wichtige Ergänzungen und ich kann Jede*n ermutigen, sich selbst Zeit dafür zu nehmen. Schon ein kleiner Akt des Feierns kann hier einen Unterschied machen!

Alles Liebe,

Eure Marolena


Wer mehr über Dragon Dreaming wissen möchte, kann hier frei zugänglich einige Materialien finden!

*Diclaimer: Unbeauftragte und unbezahlte Werbung/Verlinkungen