Schlagwort: Umweltschutz

Wir haben noch 12 Jahre

Wir haben noch 12 Jahre

Den folgenden Text habe ich kurz nach Silvester erhalten und wollte ihn gleich noch mit viel mehr Menschen teilen. Weil ich auch anderen engagierten Personen hier eine Plattform für ihre Gedanken geben möchte und weil gerade dieser Text so wichtig ist! Danke an Max, dass du deine Sorgen und Gefühle teilst!


Liebe Mitmenschheit, liebe Generation Earth,

heute seid ihr nicht meine Oma, Freundin oder mein Arbeitskollege – heute will ich, Max Reisinger, euch als Mitmenschen ansprechen: Zu allererst, tiefsten Dank, dass es euch gibt und, dass ihr mich zu dem gemacht habe, was ich heute bin und dass ich das Glück habe da sein zu dürfen, wo ich heute bin.

Ich habe nur einen Wunsch zu Weihnachten, fürs neue Jahr, wahrscheinlich mein einziger Wunsch für immer.  Nehmt euch doch 5 Minuten Zeit, diesen Brief mit offenen Herzen zu lesen und mich zu hören.

Ich habe Angst und Sorgen um unsere Zukunft, ja leider schon in meinem jungen Alter. Ich frage mich ernsthaft, ob ich es noch verantworten kann Kinder zu bekommen und groß zu ziehen, da es mit sehr großer Wahrscheinlichkeit im Laufe meines Lebens noch ziemlich ungemütlich für die gesamte Welt wird. Ich durfte im Laufe der Letzten 3 Jahre erfahren, wie es um den Planeten, und das Leben auf der Welt steht. Wir befinden uns aktuell im 6. Massenaussterbeereignis in der Erdgeschichte, das zum ersten Mal wir Menschen verursacht haben, und verlieren dabei 200 Arten pro Tag. Es war heuer global gemittelt das wärmste Jahr in der Erdgeschichte und es beginnen Prozesse, die selbstverstärkend und nicht mehr umkehrbar sind. Trotzdem haben wir heuer wieder um 2,7% mehr CO2 in die Atmosphäre freigesetzt als im Vorjahr. Menschen beginnen zu fliehen, da erste Inselstaaten versinken und durch Dürren große Landstriche unbewohnbar werden. In Bangladesch habe ich heuer solche Familien kennen gelernt. Die bevorstehende Weltkrise ist in allen Bereichen erkennbar, man muss nur hinschauen wollen. Ich will das, denn ich fühle (mit ihnen) und weiß, dass ich eine Verantwortung habe, durch das riesige Glück, dass ich als Gast zu Besuch auf dieser Erde sein darf, auch mein Bestes zu tun, keinerlei Leid oder Schaden zu verursachen, auf alles Leben das mich umgibt aufzupassen und jeden Tag versuche, etwas Gutes zurück zu geben. Denn ich will eines Tages Kinder haben, die auch diese Schönheit des Lebens entdecken dürfen sollen.

Um die Welt bzw. uns selbst zu retten bzw. noch Einfluss auf künftige Entwicklungen haben zu können, bleiben uns laut Experten noch ca. 12 Jahre. Das ist ein Bruchteil eines Wimpernschlages im Vergleich zu der Evolution des Menschen. Im Moment fahren wir mit Vollgas auf die Wand zu. Es ist nicht mehr 5 vor 12, es ist schon deutlich viel später. Wir könnten die erste Spezies sein, die sich selbst (in enormen Tempo) ausrottet und noch so viel mit uns in den Abgrund reißt.

Ich will da nicht dazu gehören. Ich will meinen Kindern nicht die Frage beantworten müssen: „Warum habt ihr damals nichts getan, obwohl ihr es doch eh wusstet?“ „Wir sind die erste Generation, die die Auswirkungen der Klimakrise spüren wird und gleichzeitig die letzte, die etwas dagegen tun kann,“ sagte Obama einst. Unsere Handlungen der letzten Jahrzehnte sind jetzt erst sichtbar und unsere Handlungen von heute, werden erst in 15-30 Jahren sichtbar sein, obwohl Wissenschaftler*innen schon eindringlichst warnen vor den Folgen der Zeichen, die jetzt schon erkennbar sind.

Doch ich kann meinen Kindern nicht alleine würdige Lebensumstände ermöglichen, dazu brauche ich euch alle. Daher mein Wunsch: Ihr habt jeden Tag aufs Neue die Möglichkeit Entscheidungen zu treffen, die unzählige Auswirkungen und Effekte auf der ganzen Welt, auf ganz viele Mitmenschen und auf zukünftige Generationen haben. Ich bitte euch voller Hoffnung: Geht in euch, und versucht voller Freude und Überzeugung, aus der besagten Verantwortung heraus zu handeln und euch bei jeder Entscheidung in jedem Lebensbereich zu fragen: „Ist das die gesündeste Alternative auch für meine Mitmenschen, oder könnte ich noch etwas besser machen oder auf etwas verzichten?“ Ist die Antwort ja, dann ändere etwas! Ich selbst versuche täglich die beste Version meiner selbst zu sein, die friedvoll, achtsam, wertschätzend, langfristig und ans große Ganze denkend, liebend durch den Tag geht. Es ist nicht immer leicht, doch das ist für mich mein Weg zur Glücklichkeit. „Brauche ich wirklich ein neues Handy, nur weil meins schon 2 Jahre alt ist? Muss ich das Auto nehmen, dessen Abgase der Radfahrer hinter mir noch voll inhaliert bevor sie in der Atmosphäre das Klima erwärmen? Muss ich mich auf eine Art und Weise ernähren, die so viel Leid verursacht, aber selber würde ich es nicht übers Herz bringen, mein Schweinchen zu schlachten oder der Orang-Utan – Familie ihren Regenwald vor ihren Augen abzuholzen für meine Sojaplantage? Muss ich soweit weg wie möglich in den Urlaub fliegen, damit ich meinem gestressten Job, den ich nicht gerne mache, entkomme und mir mit einem Selfie in der unberührten Natur, die ich durch meinen Flug im selben Moment zerstöre, Bestätigung in einer virtuellen Welt holen? Setze ich mich mit Leidenschaft und Energie in Politik, Vereinen oder meinem Umfeld ein dafür, dass sich Dinge verändern, und die Welt ein Stückchen besser wird?“… Das sind große Fragen, deren Antworten nicht immer leicht sind sich einzugestehen… und wir sind alle in unserem Radl gefangen.

Es darf natürlich nicht nur an jeder*m Einzelnen liegen, aber ohne das, ist kein Systemwandel möglich! Individuelle und systemische Entwicklungen müssen Hand in Hand gehen: Nur wenn viele Menschen überzeugt ihr Bestes tun, kann es eine globale Bewegung geben, die mit der aktuellen Situation nicht mehr kann und neue Formen des Lebens als Gast auf Erden aufzeigt. Zukunftsfähig und langfristig, ganzheitlich denkend.

Naiv oder unrealistisch? Nein für mich der einzige Ausweg. „Wir müssen beginnen zu glauben, was wir eh schon wissen und sofort danach handeln und unser Leben neu denken“, sagte eine der inspirierendsten Begleiterinnen auf meinem Weg.

Ich wünsche mir von euch, dass ihr mich hört, meine Sorgen versucht zu verstehen und akzeptiert, dass man mir mit keinem Geschenk eine wahre Freude machen kann, außer damit an einem Strang zu ziehen und sein Bestes zu geben für die Mitmenschen, für andere Lebewesen, für unseren einzigen Planeten. Beobachtet einen Tag, eine Woche, ein Jahr lang eure Entscheidungen, reflektiert sie und versucht diejenige zu treffen, die zu einer schöneren Welt für die Allgemeinheit führt. Es ist die tiefste Form der Freude und Zufriedenheit, nicht nur etwas für sich selbst und kurzfristig zu schaffen, sondern zu geben und langfristig Dinge zu bewegen.

Viele von euch tun bereits ihr Bestes, doch man kann immer noch mehr geben. Wissen ist heute überall vorhanden, Möglichkeiten gibt es mehr als je zuvor und eure Hilfe braucht die Zukunft heute mehr, denn je. Gerne sprecht mit euren Liebsten, Freunden und mir darüber, teilt diesen Brief und helft mir diese Sorgen Schritt für Schritt gemeinsam abzubauen. Die Erde und alles Leben auf ihr und die zukünftigen Generationen brauchen euch jetzt – wir, die Generation Earth, haben noch 12 Jahre.

DANKE!

Max,  01.01.19

 

Ich bin Max, leidenschaftlicher Umwelt- und Klimaschützer, Essensretter, Gemeinschaftsgärtner, Ermutiger, und auch euer Mitmensch. Im Moment könnte ich mir gut vorstellen, einmal in einem Hofkollektiv zu leben, mit lieben Menschen, viel in der Natur sein und von ihr lernen, von eigener Permakultur leben, Dinge selber machen, glücklich sein und auf dem Planeten so wenig negative Spuren wie möglich hinterlassen. Doch davor will ich andere Menschen erreichen und ihnen das Schöne an diesem Traum zeigen, ermöglichen, dass sie selbst auch mutig ihre Träume verfolgen und dabei an das große Ganze denken, denn es ist glaube ich höchste Zeit.

Kontakt:
max.reisinger@students.boku.ac.at

https://www.facebook.com/max.reisinger.7


*Disclaimer: (c) Text und Bilder von Max Reisinger

Eine Zigarette mit Folgen

Eine Zigarette mit Folgen

…oder „Da ist Teer in meinem Wasser!“

Eine typische Wiener Szene; zwei Personen stehen an der Straßenecke und ziehen genüsslich an ihren Zigaretten. Ein paar Minuten Entspannung im anstrengenden Alltag… und gleichzeitig ein kurzer Moment mit langen Folgen. Beide Zigaretten fliegen nach dem Verbrauch in hohem Bogen auf die Straße und rollen in den nächsten Abfluss. Daneben steht ein Mistkübel, unbenutzt.

Dass Zigaretten schlecht für unsere Gesundheit sind, darüber brauchen wir glaube ich nicht mehr zu diskutieren. Was die kleinen Glimmstengel allerdings unserer Umwelt antun, das scheint mir noch in weiten Teilen der Bevölkerung nicht angekommen zu sein. Immer öfter erwähne ich in meinem Umfeld, dass man Zigaretten vernünftig in einem Mistkübel entsorgen und nicht in den nächsten Gulli werfen soll und immer wieder schauen mich Menschen erstaunt an und fragen warum. Genau das möchte ich hier beleuchten:

Zigaretten bestehen meist aus etwas Papier, dem Tabak und dem Filter. Manchmal werden diese abbaubar hergestellt, viele Filter bestehen allerdings aus Plastik. Die Filter aus Celluloseacetat zersetzten sich selbst aufgrund des Plastikanteils nur sehr langsam. Beim Rauchen sammeln sich in den Filtern zudem viele giftige Stoffe, wie Blei, Arsen, Teer, Kupfer, Chrom (Schwermetalle) und Nikotin. Beim nächsten Regen werden diese Chemikalien ausgewaschen und verteilen sich. Sie landen so in unseren Böden, Gewässern oder in der Kanalisation. Gelangen die ausgewaschenen Stoffe aus dem Filter in eine Kläranlage werden zumindest ein Großteil des Nikotins und dessen Abbaustoffe herausgefiltert. Die durch den Verbrennungsprozess entstandenen Giftstoffe (Arsen, Cadmium, Blei und Kohlenwasserstoffe etc.) versickern aber auch hier unbehandelt im Boden. Eine gerauchte Zigarette belastet laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) ca. 40 Liter Grundwasser!

Der Berg an Zigarettenstummeln wächst und die kleinen Teile davon verschmutzen unsere Wälder, Wiesen, Flüsse und Meere. Laut der WHO machen Zigarettenstummel im Abfall, der in Städten und an Stränden gesammelt wurde, 30-40% aus. Dass das ein gravierendes Problem für Umwelt und auch den Menschen darstellt, erscheint sehr logisch. Noch klarer wird es, wenn man sich weitere Zahlen anschaut:

„5,6 Billionen Zigaretten werden jedes Jahr weltweit geraucht. 4,5 Billionen … werden … weggeworfen“ (Quelle Süddeutsche).

Besonders Meereslebewesen leiden unter der Masse an weggeworfenen Zigaretten. Sie verwechseln sie mit Futter und vergiften sich oder ihr Lebensraum wird langsam durch die Anzahl an Zigarettenstummeln mehr und mehr verunreinigt, wodurch sie ebenfalls sterben können. Aber auch für den Menschen, besonders für Kleinkinder, die die Kippen verschlucken, sind die weggeworfenen Zigaretten giftig. Deshalb soll man besonders an Orten, wo Kinder spielen, auf eine richtige Entsorgung der Zigarette im Mistkübel bzw. im Restmüll achten. Aber nicht nur dort, sondern überall ist eine Achtsamkeit auf die Entsorgung essentiell. Wer lange unterwegs ist, kann sich auch einen portablen Aschenbecher mitnehmen.

Oder, man gibt das Rauchen gleich vollständig auf und tut sich selbst und der Umwelt etwas Gutes. Dass das nicht so einfach ist, weiß auch ich, aber mir hilft vor allem der Gedanke an die weitreichenden Folgen einer Zigarette, um diese dann nicht zu konsumieren. Denn das Problem fängt nicht erst bei der Entsorgung, sondern schon bei der Produktion an. Tabak verbraucht im Anbau sehr große Mengen an Wasser – genauer gesagt pro einer Tonne Tabak 3000 Kubikmeter Wasser (welch eine Ironie!). Der in Monokultur gereihte Tabakanbau benötigt sehr viele Nährstoffe und laugt damit den Boden aus. Außerdem ist man dabei auf hohe Mengen an Pestiziden und Dünger angewiesen, da sich die Produktion mittlerweile in Schwellenländern findet, wo die Bedingungen für den Anbau nicht ideal sind. Die Tabakpflanze wurde zuvor in den USA und Europa angebaut. Auch in diesem Zusammenhang zu nennen, ist der Klimawandel. Durch die Abholzung von weiten Flächen für den Anbau und die Trocknung, gehen große Wälder verloren und damit auch wichtige Kohlenstoffspeicher. Zusätzlich wird bei der Verbrennung der Hölzer CO2 frei, was wiederum den Klimawandel antreibt.

Lösungen für dieses Problem werden derzeit diskutiert. Überlegungen habe ich in Richtung Mehrwegfilter, mobile Aschenbecher, Recycling der Filter zu neuen Produkten, Beschilderung auf Spielplätzen und Internalisierung der externen Kosten, also Verrechnung der Kosten des Tabakkonsums auf das Produkt, gefunden. Allerdings scheint mir die beste und nachhaltigste Lösung zu sein, ganz auf das Rauchen zu verzichten!

 

Was meint ihr? War Euch dieses Problem bewusst? Schreibt es mir in die Kommentare!

Alles Liebe,

Eure Marolena 🙂

 


Quellen:

Süddeutsche 2018: https://www.sueddeutsche.de/wissen/zigaretten-als-umweltverschmutzung-viel-gift-in-der-kippe-1.1086893

Süddeutsche 2017: https://www.sueddeutsche.de/wissen/rauchen-tabak-unnachhaltig-von-anfang-bis-ende-1.3331566

Greenpeace Magazin: https://www.greenpeace-magazin.de/rauchen-zerstoert-die-umwelt

RTL Next: https://rtlnext.rtl.de/cms/experten-warnen-jede-achtlos-weggeworfene-zigarettenkippe-verseucht-40-liter-wasser-4219633.html?c=ddbf&fbclid=IwAR2RMWPwhvXZ5kAoVBE35BBKjXwblqO_Yu0veugRpIiSjaejXaitTcOG0Vg

Naturschutzbund: https://naturschutzbund.at/umweltthemen/articles/kleine-ursache-grosse-wirkung-zigarettenstummel-in-der-umwelt.html

Biorama: https://www.biorama.eu/zigarettenstummel-zigarettenfilter-biologisch-abbaubar-plastik-umwelt/

 

 

 

 

Ein Monat – ein Glas?

Ein Monat – ein Glas?

Wenn man im Internet nach ZeroWaste sucht, stößt man häufig auf Beispiele von Menschen, die ihren gesamten Müll von z.B. einem ganzen Jahr in einem Glas lagern können. Ob ich das auch schaffen kann, wollte ich im September wissen. Zu meinem ZeroWaste Jubiläum habe ich mir das Ziel gesetzt, meinen gesamten Müll in ein kleines Glas stopfen zu können.

Was sich dabei für mich herauskristallisiert hat, erzähle ich euch in diesem Blogbeitrag.

Davor möchte ich mich für die lange Veröffentlichungs-Pause entschuldigen. Dieser Blog ist nach wie vor mein Hobby und mit dem Beginn des Studiensemesters, eine Woche krank sein und vielen Terminen hatte ich leider keine Muße einen Beitrag zu verfassen. Ich werde mich bemühen nun wieder regelmäßiger von mir hören zu lassen. Bitte seid aber nachsichtig mit mir! 😉

Also wie ich auch im „Experimente“-Post festgehalten habe, nehme ich mir dieses Jahr jeden Monat einen anderen Schwerpunkt vor und versuche so langsam und nachhaltig Vorsätze umzusetzen. Im September war dann also wieder mal ZeroWaste der Fokus, mit dem Zusatz, dass ich meinen gesamten Abfall in einem Glas sammeln wollte. Die Intention dabei: Wissen wollen, ob das geht; ein klares Bild bekommen, welcher Müll noch anfällt; und mit einem klaren Ziel wieder mehr Fokus auf das Thema für mich lenken. Dabei herausgekommen ist folgendes Bild:

Hier zu sehen ist das Glas und noch einige zusätzlich Abfall-Gegenstände, die ich nicht mehr in das Glas pressen konnte. Vor allem sind das Lebensmittelverpackungen und ein, zwei Pflaster. Nicht aufgehoben habe ich den organischen Abfall, der landete in unserer Wurmkiste, und alle Materialien, die in Österreich recycelt werden. Das waren in meinem Fall vor allem Kartonagen und Papier sowie Glas. Glasgefäße behalte ich allerdings auch meistens und verwende sie wieder. Ebenfalls recycelt werden in Österreich Kunststoffverpackungen (meistens nur Flaschen, allerdings je nach Gebiet), Metallverpackungen und Getränkekartons (Quelle ARA).

Einerseits bin ich doch sehr beeindruckt, wie viel weniger Müll in meinem Leben mittlerweile anfällt. Vor allem das Badezimmer ist bei mir tatsächlich beinahe ZeroWaste! Andererseits zeigt mir das Experiment auch wieder, dass es gar nicht so einfach ist vor allem Verpackungsmüll einzusparen, wenn man so lebt wie ich: in einer Stadt, viel unterwegs, wenig kochend, versuchend vegan zu leben usw. Manchmal spießen sich hier die Interessen und ich muss Prioritäten setzten. Mir ist zum Beispiel auch besonders wichtig bei Lebensmitteln auf Qualität und biologische Landwirtschaft zu achten. Diese Produkte sind aber meistens im Gegensatz zu der herkömmlichen Variante verpackt. Genauso ist das auch beim veganen Joghurt und Ähnlichem. Mein Fazit daraus ist, dass ich bei meiner Ernährung in Zukunft mehr vorausplanen muss, wenn ich meinen Abfall in diesem Bereich reduzieren will. So habe ich mir zum Beispiel letztens eine Biokiste direkt vom Bauern besorgt und einiges vorgekocht. Außerdem ist mir aufgefallen, dass vor allem der spontane Hunger hin und wieder einen Strich durch die ZeroWaste-Rechnung macht. Es gilt also auch hier in Zukunft vorzusorgen!

Was mir bei dem Thema ganz wichtig ist, ist, dass wir alle, die sich in Richtung ZeroWaste und Nachhaltigkeit bewegen, uns nicht von Vorbildern mit Müll in Gläsern entmutigen lassen. Viel mehr würde ich mich über mehr Realität bei dem Thema freuen, die Hand in Hand mit der Inspiration durch Pionier*Innen geht.

 

Was meint ihr zu dem Thema? Glaubt ihr, dass ihr euren ganzen Müll von einem Monat/Jahr/Jahrzehnt in ein Glas packen könntet? Warum nicht?

Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

 

Bis bald,

Eure Marolena 🙂

Poesie: Die Unberührte

Poesie: Die Unberührte

Schritte im Wald,
Füße berühren den Weg
Einer nach dem Anderen.
Immer wieder;
Schritt für Schritt, immer weiter.
Geradeaus, zuerst fast blind.
Im Inneren aufgewühlt, berührt, verwirrt.
Die Hände am Kopf,
ein Kloß im Hals;
Die Zweifel kommen auf.
Bin ich hier richtig? Bin ich genug?
Die Tränen fallen.

Das Gehen hilft und der Blick richtet sich nach außen.
Auf den Baum dort, der auf den Weg reicht, weil er zum Stehen schon zu alt ist;
auf den Ast mit den vertrockneten Blättern und die kleinen Knospen, die sich mit Mühe
ihren Weg nach außen bahnen;
auf das gelbe Schilf am Wegrand, das den ausgetretenen Pfad vom Wasser trennt.
Die Ohren lauschen auf das Rauschen des wallenden Wassers;
das Rascheln im Dickicht und die versteckt vielen kleinen Wesen, so klein, dass wir sie gar
nicht sehen;
auf das Zwitschern des ersten Vogels nach dem Winter, frohlockend und neugierig;
den leichten Wind, der die Äste dort kurz zittern lässt.
Die schwachen Strahlen der Sonne durch die Wolken, die sich kaum erahnen lässt, spür ich
auf meiner Haut.

Es wird Frühling und ich werde ruhiger.

Dem wuchernden wilden Wald, der weiten grünen Wiese, dem grau grünen Fluss liegt so viel
Unberührtheit inne, dass wir als Menschen, ihre Schönheit oft nicht sehen. Denn diese passt
nicht in unsere Ecken, unsere starren perfekten Ecken, die wir uns selbst gesteckt haben. Die
Rahmen der Gesellschaft sind quadratisch, begrenzt. So Vieles passt nicht, deswegen
nehmen wir ihm den Raum zum Atmen. Und Ich, ich passe nicht in diese Ecken, so wenig wie
das Eichhörnchen und der Luchs, die Schlüsselblume oder der Fuchs.

Das Gehen hilft und der Blick richtet sich nach außen.
Jeder Funke, jeder Blick enthüllt eine Präsenz
von Etwas, das zuvor noch nicht wahrgenommen war, und zeigt:
In der unberührten Natur ist nichts perfekt.
Es ist einfach.
Durcheinander, kreuz und quer, wunderschön und von innen her
durchzogen von Leben und Sterben.
Einem Kreislauf, so ausdrucksstark,
So unperfekt, so erquicklich ungeplant.

Ja verletzlich!
Hier muss man nicht funktionieren,
in Normen sich bewegen,
den Ansprüchen genügen,
hier sein, so sein, richtig sein.
Perfektionismus ade
Vergiss die Ansprüche;
Wenn nicht verbogen, begradigt, beschnitten, geschält
ist Natur ungezähmt,
wild, frech, wagemutig, unverschämt,
lustig, sinnlich, einzigartig, überraschend
einfach da.
In der Natur ist Vieles rund, durcheinander, kunterbunt.

Das Gehen hilft und der Blick richtet sich nach Innen.
Und ich erinnere mich, auch ich bin ein Teil dieser wilden Natur.
Auch in mir ranken sich Gedanken, gemischt mit Emotion, Erfahrung und Intuition zu einem
Ganzen.
Ich werde ruhiger, der Blick richtet sich nach Innen.
Dorthin wos rumort, dorthin wo die Kobolde tanzen.
Die Verletzlichkeit in meiner Umgebung, das Wilde dort draußen erinnert mich an meine
Stärken, an meine Kraft, die sich daraus speist, dass ich ich bin. Verletzlich, einfach genug,
weinend, strahlend, lernend, unvollkommen, schön.

Die Erde unter meinen Füßen knirscht.
Ich fühle mich verwurzelt, verbunden.
Mit diesem Wesen der Natur,
dem Spiegel meines Inneren.
Ich gehe weiter und der Weg fängt an zu tanzen.
Schritte im Wald
Der Zweifel verhallt.

– Marolena

 

 


Inspiriert durch einen Spaziergang am Fluss, durch einen Wald und durch das Buch „Verletzlichkeit macht stark“ von Brené Brown