Kategorie: Höschen

Frauenkreise, Vaginal Steaming und freie Menstruation

Frauenkreise, Vaginal Steaming und freie Menstruation

In letzter Zeit habe ich vermehrt die Nähe von starken und tollen Frauen gesucht. Ich empfinde das Miteinander von liebevollen, beeindruckenden und engagierten Frauen einfach immer wieder so nährend. In guten Gesprächen, gemeinsamen Aktionen und in speziellen Events in Interaktion treten, hat für mich eine spezielle Qualität und fühlt sich sehr bestärkend an.

Diesmal möchte ich euch deshalb einige Frauen und ihre Projekte vorstellen, bei denen frau in Kontakt mit anderen Frauen treten und sich mit der eigenen gelebten Weiblichkeit auseinandersetzten kann! *

Eva Teja – Frauenkreise, ein Retreat und Vaginal Steaming

Eva kenne ich schon länger und sie verkörpert für mich eine Mischung aus Neugierde, Weisheit, im Fluss leben, Feurigkeit und etwas bewegen wollen. Ich war bei mittlerweile zwei Workshops von ihr und bei beiden habe ich viel über den weiblichen Zyklus und meinen eigenen Körper sowie meine Gebärmutter (bei einer „Schoßraum-Reise“/Meditation) erfahren. Bestimmt, selbstbewusst und sicher führt Eva durch ihre Workshops – manchmal unterstützt durch ihre selbstgemachte Trommel. Nun bietet sie auch Frauenkreise und im Sommer ein Retreat für Frauen an, die wieder mehr in Verbindung mit ihrem Körper, mit sich selbst und anderen Frauen treten und aus der Kraft der Gruppe schöpfen wollen. Durch vier Phasen (shedding – grounding – opening – blooming) bewegend sollen alle Teilnehmerinnen in Sanftheit bei sich ankommen können.

Letzte Woche war ich zudem bei einer Vaginal Steaming Session bei ihr. Eine Erfahrung, die ich vor einigen Jahren noch für total komisch gehalten hätte und mittlerweile super neugierig angetreten bin. Beim Vaginal Steaming werden Kräuter in einer Schale heißem Wasser (ähnlich wie beim Inhalieren) verdampft. Frau nimmt dann auf einem Hocker mit Loch in der Mitte und freier Yoni/Vulva Platz. Der Dampf kann dabei helfen einen unregelmäßigen Zyklus zu stabilisieren, Spannungen zu lösen und wiederkehrende Infektionen zu lindern (u.v.m.). Eva hat mir bei einem vorherigen abklärenden Gespräch auch erzählt, dass Steaming von Frauen auf der ganzen Welt praktiziert wurde und häufig nach dem Wochenbett empfohlen wird. Vor der Session hat Eva mit mir gemeinsam meinen Zyklus besprochen und anschließend eine passende Mischung bestimmt. Für mich war die anschließende Session sehr angenehm und mal ein ganz neues, wohlig warmes Gefühl rund um meine Vulva. Ich werde das Steamen auf jeden Fall öfter probieren und beobachten, wie sich mein Zyklus verändert.

Birgit Stern – Wild Woman Project

Der Ruf beim Wild Woman Project in Form von einem Frauenkreis bei Birgit Stern dabei zu sein, kam für mich genau im richtigen Moment. In einem geschützten Raum, mit anderen unbekannten Frauen meditieren, sich bewegen und Gefühle und Geschichten teilen, hat für mich seit ein paar Monaten eine heilende Kraft. Besonders spannend finde ich dabei, ganz klar bei sich zu bleiben und durch die Worte der anderen Frauen eigene Erlebnisse zu reflektieren. In ruhiger, entspannter und liebevoller Atmosphäre treffen sich wilde Frauen einmal im Monat in Salzburg oder Wien. Birgit führt hier mit viel Erfahrung und Bodenständigkeit durch kleine Übungen und Reflexionsrunden. 

Carina Niedermeier – Intuitive Womanhood

Bei Carinas Workshop „Fühl deinen Rhythmus“ durfte ich wiedermal in die Thematik des weiblichen Zyklus eintauchen. In einer feinen Mischung aus Theorie, medizinischem Wissen, Austausch zwischen den Frauen und Runden zu freier Menstruation haben wir uns durch die Vielfalt von weiblichem Wissen und Erlebnissen bewegt. Besonders spannend fand ich die Möglichkeit der freien Menstruation, bei der man lernt die Periodenwellen zu spüren und kontrolliert (ähnlich wie beim Urinieren) aufs Klo geht, um das Blut loszulassen. Wir haben dazu auch ein paar Beckenboden- und Entspannungsübungen gelernt. Mit Carinas offenen und warmen Art, war der Workshop, welcher Ausnahmsweise im Garten von Carinas Food Coop stattgefunden hat, super angenehm und entspannt.

Spannend fand ich im Workshop auch die Frage, was Weiblichkeit für mich bedeutet. Deswegen möchte ich als diesmalige Übung gerne Euch fragen:

„Was bedeutet Weiblichkeit für dich?“ – Schreib deine Gedanken, Bilder und Emotionen auf und gestalte den Zettel anschließend kreativ! (Auch für Männer geeignet! Ihr könnt auch alle zusätzlich reflektieren, was Männlichkeit für Euch bedeutet 😉 )

Isabelle – rosskastanie.jetzt

Isabelle, eine Weltenbumlerin, Mutter und Abenteurerin mit vielen Ideen im Kopf, kommt im Mai wieder nach Wien und hält dann gleich gemeinsam mit Carina einen 2-tägigen Workshop zu Menstruation und Weiblichkeit mit Bewegungselementen und anschließendem Stoffbinden-Selbstnähen. Für alle, die gerne etwas praktisch machen wollen und sich gleichzeitig mit zwei feinfühligen Frauen auf eine Reise durch die Weiblichkeit bewegen möchten, sicher eine tolle Gelegenheit dafür!

Wie ist das bei Euch? Wart ihr schon mal bei einem Frauenkreis oder Workshop zu Weiblichkeit, dem weiblichen Zyklus oder speziell zu Menstruation?

Alles Liebe,

Eure Marolena 😉


Titelbild: © Nicole Mimra

*Disclaimer: unbezahlte Werbung/Einladung zum Workshop von „Inutitive Womanhood“ und zum „Vaginal Steaming“ – ansonsten selbstbezahlte Teilnahme oder Freundschaftliches Teilen von Events 

My wasteless menstruation

My wasteless menstruation

Because of the beginning of a new year and the celebration of my blog beeing online for six months now, I translated the most read article on the blog from last year to English! So enjoy or check out the original (in german) here 😉

First of all I would like to say that I think it is very important that every woman knows exactly what she likes and if those are not ZeroWaste products in this area of life, that should be perfectly OK! I was a bit hesitant in the beginning, but after some trial and error I got used to my best ZeroWaste menstrual variation: the menstrual cup. More about this below!

 

Why the step towards ZeroWaste menstrual hygiene at all?

Here are a few more hard facts*:

We women need about 10,000 to 17,000 pads or tampons in our lives.

… for approx. 500 periods!

These pads and tampons have to be bought expensively, disposed of somewhere after usage and unfortunately often end up in our oceans. Many conventional pads and tampons also contain plastic fibres which are not only harmful to the environment but also to the body. Who would simply push a piece of plastic into their own vagina and assume that it can be healthy?

 

The alternatives

1. not garbage-free yet, but at least organic quality and degradable: pads and tampons made of organic cotton and without additives.

2. the menstrual cup: my absolute favourite! The menstrual cup is inserted into the vagina just like a tampon and keeps itself in the right place through a vacuum seal. The insertion is achieved by folding the cup in different ways: e.g. C, S, or a bent U – PunchDown – fold. Here you will also find a great video, where the folds and also causes for a leak are better explained (in german). At first I didn’t get along so well with my cup, but then I tried a different fold and that increased the comfort and the security against leakage considerably!

In the beginning I would recommend to simply try a cup. There are usually two sizes and different brands. Please, however, use one that is medically certified silicone! Try out the insertion, different ways and the removal in a peaceful moment at home. Rinse the cup briefly with water before inserting it, this will make the procedure even easier. For example, I changed my cup as often as possible in the shower at the beginning. Then it doesn’t matter if something goes wrong. But after some time I got the hang of it and don’t have a bloodbath in the toilets anymore. With a little humour and curiosity, I’m sure that at some point a woman will find out how to handle it correctly.

Important is the cleaning before, during and after the period. Before and after please let it simmer for about 2 minutes in boiling water and rinse it with water while changing or at least wipe it with paper if there is no water available (water bottle, toilet with sink etc.).

In my opinion the advantages of the cup are manifold: environmentally friendly, inexpensive, pleasant, astonishing because of the insight into one’s own menstruation, getting to know oneself and one’s menstruation and vagina better, practical for on the go! In any case, I have a completely different view of my period, the amount of blood, the colour and consistency and can also deduce whether anything has changed since the last menstruation.

Update: there is a menstrual cup group on Facebook where you can get advice on the right choice.

3. fabric pads: these are now available in some unpackaged shops or online and are used just like traditional pads. I have one for the night, so to speak as security. But there are also workshops or instructions on the Internet on how to easily sew such bandages yourself. Just keep your ears and eyes open!

4. period underwear: More and more of these panties have been coming onto the market for a few years now. On the outside they look like normal underwear, but can hold up to three tampons of menstrual blood, depending on brand and model. Then they are washed with the laundry and can be reused every month.

5. sponges: I have also heard of period sponges that are inserted into the vagina instead of a tampon. Made of natural materials and biodegradable, of course. But there are also some made of plastic. I have not yet tested them myself and can therefore not say whether I would recommend them.

6. free bleeding/free menstruation**: it is said that through training it is possible to bleed in a controlled way on the toilet. Similar to normal urination, then with the menstrual blood, because the blood also comes in waves that can be noticed. I haven’t tried that myself yet, but maybe one of you already has experiences with it that she would like to share!

If you’ve now became super curious and want to learn more about your menstruation, the cycle and the sustainability of your life, then I’d like to share this with you. I am hosting a workshop on ZeroWaste and the female cycle on March 2nd of this year. Come by if you want to get more involved with the female cycle and waste reduction in this context. The workshop is open to all genders and will be held in German.

 

I am looking forward to your comments, registrations and feedback and hope you dare to take the step towards a garbage-free period!

Your Marolena 🙂

 


Further links:

Runter mit der Tampon-Steuer

More of my offers

*www.erdbeerwoche.com/meineregel/wusstest-du.html

**https://derstandard.at/2000069037292/Free-Bleeding-Auf-Binden-und-Tampons-verzichten

Meine Menstruation mal müllfrei

Meine Menstruation mal müllfrei

There is also an english version of this post available on the blog!

Wie versprochen, kommt hier nach einer kurzen Pause ein Artikel zu ZeroWaste Menstruationshygiene!

Vorweg möchte ich sagen, dass ich es sehr wichtig finde, dass jede Frau selbst genau weiß, was sie mag und wenn das eben keine ZeroWaste Produkte in diesem Lebensbereich sind, sollte das auch vollkommen OK sein! Auch ich war zu Anfang etwas zögerlich, habe mich aber nun nach einigem Ausprobieren an meine beste ZeroWaste Menstruationsvariante gewöhnt: die Menstruationstasse. Dazu weiter unten mehr!

 

Warum überhaupt der Schritt hin zu ZeroWaste Menstruationshygiene?

Hier noch ein paar Hardfacts*:

Wir Frauen brauchen in unserem Leben ca. 10.000 bis 17.000 Binden oder Tampons

… für ca. 500 Perioden!

Diese Binden und Tampons müssen teuer gekauft, nach dem Gebrauch irgendwo entsorgt werden und enden leider häufig in unseren Meeren. Viele herkömmliche Binden und Tampons enthalten außerdem einiges an Plastikfasern, die nicht nur schädlich für die Umwelt, sondern auch für den eigenen Körper sind. Wer würde sich schon einfach so ein Plastikstück in die eigene Vagina schieben und davon ausgehen, dass das gesund sein kann?

 

Die Alternativen

1. Zwar noch nicht Müll-frei, aber zumindest Bio-Qualität und abbaubar: Binden und Tampons aus Biobaumwolle und ohne Zusatzstoffe.

2. Die Menstruationstasse: mein absoluter Favorit! Die Menstruationstasse wird genau wie ein Tampon in die Vagina eingeführt und hält sich selbst durch Unterdruck an der richtigen Stelle. Das Einführen gelingt durch verschiedene Faltungen: z.B C, S, oder ein geknicktes U – PunchDown. Hier findet ihr dazu auch ein super Video, wo die Faltungen und auch Ursachen für ein Auslaufen besser erklärt werden. Ich selbst bin zuerst nicht so gut mit meiner Tasse klargekommen, habe dann aber eine andere Faltung ausprobiert und das hat den Tragekomfort und die Auslaufsicherheit maßgeblich erhöht!

Am Anfang würde ich empfehlen, einfach mal eine Tasse auszuprobieren. Es gibt hier meistens zwei Größen und auch unterschiedliche Marken. Bitte aber aus medizinisch getestetem Silikon! Zu Hause dann in Ruhe das Einführen, verschiedene Arten, und das wieder Entfernen ausprobieren. Die Tasse vor dem Einsetzen kurz mit Wasser ausspülen, das erleichtert das Vorhaben zusätzlich. Ich habe zum Beispiel meine Tasse zu Beginn so oft wie möglich unter der Dusche gewechselt. Dann ist es auch egal, wenn mal was danebengeht. Nach einiger Zeit hatte ich aber den Dreh raus und veranstalte nun auch kein Blutbad mehr auf Toiletten. Mit etwas Humor und Neugierde, findet frau aber garantiert irgendwann die persönlich richtige Handhabung heraus.

Wichtig ist noch die Reinigung vor, während und nach der Periode. Vorher und nachher bitte ca. 2 min. lang in kochendem Wasser auskochen und während der Regel beim Wechseln kurz mit Wasser ausspülen oder zumindest, falls mal kein Wasser (Wasserflasche, Klo mit Waschbecken etc.) vorhanden ist, mit Papier auswischen.

Die Vorteile der Tasse sind meiner Meinung nach vielfältig: umweltfreundlich, preiswert, angenehm, erstaunlich durch den Einblick in die eigene Menstruation, sich selbst und seine Menstruation und Vagina besser kennen lernen, praktisch für unterwegs! Ich habe jedenfalls einen ganz anderen Blick auf meine Periode, die Menge an Blut, die Farbe und Konsistenz bekommen und kann daran auch ableiten, ob sich seit der letzten Erdbeerwoche etwas verändert hat.

Update: es gibt auf Facebook eine Gruppe zu Menstruationstassen, in der frau bezüglich der richtigen Wahl beraten werden kann.

3. Stoffbinden: diese kann man mittlerweile in einigen Unverpackt-Läden oder online bekommen und werden genau wie herkömmliche Binden verwendet. Ich habe eine für die Nacht, sozusagen als Sicherheit. Es gibt aber auch immer wieder Workshops oder Anleitungen im Internet, wie man solche Binden leicht selber nähen kann. Haltet dazu einfach mal Ohren und Augen offen!

4. Periodenunterwäsche: Seit ein paar Jahren kommen immer mehr dieser Höschen auf den Markt. Nach außen sehen sie wie normale Unterwäsche aus, können aber je nach Marke und Modell bis zu drei Tampons Menstruationsblut halten. Dann werden Sie mit der Wäsche mitgewaschen und können jeden Monat wiederverwendet werden.

5. Schwämmchen: ich habe auch schon von Periodenschwämmchen gehört, die man anstatt eines Tampons ebenfalls in die Vagina einführt. Aus Naturmaterialien und abbaubar natürlich. Es gibt allerdings auch welche aus Kunststoff. Ich selbst habe diese noch nicht getestet und kann deswegen auch nicht sagen, ob ich sie empfehlen würde.

6. Freies Bluten/freie Menstruation**: angeblich ist es durch Training möglich, die eigene Menstruation kontrolliert auf der Toilette abzubluten. Ähnlich dem normalen Wasserlassen, dann eben mit dem Menstruationsblut, denn dieses komme ebenfalls in Wellen, die man erkennen kann. Auch das habe ich selbst noch nicht ausprobiert, aber vielleicht hat ja eine von euch schon Erfahrungen damit, die sie teilen möchte!

 

Falls ihr jetzt super neugierig geworden seid und euch noch mehr mit eurer Menstruation, dem Zyklus und Nachhaltigkeit in diesem Zusammenhang beschäftigen wollt und gleichzeitig ein wunderschönes Wochenende mit gleichgesinnten Frauen, bei gutem Essen, umgeben von Natur und mit Wohlfühlatmosphäre verbringen wollt, meldet Euch jetzt gleich für das FEMININE POWER RETREAT an! Es wird ein super feines, lehrreiches, Raum öffnendes und angenehmes Wochenende mit Yoga, Meditation, gemeinsamen Tanzen und sich austauschen.

 

Ich freu mich jedenfalls über eure Kommentare, Anmeldungen und Rückmeldungen und hoffe ihr wagt den Schritt hin zu einer müllfreien Periode!

Eure Marolena

 


Weiterführende Links:

Runter mit der Tampon-Steuer

Feminine Power Retreat am Haarberghof von 26.-28. Oktober

*www.erdbeerwoche.com/meineregel/wusstest-du.html

**https://derstandard.at/2000069037292/Free-Bleeding-Auf-Binden-und-Tampons-verzichten

Erdbeerwochen haben Kraft

Erdbeerwochen haben Kraft

Weil einfach mehr über Menstruation gesprochen gehört!

Menstruation ist ein Thema das fast alle Frauen eine Zeit ihres Lebens begleitet. So auch mich und das verstärkt seit eineinhalb Jahren. Meine Periode hat mich schon davor beschäftigt, meist in Form von Krämpfen, Zwischenblutungen und der Frage „wann kommt Sie denn endlich?“. Meine erste Regel habe ich nämlich erst mit ca. 17 oder 18 bekommen. Dass ich es nicht mehr so genau weiß, zeigt auch, dass ich damals noch nicht wirklich wusste, was da in und mit meinem Körper geschieht. Ich hatte zwar eine tolle Aufklärung von meiner Mama bekommen und auch immer wieder über das Thema Regelblutung gelesen, aber trotzdem war ich mir diesbezüglich unsicher. Ich glaube ich hatte schon mit 15 einmal eine kurze Schmierblutung, aber in Folge blieb die Regel lange aus und ich machte mir Sorgen, ob mein Körper richtig funktioniert. Dieses Funktionieren und auch der Druck von außen, dass es doch so wichtig sei, meine Periode bald zu bekommen, haben mir innerlich Stress gemacht. Meine Regel bekam dadurch ein ganz besonderes Gewicht und eine Schwere.

Und dann kam sie endlich! Immer wieder mal, ohne Vorwarnung. Manchmal leicht, manchmal schwer, manchmal in Rot, manchmal bräunlich-verquer.

Hormonelle Verhütung hat dann zuerst eine Regelmäßigkeit, letztendlich aber auch einige Nebenwirkungen mit sich gebracht. Als ich dann beschloss, auf eine nicht-hormonelle Verhütung umzusteigen, kam das Durcheinander wieder. Mein Körper musste sich erneut einpendeln und den eigenen Rhythmus wiederfinden. Den Rhythmus habe ich zwar im Blut, aber in meinem Unterleib ist dieser irgendwie noch nicht ganz angekommen. Mit den Jahren habe ich mich an die Unregelmäßigkeit und Unsicherheit gewöhnt. Auch wenn dadurch hin und wieder peinliche Situationen entstanden sind…

Und dann habe ich über den Umweg ZeroWaste und der Menstruationskappe wieder begonnen, mich mit meiner Periode auseinanderzusetzten. Vollen Schwung bekam diese Beschäftigung mit der einmaligen Gelegenheit, einmal als Protagonistin in einem Werbevideo mitzumachen und zwar für die erdbeerwoche. Bettina und Annemarie, die zwei starken Gründerinnen der erdbeerwoche und vehemente Tabubrecherinnen, was das Thema Menstruation und Zyklus betrifft, haben mit ihrem Start-up Einiges für die Bewusstseinsbildung bezüglich ökologischer, nachhaltiger und gesunder Frauenhygiene geleistet. Dafür habe ich gerne mein Gesicht hergeliehen, um das Thema in der breiten Öffentlichkeit bekannter zu machen. Damals hat mich vor allem die Verbreitung der ZeroWaste-Hygiene Produkte als Alternative begeistert. Durch einige Gespräche mit den zwei Aufbrecherinnen, aber auch in Folge mit vielen anderen Fremden, Freund*Innen und Bekannten, merkte ich, wie wichtig es mir aber auch ist, über Menstruation und Zyklus offen sprechen zu können.

© erdbeerwoche 2017 – Zimtfilm, Bettina Steinbrugger, Elena Beringer, Sarah Haas, Annemarie Harant beim Shooting Werbevideo

Zwei weitere öffentlichkeitswirksame Projekte mit der erdbeerwoche folgten und ich wurde in meinem Umfeld immer mehr ebenfalls zur Tabubrecherin. Ich merkte, dass das Thema nicht nur mich beschäftigt, sondern auch viele andere Frauen und Männer. Einerseits durfte ich also bei einem Shooting mit anderen bewundernswerten Frauen dabei sein und andererseits stand ich dann im Herbst 2017 für das Bildungsprojekt READY FOR RED* als die Hauptfigur Rita wieder vor der Kamera. Diesmal in einem richtigen Studio, mit lustigen Requisiten wie einem Gebärmutter-Mantel in rosa Plüsch und rotem Ketchup, das mir zu einem Zeitpunkt über den, mit einer rosa schimmernden Badehaube bedeckten, Kopf rann. Ich habe eine tanzende Gebärmutter, Bauchkrämpfe, Heißhunger und die Monatsblutung dargestellt und über meine eigenen Erfahrungen gesprochen. Es war ein einzigartiges Erlebnis, das mir viel Spaß gemacht hat!

*READY FOR RED ist eine interaktive Lernplattform zu Menstruation, Zyklus und Co. Passend dazu gibt es auch einen Workshop für Schulen.

 

 

 

 

 

 

© erbeerwoche 2017 – Shooting Ready for Red und Screenshot Intro-Video

Zusätzlich habe ich letztes Jahr eine sehr gute Freundin von mir kennengelernt, die mich nicht nur auf eine meditative Reise in meinen Schoßraum und zu mehr Körperbewusstsein und -gefühl mitgenommen hat, sondern mit der ich auch viele meiner neuen Erlebnisse und alte Erfahrungen teilen konnte. Ich habe mich an einen Workshop erinnert, an dem ich mit 13 teilgenommen hatte. Dort haben wir, organisiert vom Verein „Selbstverständlich“, spielerisch den weiblichen Zyklus mittels einer riesigen Tuch Gebärmutter und einer Plüsch-Vagina erforscht. Durch die Beschäftigung mit meinem Zyklus, dem Lesen von passender Literatur und über Gespräche mit anderen Frauen, habe ich zudem auch mehr Wissen über meinen Körper bekommen, um die zyklischen Veränderungen besser beobachten zu können. Ich bemühe mich nun aktiv in meinen Körper und vor allem meinen Unterleib rein zu spüren. Ich befinde mich immer noch auf einem Weg, der mich aber stetig hin zu mehr Selbstsicherheit mit meiner Menstruation und meinem Zyklus führt.

Wie ich in der Reflexion für das Projekt READY FOR RED feststellen konnte, bedeutet für mich meine Regel heute:

Erneuerung und das Wissen, dass mein Körper so funktioniert, wie er funktionieren soll!

Das Video dazu und viele Aussagen von anderen tollen Frauen* findet ihr hier!

Um auch andere Frauen zu bestärken, sich mehr mit ihrem Zyklus auseinander zu setzten, so vielfältig die Erlebnisse auch sein mögen, haben Eva Teja und ich ein ganz besonderes Seminar für Frauen kreiert: das FEMININE POWER RETREAT. Dieses wird im Herbst in wunderschöner naturnaher Umgebung und mit nährendem Essen zum ersten Mal stattfinden. Wir werden dort unsere Erfahrungen teilen, aber auch einen Raum schaffen, damit die anwesenden Frauen sich gemeinsam über ihren Zyklus, ihre Menstruation, ihre Weiblichkeit und Vieles mehr austauschen können. Ihr könnt dort ebenfalls an einer Schoßraumreise teilnehmen, Freundinnen gewinnen und offen über das Thema sprechen. Der Early Bird-Preis wurde übrigens bis zum 19.8. verlängert!

Im Sinne der Offenheit und Kommunikation, hoffe ich Euch mit meiner Transparenz helfen zu können, auch selbst mehr über das Thema zu sprechen! Ich würde mich freuen von Euch in den Kommentaren zu lesen und in einen Austausch zu treten 🙂

Alles Liebe,

Eure Marolena

 

©Header: erbeerwoche

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