Schlagwort: Achtsamkeit

Mit voller Vorstellungskraft voraus in eine nachhaltigere Welt

Mit voller Vorstellungskraft voraus in eine nachhaltigere Welt

Vor zwei Wochen war ich bei einem faszinierenden Vortrag mit anschließendem Workshop von Rob Hopkins. Das Thema war der Wandel zu einer nachhaltigeren Welt und wie wir den Weg dorthin beschreiten können.

Rob Hopkins ist Gründer des Transition Netzwerks. 2005 startete er mit einigen seiner Studierenden die Bewegung, die zuerst als die Transition Town Bewegung bekannt wurde. Transition Towns sind Städte, die sich partizipativ, zusammen mit der Gemeinschaft und der politischen Gemeinde zusammenschließen und Projekte unterschiedlichster Art umsetzen. Ziel ist es frei von fossilen Energieträgern zu leben, wieder lokaler zu produzieren und zu konsumieren und die regionale Wirtschaft und die Menschen vor Ort zu stärken. Das Miteinander steht im Mittelpunkt. Sich in der Nachbarschaft kennen lernen, das Gefühl haben wirklich eine Veränderung zu bewirken, neue Fertigkeiten lernen und die großen Herausforderungen (Klimawandel, soziale Ungleichheit, ökonomische Probleme etc.) anpacken, sind nur ein paar der Gründe, warum sich Transition Towns gründen. Mittlerweile gibt es weltweit in über 50 Ländern Transition Initiativen.

In seinem Vortrag am Sonntag den 31.3.2019 gehostet von Global2000 und organisiert vom RCE Vienna der WU Wien beschreibt Hopkins aber noch viel mehr als die Transition Town Bewegung. Er stellt insgesamt 9 Fragen, mit denen er die Vorstellungskraft von uns Menschen beflügeln und ein Bild von einer positiven Zukunft malen will. Da ich selbst in den letzten Jahren immer pessimistischer, aufgrund aktueller Ereignisse, politischer Rahmenbedingungen und Meldungen aus meinem Umfeld, geworden bin, berühren mich Rob Hopkins Worte ganz besonders. Immer wieder bekomme ich Tränen in den Augen, weil das Bild, das er zeichnet, so beeindruckend und erstrebenswert wirkt. Er spricht aus einer ganz anderen Perspektive, als das sonst sehr häufig in der Umweltdebatte der Fall ist. Bedrohliche Szenarien, Artensterben und Menschenleid weichen der Vorstellung von gemeinschaftlichen Räumen, mehr Natur, mehr Freiheit, mehr Lebensqualität und musikalischen, achtsamen und kreativen Menschen, die mit ihrer Umwelt in Einklang leben. Die Herangehensweise fasziniert mich! Nicht mehr zu fragen „was ist?“, sondern „was wäre wenn…?“ Die wichtigste Frage für mich aus dem Vortrag ist: „Was wäre, wenn sich alles zum Guten entwickelt?“ Der Ansatz andere Geschichten und Bilder zu erzählen, wenn wir über die Klimakrise und Umweltthemen sprechen, verändert auch die Wahrnehmung von uns Menschen und löst anstatt Stress das Gefühl aus, sich doch wieder etwas Angenehmes und Positives vorstellen zu können. Ich versuche mir mittlerweile mehr und mehr dieser Geschichten in mein Leben zu holen und würde mich auch freuen, wenn wir uns mehr zu positiven Beispielen zum Umgang mit dem Klimawandel, sozialer Ungleichheit oder ökonomischen Schwierigkeiten austauschen!

Rob Hopkins identifiziert für den Wandel einige wichtige Elemente wie einen spielerischen Zugang und generell mehr Spiel in unserem Leben, die Idee Vorstellungskraft als essentiell für unsere Handlungen zu sehen, diese auch in Schulen zu lehren und Politiker*innen zu haben, die die Kultivierung von Imagination priorisieren, mehr Zeit in der Natur zu verbringen und bessere Fragen zu stellen. Die Leichtigkeit, Kreativität und Flexbibilität in diesem Ansatz ist im Vortrag spürbar.

In dem anschließenden Workshop zeigt uns Rob Hopkins die Möglichkeiten der Vorstellungskraft gekonnt auf. Wir sollen alle die Augen schließen und uns eine Tür vorstellen. Diese Tür beginnt zu leuchten und wir machen einen Schritt nach vorne und treten durch die Tür in die Zukunft. Wie fühlt es sich dort an? Was sehen wir? Wie riecht es dort? Wer ist dort? Was können wir hören? Über unsere Sinne beschreiben unterschiedliche Teilnehmer*innen Eindrücke, die sie durch die Imagination sammeln konnten. Die Augen bleiben geschlossen und die Worte ergänzen das eigene Bild. Es riecht nach frisch geschnittenem Gras, die Vögel zwitschern, jemand kocht auf der Straße Chili für alle in der Nachbarschaft, Fahrräder bevölkern die Straßen, Kinder spielen zwischen Bäumen in der Stadt, die Luft ist angenehm zum Atmen, jemand macht Musik, die Energie kommt von der Sonne und anderen erneuerbaren Energieträgern, Lebensmittel werden in der Stadt angebaut und es gibt keine Autos rundherum, Tiere leben in der Stadt, es fühlt sich angenehm, warm und frei an…

Nachdem wir noch mit geschlossenen Augen Eindrücke geteilt haben, treten wir wieder einen Schritt zurück in die Gegenwart und öffnen diese langsam wieder. Die Gefühle zum Abschluss der Übung sind für mich gemischt. Es bleibt die bunte, lebendige und spielerisch, achtsame Vision aber auch eine Traurigkeit und Sorge, dass ich so eine Welt vielleicht nie erleben werde…

© Pine Watt via Unsplash

Übung: Ich möchte Euch an dieser Stelle einladen, ebenfalls diese stärkende Vorstellungsreise in die Zukunft zu machen. Vielleicht könnt ihr das ja auch mit Freund*innen gemeinsam machen und euch dann dazu austauschen.

Was bei mir in Erinnerung bleibt, ist das Wissen, dass in dem Workshop viele Visionen aufkamen, die manche Orte und Städte bereits umsetzten. Denn es sind keine futuristischen Vorstellungen wie aus Science Fiction Filmen, sondern alltägliche Handlungen und Änderungen, die zum Teil mit wenig Aufwand bereits existieren oder politischen und gesellschaftlichen Willen zur Umsetzung benötigen. Die Lösungen sind also schon da, jetzt ist es Zeit sie zu leben! Das erinnert mich auch an einen besonderen Film über eine nachhaltige Welt „Tomorrow – die Welt ist voller Lösungen“, der vielleicht auch ein paar von Euch inspirieren kann, und daran, dass es weltweit Menschen gibt, die in ihrem Bereich versuchen einen Unterschied zu machen.

Alles Liebe,

Eure Marolena <3


*Disclaimer: unbezahlte Werbung / verlinkte Seiten

Wir haben noch 12 Jahre

Wir haben noch 12 Jahre

Den folgenden Text habe ich kurz nach Silvester erhalten und wollte ihn gleich noch mit viel mehr Menschen teilen. Weil ich auch anderen engagierten Personen hier eine Plattform für ihre Gedanken geben möchte und weil gerade dieser Text so wichtig ist! Danke an Max, dass du deine Sorgen und Gefühle teilst!


Liebe Mitmenschheit, liebe Generation Earth,

heute seid ihr nicht meine Oma, Freundin oder mein Arbeitskollege – heute will ich, Max Reisinger, euch als Mitmenschen ansprechen: Zu allererst, tiefsten Dank, dass es euch gibt und, dass ihr mich zu dem gemacht habe, was ich heute bin und dass ich das Glück habe da sein zu dürfen, wo ich heute bin.

Ich habe nur einen Wunsch zu Weihnachten, fürs neue Jahr, wahrscheinlich mein einziger Wunsch für immer.  Nehmt euch doch 5 Minuten Zeit, diesen Brief mit offenen Herzen zu lesen und mich zu hören.

Ich habe Angst und Sorgen um unsere Zukunft, ja leider schon in meinem jungen Alter. Ich frage mich ernsthaft, ob ich es noch verantworten kann Kinder zu bekommen und groß zu ziehen, da es mit sehr großer Wahrscheinlichkeit im Laufe meines Lebens noch ziemlich ungemütlich für die gesamte Welt wird. Ich durfte im Laufe der Letzten 3 Jahre erfahren, wie es um den Planeten, und das Leben auf der Welt steht. Wir befinden uns aktuell im 6. Massenaussterbeereignis in der Erdgeschichte, das zum ersten Mal wir Menschen verursacht haben, und verlieren dabei 200 Arten pro Tag. Es war heuer global gemittelt das wärmste Jahr in der Erdgeschichte und es beginnen Prozesse, die selbstverstärkend und nicht mehr umkehrbar sind. Trotzdem haben wir heuer wieder um 2,7% mehr CO2 in die Atmosphäre freigesetzt als im Vorjahr. Menschen beginnen zu fliehen, da erste Inselstaaten versinken und durch Dürren große Landstriche unbewohnbar werden. In Bangladesch habe ich heuer solche Familien kennen gelernt. Die bevorstehende Weltkrise ist in allen Bereichen erkennbar, man muss nur hinschauen wollen. Ich will das, denn ich fühle (mit ihnen) und weiß, dass ich eine Verantwortung habe, durch das riesige Glück, dass ich als Gast zu Besuch auf dieser Erde sein darf, auch mein Bestes zu tun, keinerlei Leid oder Schaden zu verursachen, auf alles Leben das mich umgibt aufzupassen und jeden Tag versuche, etwas Gutes zurück zu geben. Denn ich will eines Tages Kinder haben, die auch diese Schönheit des Lebens entdecken dürfen sollen.

Um die Welt bzw. uns selbst zu retten bzw. noch Einfluss auf künftige Entwicklungen haben zu können, bleiben uns laut Experten noch ca. 12 Jahre. Das ist ein Bruchteil eines Wimpernschlages im Vergleich zu der Evolution des Menschen. Im Moment fahren wir mit Vollgas auf die Wand zu. Es ist nicht mehr 5 vor 12, es ist schon deutlich viel später. Wir könnten die erste Spezies sein, die sich selbst (in enormen Tempo) ausrottet und noch so viel mit uns in den Abgrund reißt.

Ich will da nicht dazu gehören. Ich will meinen Kindern nicht die Frage beantworten müssen: „Warum habt ihr damals nichts getan, obwohl ihr es doch eh wusstet?“ „Wir sind die erste Generation, die die Auswirkungen der Klimakrise spüren wird und gleichzeitig die letzte, die etwas dagegen tun kann,“ sagte Obama einst. Unsere Handlungen der letzten Jahrzehnte sind jetzt erst sichtbar und unsere Handlungen von heute, werden erst in 15-30 Jahren sichtbar sein, obwohl Wissenschaftler*innen schon eindringlichst warnen vor den Folgen der Zeichen, die jetzt schon erkennbar sind.

Doch ich kann meinen Kindern nicht alleine würdige Lebensumstände ermöglichen, dazu brauche ich euch alle. Daher mein Wunsch: Ihr habt jeden Tag aufs Neue die Möglichkeit Entscheidungen zu treffen, die unzählige Auswirkungen und Effekte auf der ganzen Welt, auf ganz viele Mitmenschen und auf zukünftige Generationen haben. Ich bitte euch voller Hoffnung: Geht in euch, und versucht voller Freude und Überzeugung, aus der besagten Verantwortung heraus zu handeln und euch bei jeder Entscheidung in jedem Lebensbereich zu fragen: „Ist das die gesündeste Alternative auch für meine Mitmenschen, oder könnte ich noch etwas besser machen oder auf etwas verzichten?“ Ist die Antwort ja, dann ändere etwas! Ich selbst versuche täglich die beste Version meiner selbst zu sein, die friedvoll, achtsam, wertschätzend, langfristig und ans große Ganze denkend, liebend durch den Tag geht. Es ist nicht immer leicht, doch das ist für mich mein Weg zur Glücklichkeit. „Brauche ich wirklich ein neues Handy, nur weil meins schon 2 Jahre alt ist? Muss ich das Auto nehmen, dessen Abgase der Radfahrer hinter mir noch voll inhaliert bevor sie in der Atmosphäre das Klima erwärmen? Muss ich mich auf eine Art und Weise ernähren, die so viel Leid verursacht, aber selber würde ich es nicht übers Herz bringen, mein Schweinchen zu schlachten oder der Orang-Utan – Familie ihren Regenwald vor ihren Augen abzuholzen für meine Sojaplantage? Muss ich soweit weg wie möglich in den Urlaub fliegen, damit ich meinem gestressten Job, den ich nicht gerne mache, entkomme und mir mit einem Selfie in der unberührten Natur, die ich durch meinen Flug im selben Moment zerstöre, Bestätigung in einer virtuellen Welt holen? Setze ich mich mit Leidenschaft und Energie in Politik, Vereinen oder meinem Umfeld ein dafür, dass sich Dinge verändern, und die Welt ein Stückchen besser wird?“… Das sind große Fragen, deren Antworten nicht immer leicht sind sich einzugestehen… und wir sind alle in unserem Radl gefangen.

Es darf natürlich nicht nur an jeder*m Einzelnen liegen, aber ohne das, ist kein Systemwandel möglich! Individuelle und systemische Entwicklungen müssen Hand in Hand gehen: Nur wenn viele Menschen überzeugt ihr Bestes tun, kann es eine globale Bewegung geben, die mit der aktuellen Situation nicht mehr kann und neue Formen des Lebens als Gast auf Erden aufzeigt. Zukunftsfähig und langfristig, ganzheitlich denkend.

Naiv oder unrealistisch? Nein für mich der einzige Ausweg. „Wir müssen beginnen zu glauben, was wir eh schon wissen und sofort danach handeln und unser Leben neu denken“, sagte eine der inspirierendsten Begleiterinnen auf meinem Weg.

Ich wünsche mir von euch, dass ihr mich hört, meine Sorgen versucht zu verstehen und akzeptiert, dass man mir mit keinem Geschenk eine wahre Freude machen kann, außer damit an einem Strang zu ziehen und sein Bestes zu geben für die Mitmenschen, für andere Lebewesen, für unseren einzigen Planeten. Beobachtet einen Tag, eine Woche, ein Jahr lang eure Entscheidungen, reflektiert sie und versucht diejenige zu treffen, die zu einer schöneren Welt für die Allgemeinheit führt. Es ist die tiefste Form der Freude und Zufriedenheit, nicht nur etwas für sich selbst und kurzfristig zu schaffen, sondern zu geben und langfristig Dinge zu bewegen.

Viele von euch tun bereits ihr Bestes, doch man kann immer noch mehr geben. Wissen ist heute überall vorhanden, Möglichkeiten gibt es mehr als je zuvor und eure Hilfe braucht die Zukunft heute mehr, denn je. Gerne sprecht mit euren Liebsten, Freunden und mir darüber, teilt diesen Brief und helft mir diese Sorgen Schritt für Schritt gemeinsam abzubauen. Die Erde und alles Leben auf ihr und die zukünftigen Generationen brauchen euch jetzt – wir, die Generation Earth, haben noch 12 Jahre.

DANKE!

Max,  01.01.19

 

Ich bin Max, leidenschaftlicher Umwelt- und Klimaschützer, Essensretter, Gemeinschaftsgärtner, Ermutiger, und auch euer Mitmensch. Im Moment könnte ich mir gut vorstellen, einmal in einem Hofkollektiv zu leben, mit lieben Menschen, viel in der Natur sein und von ihr lernen, von eigener Permakultur leben, Dinge selber machen, glücklich sein und auf dem Planeten so wenig negative Spuren wie möglich hinterlassen. Doch davor will ich andere Menschen erreichen und ihnen das Schöne an diesem Traum zeigen, ermöglichen, dass sie selbst auch mutig ihre Träume verfolgen und dabei an das große Ganze denken, denn es ist glaube ich höchste Zeit.

Kontakt:
max.reisinger@students.boku.ac.at

https://www.facebook.com/max.reisinger.7


*Disclaimer: (c) Text und Bilder von Max Reisinger

Von Jahr zu Jahr

Von Jahr zu Jahr

You can find the English version of this post here!

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und zum Jahreswechsel wird es für mich gefühlt stets stiller, leerer und ruhiger. Ich genieße diese Zeit immer sehr, vor allem nach den vollgefüllten Weihnachtstagen. Ich nehme mir dann Zeit für mich und reflektiere mein vergangenes Jahr.

Viel ist bei mir diesmal passiert und Vieles habe ich erlebt und erreicht. Ich habe diesen Blog gestartet, eine Trainer*innen-Ausbildung abgeschlossen, zwei Seminare organisiert und zwei gehalten, einen Workshop und das Feminine Power Retreat konzipiert, viele neue Menschen kennen gelernt, Beziehungen gepflegt, meine Arbeit im students` innovation centre zurückgelegt, den mutigen Schritt getan meinen Job zu kündigen, um mein Studium abzuschließen und noch so vieles mehr.

Dieses Jahr habe ich mir für die Reflexion einige Fragen zusammengeschrieben, um mich besser erinnern zu können und klarer zurückschauen zu können. Falls ihr die nächsten Tage auch noch nachsinnen wollt, könnt ihr hier meine Fragen zum Download finden: Reflexionsfragen für den Jahreswechsel!

Auch habe ich über das ganze Jahr meine Experimente durchgeführt, um Schritt für Schritt die Gewohnheiten umzusetzen, die ich für mich etablieren wollte. Das hat mal besser und mal weniger funktioniert, aber genau das war bei den Experimenten auch vollkommen in Ordnung. Meine Zwischen-Bilanz, meine ZeroWaste-Glas Challenge und einen kurzen Post zum „Zuckerfrei“-Experiment, welches ich gemeinsam mit meiner lieben Freundin Eva nochmal im nächsten Jahr langfristiger probieren werde, könnt ihr an dieser Stelle auch gerne nochmal nachlesen.

Auch für dieses Jahr nehme ich mir wieder solche Experimente vor, allerdings diesmal im Zwei-Monats-Rhythmus, da mich die Vielfalt und die schnellen Wechsel zwischen den doch großen Aufgaben überfordert haben. Ich starte ins neue Jahr mit einem neuen Abendrhythmus und möchte dann im März folglich ein Morgenritual beginnen. Es folgen ein Monat voller Kreativität, Zeit an der frischen Luft und Lesestoff. Den letzten Monat (November) habe ich bisher freigelassen, um auch auf Impulse aus dem kommenden Jahr eingehen zu können.

Falls ihr eure eigenen Experimente starten wollt, kann ich euch sehr empfehlen eine Liste aus Gewohnheiten, Challenges und Vorsätzen zu machen, die ihr gerne im neuen Jahr umsetzten wollt, und dann sechs davon auszuwählen und euch für einen Monat auf diesen Vorsatz zu konzentrieren. Jeweils im kommenden leeren Monat könnt ihr dann entweder weiterhin auf das Experiment konzentrieren oder dieses auslaufen lassen. Je nachdem wie ihr euch mit der Änderung gefühlt habt. Natürlich könnt ihr auch gerne meine Experimente mitmachen oder euch Inspiration durch die 2018er Experimente holen. Tagged mich dann gerne auf Instagram @marolenas_stimme und teilt eure Erkenntnisse!

Für die Entwicklung von meinem Morgen- und Abendrhythmus habe ich mich an die Vorgangsweise von Brooke McAlary aus dem Buch „Destination Simple“ gehalten:

  • Hier soll man aufschreiben, wie die Abende/der Morgen bisher aussieht und wie sich diese Zeit anfühlen soll.
  • Dann listet man alle Dinge, die abends/morgens passieren müssen, in einer Spalte „Müssen gemacht werden“ und in einer Zweiten Spalte „Möchte ich machen“ notiert man die Themen, die man gerne machen würde und schreibt anschließend für beide Spalten die ungefähre Zeitdauer der Aufgaben auf.
  • In Folge umkreist man die Punkte, die man im Rhythmus haben möchte und bringt sie in eine Reihenfolge. Zumindest ein Punkt aus der Spalte „Möchte ich machen“ sollte enthalten sein.
  • Brooke schlägt dann vor, dass man sich vorerst genau an den Ablauf hält und gegebenenfalls die Reihenfolge ändert, falls manche Dinge gemeinsam (zum Beispiel Gesicht waschen und Zähne putzen) mehr Sinn ergeben.

Das ist mein fertiger Abendrhythmus bzw. die Routine, die ich verfolgen möchte:

  1. Kochen
  2. Zu Abend essen und Tee trinken
  3. Abwaschen
  4. Zimmer aufräumen
  5. Screen-free-time beginnt
  6. Yoga
  7. Duschen
  8. Zähne putzen
  9. Toilette
  10. Dankbarkeitsglas Eintrag schreiben
  11. Bullet Journal updaten
  12. Um 10:30 ins Bett gehen
  13. Lesen, kuscheln, …

Da ich meist sehr unregelmäßige Tage verbringe, bin ich schon gespannt, wie genau ich mich an die Routine halten kann und welche Auswirkungen Ausnahmen auf den Ablauf haben!

Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf das kommende Jahr, dass ich ganz im Sinne meines Worts des Jahres „liebevoll“ gestalten möchte! Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch und ein spannendes, freudiges, warmes, erfolgreiches und mit Liebe und Freundschaft gefülltes Jahr!

 

Eure Marolena :*

 


*Disclaimer: Werbung, weil Verlinkte Seiten/Produkte – nicht gesponsert!

Stiller Freitag

Stiller Freitag

Morgen ist „Black Friday“. Eine Konsumtradition importiert aus den USA, die immer populärer in Europa wird. Die Weihnachtsgeschenke-kaufen-Zeit wird eingeläutet und Geschäfte verzeichnen massive Umsätze. Sale-Schilder winken von jeder Ecke und in den Geschäften tummeln sich zahlreiche Schnäppchen-Jäger*Innen. Alles wirkt neu, glänzend und verspricht einen Funken Besonderheit im Alltag. Ablenkung pur! Aber all das hält meistens nur eine kurze Zeit. Dann landen viele der gekauften Gegenstände, Kleidungsstücke und Geräte im Müll, von den Verpackungen gar nicht zu sprechen. Ja, die Sachen wirken aufs erste erschwinglich und reizvoll, aber brauchen wir das Alles wirklich?

Gerade vor Weihnachten, einer Zeit die eigentlich besinnlich sein könnte, unabhängig von der religiösen Einstellung, finden wir uns in zahlreichen Geschäften wieder und kaufen ein oder leisten uns auf Weihnachtsmärkten unnötigen Krims-Krams. Warum?

Besonders absurd wird das Bild, wenn man sich die Auswirkungen von herkömmlich, also nicht fair und nachhaltig, produzierten Stücken anschaut. Die Teile mussten produziert werden, meistens in Billiglohnländern, wo Menschen in zum Teil gefährlichen Umgebungen arbeiten, Ressourcen für Produktion und Transport verbraucht werden und schlussendlich häufig nur eine kurze Zeit genutzt werden. Unser übermäßiger Konsum trägt zudem stark zum Klimawandel bei. Ein besonderes Bild dazu habe ich letztens im Internet gefunden:

Foto: © Zlazloj Zizek

Oft haben wir außerdem schon Vieles, was wir brauchen, zu Hause. Solltet ihr aber doch etwas brauchen oder vielleicht sogar schon länger im Kopf haben, überlegt nochmal ob ihr das Produkt wirklich haben wollt und ob ihr es vielleicht auch nachhaltig, ökologisch und fair produziert finden könnt! Und alle anderen, lade ich ein, diesen Freitag inne zu halten, nichts zu kaufen und stattdessen Freunde zu sehen, mit der Familie etwas zu unternehmen oder es sich mit den Liebsten gemütlich zu machen. Erlebnisse sind schließlich das, an was wir uns später wirklich erinnern werden. Nutzen wir doch die stille Zeit, sparen uns eine Menge Geld und genießen den Winter bei einer Wanderung, mit einem guten Essen, bei einem Spieleabend, bei Kerzenschein, im Theater oder alleine mit einem guten Buch. Machen wir uns bewusst was wir schon haben. Schauen wir uns um und sind dankbar für die Menschen in unserem Leben, das Dach über dem Kopf und das Essen auf unserem Teller!

Einen schönen Gedanken finde ich auch, den Überfluss gerade jetzt auch mit anderen zu teilen, denen es schlechter als uns selbst geht!

Winter ist für mich eine schöne Zeit um langsamer zu werden, zu reflektieren und vieles abzuschließen. Ich liebe die Vorweihnachtszeit vor allem wegen der guten Gerüche in der Luft, der Weihnachtsmusik*, Kerzenschein, Schneefall und der Zeit, die man mit Freunden und Familie feiert! Ich werden diesen Freitag jedenfalls in diesem Sinne verbringen J

Und ihr? Seid ihr dabei bei einem stillen Freitag?

 

Alles Liebe,

Eure Marolena 😉

 

 

*ich höre am liebsten „Still“ – Klaus Trabitsch und Otto Lechner und Michael Bublés Weihnachtsplatte


Titelbild: © Claudio Schwarz on Unsplash