Autor: Marolena

Gastbeitrag: Ein wenig Tropenwärme aus der Ferne

Gastbeitrag: Ein wenig Tropenwärme aus der Ferne

Wer mag es nicht, dieses Gefühl? Den Duft von Meerwasser in der Nase, die heiße Sonne auf dem Rücken, die Füße in weißen Sand gegraben und im Hintergrund die sanften Schwingen wedelnder Palmen. Es muss wohl der Gedanke an dieses Gefühl gewesen sein, der mich im Bioladen nach der Kokosnuss greifen ließ.

Sie war klein, rund und ich hoffte einfach mal, dass sie auch reif war.

Zuhause angekommen stellte ich sie etwas ratlos in der Küche ab.

Ich hatte sie, aber wusste nichts über sie! Wie knackt man eine Kokosnuss und was wollte ich dann überhaupt mit ihr machen?

Google lieferte mir hier, wie so oft, die Lösung. Ich legte mir also kurzentschlossen alles zurecht, was man laut Anleitung zur Bearbeitung der Nuss brauchte: Schraubenzieher, Hammer, Glas und Messer, schaltete mir feierliche Musik an und begann zwei Löcher, an der Seite, wo die Nuss 3 dunkle Abdrücke hat, zu bohren. Durch das eine Loch sollte man nun das Kokoswasser abgießen, das andere diente als Luftloch. Die Schrauberei dauerte eine ganze Weile und das abgießen des Wassers noch länger. Tropfen für Tropfen plätscherte das Wasser, wie es mir vorkam, in Zeitlupe in das Glas. Als es aufhörte, hatte sich ungefähr ein Schluck gesammelt. Erleichtert darüber, diesen Schritt überstanden zu haben, ging ich zum nächsten Manöver über: dem eigentlichen Knacken der Nuss, denn ich wollte ja an das weiße Fleisch kommen! Hierzu sollte ich mit dem Hammer entlang des „Äquators“ mindestens 3 Runden auf die Nuss hämmern! Zu diesem Zeitpunkt war ich froh, dass niemand in der Wohnung war, den ich hätte aufwecken können. Man könnte das natürlich auch genau planen und als Wecker für Familie, Mitbewohner, Nachbarn, … verwenden. Als Belohnung fürs Aufwachen kann man dann gleich mit frischem Kokosfleisch die Gemüter beschwichtigen! Ich hatte nun also rumorös meine vergrabenen Unzufriedenheiten in die Nuss geklöppelt und brachte es nun tatsächlich ganz einfach fertig sie auseinanderzunehmen. Es präsentierten sich mir zwei bilderbuchreife Kokoshälften. Überwältigt stand ich vor meinem Erfolg.

Zwei Kokoshälften © Aradetti

Und ganz plötzlich kam eine ungeheure Experimentierfreude über mich. Ich würde dieser Kokosnuss nicht nur einfach das Fruchtfleisch entnehmen. Nein! Ich würde alles, was möglich war, aus ihr herausnehmen. Mein erstes Projekt hierbei: Selbstgemachte Kokosmilch! Ob das wohl ging? Frische Kokosmilch, ohne Verpackung, ohne Zusätze und ohne Stücke? Ich präparierte mich mit meiner Küchenmaschine, schmiss die herausgetrennten, zerkleinerten Kokosstücke hinein, überschwemmte das Ganze mit Wasser und ließ das Gerät alles zu einer Masse zerstückeln. Die Kokosschalen hatte ich zur Seite gestellt, falls ich später noch etwas mit ihnen machen wollte.

Die milchige Masse, die ich nun hatte ließ sich selbstverständlich noch längst nicht mit der gekauften Kokosmilch vergleichen, ich musste sie filtern. Da mein Sieb in der WG gerade auf wundersame Weise verschwunden war, musste ich auf andere Mittel zurückgreifen: die French Press Kaffeemaschine! Kennt ihr die? Man füllt Kaffee hinein und drückt diesen dann hinunter? Es war die perfekte Idee und funktionierte fantastisch! Ein Glas, rein weiß und so frisch, wie es nur geht stand triumphal auf meinem Esstisch! Je nach Geschmack sollte man diese frische Milch dann noch mit Wasser verdünnen und eventuell mit Dattel, Agavendicksaft oder einem anderen Süßungsmittel versüßen, ODER: man bearbeitet das ganze gleich noch weiter. Mit zwei TL Johannisbrotkernmehl kann man ganz schnell einen Kokospudding zaubern, den man mit Zimt und Kakao oder mit Früchten unterziehen kann!

Kokospudding © Aradetti

Die Milch hatte ich nun also verarbeitet, übrig blieben mir das Püree aus der Maschine, eigentlich waren es richtige Kokosflocken, ein Teil davon war so gut passiert worden, dass es schon zu Kokosöl geworden war. Ich trennte also diese beiden Teile: frisches Kokosöl und Kokosflocken und beschloss daraus Kokosmakronen zu machen! Ich heizte also den Backofen auf 180° vor, schmierte das Backblech mit dem frischen Kokosöl ein, um kein Backpapier zu verwenden, schmiss die Kokosflockenmasse in eine Schüssel und überlegte, womit ich sie süßen sollte. Zufällig hatte ich eine Ananas im Haus und das schien mir die perfekte Kombination für meine Tropen-feeling-Bällchen zu sein. Ich entfernte also die Schale der Ananas, schnitt sie in Ringe und entfernte den Mittelstiel.

Aufgeschnittene Ananas © Aradetti

Zwei der Ringe überließ ich dann wieder der Küchenmaschine, den Rest gab ich in den Kühlschrank. Die passierte Ananasmasse mischte ich dann mit zwei TL Chiasamen (um die Masse zu binden) unter die Kokosflocken und begann Bällchen zu formen. Da sich die Masse sehr nass in meinen Händen anfühlte quetschte ich sie immer noch ein bisschen aus und drückte dann so lange an den Kugeln herum, bis sie eine einheitliche Form hatten. Insgesamt ergaben sich so 10 Kokosbällchen, die ich dann für ca. 15 Minuten in das Backrohr gab. Das Ergebnis war wunderbar. Wer das Ganze noch etwas veredeln möchte könnte in die Mitte der Masse eine Haselnuss geben und das Ganze noch mit dunkler Schokolade überziehen.

Kokosbällchen auf Blech © Aradetti
Kokosbällchen © Aradetti

Durch das Formen der Bällchen hatte ich wieder einigen Saft in der Schüssel übrig, den ich wieder in meine French Press gab, filterte und nun einen Kokos-Ananas-Saft hatte.

Vom Fleisch der Kokosnuss hatte ich nun wirklich alles verwendet! Übrig blieben mir nur die beiden Schalen, die mir absolut zu hübsch zum Wegwerfen waren!

Nach einigem Rumkramen fand ich etwas Schleifpapier in meinem Zimmer und machte mich daran, die haarige Außenseite und danach die Innenseite abzuschleifen, bis sich beides seidenweich und glatt anfühlte. Kurze Zeit später lagen zwei Kokosschüsseln vor mir, die eine allerdings mit zwei Löchern. Ich beschloss diese für meine Hausschlüssel zu verwenden und die andere als Servierschale für meine selbstgemachten Kokosmakronen.

Kokosschalen © Aradetti

Vollkommen frisch, absolut zero waste und ohne Zucker! Der Aufwand hatte sich gelohnt! Ich lehnte mich in meinem Sessel zurück und betrachtete selig mein Werk. Als ich die Augen schloss roch ich salzige Meerluft und tropische Früchte, hörte die Schreie von Südseevögeln und spürte die Wärme der Sonne. Es fühlte sich gut an im Urlaub zu sein!

Bon Appetit und schöne Träume!

Wünscht euch eure

Aradetti


Aradetti ist 22 Jahre alt, Studentin (um einen Brotjob zu haben), Naturliebhaberin und im Herzen Künstlerin. In ihrem Alltag begleiten sie immer ein Skizzenblock, eine Füll- und eine Tuschefeder, ein Notizbuch, ihr Fahrrad und hin und wieder ihre Kamera. Mehr Inhalte von „Aradetti“ findet ihr auf Instagram!

© Aradetti
Mit voller Vorstellungskraft voraus in eine nachhaltigere Welt

Mit voller Vorstellungskraft voraus in eine nachhaltigere Welt

Vor zwei Wochen war ich bei einem faszinierenden Vortrag mit anschließendem Workshop von Rob Hopkins. Das Thema war der Wandel zu einer nachhaltigeren Welt und wie wir den Weg dorthin beschreiten können.

Rob Hopkins ist Gründer des Transition Netzwerks. 2005 startete er mit einigen seiner Studierenden die Bewegung, die zuerst als die Transition Town Bewegung bekannt wurde. Transition Towns sind Städte, die sich partizipativ, zusammen mit der Gemeinschaft und der politischen Gemeinde zusammenschließen und Projekte unterschiedlichster Art umsetzen. Ziel ist es frei von fossilen Energieträgern zu leben, wieder lokaler zu produzieren und zu konsumieren und die regionale Wirtschaft und die Menschen vor Ort zu stärken. Das Miteinander steht im Mittelpunkt. Sich in der Nachbarschaft kennen lernen, das Gefühl haben wirklich eine Veränderung zu bewirken, neue Fertigkeiten lernen und die großen Herausforderungen (Klimawandel, soziale Ungleichheit, ökonomische Probleme etc.) anpacken, sind nur ein paar der Gründe, warum sich Transition Towns gründen. Mittlerweile gibt es weltweit in über 50 Ländern Transition Initiativen.

In seinem Vortrag am Sonntag den 31.3.2019 gehostet von Global2000 und organisiert vom RCE Vienna der WU Wien beschreibt Hopkins aber noch viel mehr als die Transition Town Bewegung. Er stellt insgesamt 9 Fragen, mit denen er die Vorstellungskraft von uns Menschen beflügeln und ein Bild von einer positiven Zukunft malen will. Da ich selbst in den letzten Jahren immer pessimistischer, aufgrund aktueller Ereignisse, politischer Rahmenbedingungen und Meldungen aus meinem Umfeld, geworden bin, berühren mich Rob Hopkins Worte ganz besonders. Immer wieder bekomme ich Tränen in den Augen, weil das Bild, das er zeichnet, so beeindruckend und erstrebenswert wirkt. Er spricht aus einer ganz anderen Perspektive, als das sonst sehr häufig in der Umweltdebatte der Fall ist. Bedrohliche Szenarien, Artensterben und Menschenleid weichen der Vorstellung von gemeinschaftlichen Räumen, mehr Natur, mehr Freiheit, mehr Lebensqualität und musikalischen, achtsamen und kreativen Menschen, die mit ihrer Umwelt in Einklang leben. Die Herangehensweise fasziniert mich! Nicht mehr zu fragen „was ist?“, sondern „was wäre wenn…?“ Die wichtigste Frage für mich aus dem Vortrag ist: „Was wäre, wenn sich alles zum Guten entwickelt?“ Der Ansatz andere Geschichten und Bilder zu erzählen, wenn wir über die Klimakrise und Umweltthemen sprechen, verändert auch die Wahrnehmung von uns Menschen und löst anstatt Stress das Gefühl aus, sich doch wieder etwas Angenehmes und Positives vorstellen zu können. Ich versuche mir mittlerweile mehr und mehr dieser Geschichten in mein Leben zu holen und würde mich auch freuen, wenn wir uns mehr zu positiven Beispielen zum Umgang mit dem Klimawandel, sozialer Ungleichheit oder ökonomischen Schwierigkeiten austauschen!

Rob Hopkins identifiziert für den Wandel einige wichtige Elemente wie einen spielerischen Zugang und generell mehr Spiel in unserem Leben, die Idee Vorstellungskraft als essentiell für unsere Handlungen zu sehen, diese auch in Schulen zu lehren und Politiker*innen zu haben, die die Kultivierung von Imagination priorisieren, mehr Zeit in der Natur zu verbringen und bessere Fragen zu stellen. Die Leichtigkeit, Kreativität und Flexbibilität in diesem Ansatz ist im Vortrag spürbar.

In dem anschließenden Workshop zeigt uns Rob Hopkins die Möglichkeiten der Vorstellungskraft gekonnt auf. Wir sollen alle die Augen schließen und uns eine Tür vorstellen. Diese Tür beginnt zu leuchten und wir machen einen Schritt nach vorne und treten durch die Tür in die Zukunft. Wie fühlt es sich dort an? Was sehen wir? Wie riecht es dort? Wer ist dort? Was können wir hören? Über unsere Sinne beschreiben unterschiedliche Teilnehmer*innen Eindrücke, die sie durch die Imagination sammeln konnten. Die Augen bleiben geschlossen und die Worte ergänzen das eigene Bild. Es riecht nach frisch geschnittenem Gras, die Vögel zwitschern, jemand kocht auf der Straße Chili für alle in der Nachbarschaft, Fahrräder bevölkern die Straßen, Kinder spielen zwischen Bäumen in der Stadt, die Luft ist angenehm zum Atmen, jemand macht Musik, die Energie kommt von der Sonne und anderen erneuerbaren Energieträgern, Lebensmittel werden in der Stadt angebaut und es gibt keine Autos rundherum, Tiere leben in der Stadt, es fühlt sich angenehm, warm und frei an…

Nachdem wir noch mit geschlossenen Augen Eindrücke geteilt haben, treten wir wieder einen Schritt zurück in die Gegenwart und öffnen diese langsam wieder. Die Gefühle zum Abschluss der Übung sind für mich gemischt. Es bleibt die bunte, lebendige und spielerisch, achtsame Vision aber auch eine Traurigkeit und Sorge, dass ich so eine Welt vielleicht nie erleben werde…

© Pine Watt via Unsplash

Übung: Ich möchte Euch an dieser Stelle einladen, ebenfalls diese stärkende Vorstellungsreise in die Zukunft zu machen. Vielleicht könnt ihr das ja auch mit Freund*innen gemeinsam machen und euch dann dazu austauschen.

Was bei mir in Erinnerung bleibt, ist das Wissen, dass in dem Workshop viele Visionen aufkamen, die manche Orte und Städte bereits umsetzten. Denn es sind keine futuristischen Vorstellungen wie aus Science Fiction Filmen, sondern alltägliche Handlungen und Änderungen, die zum Teil mit wenig Aufwand bereits existieren oder politischen und gesellschaftlichen Willen zur Umsetzung benötigen. Die Lösungen sind also schon da, jetzt ist es Zeit sie zu leben! Das erinnert mich auch an einen besonderen Film über eine nachhaltige Welt „Tomorrow – die Welt ist voller Lösungen“, der vielleicht auch ein paar von Euch inspirieren kann, und daran, dass es weltweit Menschen gibt, die in ihrem Bereich versuchen einen Unterschied zu machen.

Alles Liebe,

Eure Marolena <3


*Disclaimer: unbezahlte Werbung / verlinkte Seiten

Digitaler Müll und einfach mal abschalten!

Digitaler Müll und einfach mal abschalten!

Da sich für mich ZeroWaste nicht nur auf die physische analoge Welt, sondern auch auf die mentale und digitale Welt bezieht, wende ich das Konzept auch in den Bereichen meiner Mediennutzung im Sinne der Achtsamkeit an. Hier bedeutet für mich „Müll-frei“ zu leben, die digitale Welt so einzurichten, dass ich möglichst wenig abgelenkt werde und meine Kanäle und genutzten Plattformen reduziere und/oder ordne und ausmiste.

In den letzten eineinhalb Wochen habe ich mein Instagram deaktiviert und auch sonst versucht mehr Zeit ohne digitale Medien zu verbringen. Ich habe viel gelesen, sogar wieder Zeitung, mehr Radio gehört, mehr Zeit mit Menschen verbracht. Die große Abneigung die ich gerade verspüre, wenn ich daran denke Instagram wieder zu aktivieren, zeigt mir wie viel Einfluss soziale Medien und die Überwältigung mit Inhalten auch auf mich hat. In letzter Zeit fällt mir generell auf, dass sich auch Menschen mit vielen Followern wie zum Beispiel dariadaria länger aus der digitalen Welt zurückziehen. Hier tagtäglich achtsam mit dem eigenen Konsum umzugehen ist für mich in Zukunft der nächste Schritt, wie ich die Vorteile der digitalen Welt nutzen und gleichzeitig mehr Zeit im Hier und Jetzt verbringen möchte. Da ich selbst auch durch meine Arbeit mit diesem Blog und der damit verbundenen Präsenz in den sozialen Medien Teil der digitalen Welt bin, möchte ich die Vorteile, das Vernetzen, Kommunizieren, Ideen und Anliegen teilen, fokussieren. Zusätzlich werde ich meine Plattformen in Zukunft auch so nutzen, dass ich Euch (meine Leser*innen) dazu animieren möchte, mehr in der realen Welt zu tun. Deswegen wird es ab jetzt am Ende jedes Beitrages eine kleine Anregung, Übung oder ein Spiel zum selber machen geben 😉  

© Le Buzz via Usplash

Ein paar Tricks, die ich mir über die letzten Jahre bezüglich eines geordneten und (für mich) sinnvollen digitalen Lebens gesammelt habe, um meinen Online-Konsum zu steuern, möchte ich diesmal mit euch teilen:

  1. E-Mails:

Überfüllte und unsortierte E-Mail Ordner machen mich nervös und geben mir das ständige Gefühl von „ich habe was vergessen und muss noch irgendetwas beantworten“. Was mir hier besonders geholfen hat, ist alle E-Mail-Konten in einem Programm (in meinem Fall Thunderbird) zusammenzufassen und in thematischen Ordnern meine Mails zu archivieren. Der neueste Zusatz ist ein „To-Do“-Ordner, in den alle Mails wandern, die ich noch beantworten oder bearbeiten muss. Alles Bearbeitete kommt in die genannten thematischen Ordner.

Zusätzlich habe ich mich über die Jahre von allen Newslettern abgemeldet, die ich nicht wirklich interessiert gelesen habe. Das spart übrigens auch Ressourcen und Energie, da weniger Mails verschickt und über die Server transferiert werden müssen. Es macht hier auch Sinn regelmäßig den Papierkorb zu entleeren und alte Mails zu löschen, da diese ebenfalls Speicherplatz und Energie auf Servern benötigen.

Auf meinem Handy bekomme ich die Mails nicht automatisch, sondern muss diese manuell abrufen, wenn ich sie lesen möchte. So werde ich nicht von Mails in meinem Tag unterbrochen und kann mir gezielt pro Tag Zeit für die Bearbeitung von Mails nehmen.

2. Facebook

Ich habe seit meiner Auseinandersetzung mit ZeroWaste und Achtsamkeit begonnen auch hier die Anzahl an abonnierten Seiten zu reduzieren. Das schafft einerseits mehr Klarheit, ich sehe mehr Beiträge von Freund*innen und differenzierten Content bekommt man hier seit einigen Jahren aufgrund der Filterblasen sowieso nicht mehr. Ich versuche hier auch nur Seiten und Gruppen zu folgen, die für mich sinnvolle Beiträge und positive Nachrichten liefern. Facebook habe ich zudem nicht auf meinem Handy.

3. Handy

Eine erste Änderung, die ich vorgenommen habe, ist alle Apps in Ordnern zu organisieren und den „Startbildschirm“ so einfach wie möglich zu halten. Dadurch, dass die Apps in Ordnern sind, ist man nicht so verführt unkontrolliert durch die Apps zu klicken und sich in der Fülle an Möglichkeiten zu verlieren. Außerdem habe ich alle nicht aktiv genutzten Apps, die ich nicht löschen konnte, deaktiviert. Zusätzlich deaktiviere ich die Berechtigung von Apps mir Benachrichtigungen zu schicken. Auch das reduziert die Ablenkung.

Übersicht über meine Sortierung auf dem Smartphone
  • Whatsapp

Hier habe ich von einer Bekannten den Tipp bekommen, dass man Chats archivieren kann und diese, wenn man wieder kontaktiert wird, wieder aufscheinen. Ich habe also nur jene Chats aktiv, bei denen ich noch eine Handlung setzen muss (antworten, etwas recherchieren, anrufen etc.). Wenn ich geantwortet habe, archiviere ich den Chat.

  • Einfach mal abschalten!

Ich versuche nun schon seit einem Jahr regelmäßig und täglich eine bildschirmfreie Zeit umzusetzen. Laptop und Handy bleiben ausgeschaltet. In meiner Erfahrung eignen sich dafür vor allem Zeiten morgens oder abends, die man sich bewusst freihält. Oder ihr versucht tatsächlich mal einen Tag (oder sogar mehr) ohne Laptop und Handy zu verbringen.

Habt ihr noch mehr Tricks rund um den Umgang mit Smartphone und Co? Schreibt es mir gerne in die Kommentare!

Und hier nun die erste kleine Anregung:

Geht in der nächsten Woche eine Runde spazieren und lasst euer Handy zu Hause. Genießt die frische Luft und lauscht den Vögeln. Was könnt ihr rundherum sehen? Wie riecht die Umgebung? Welche Gedanken begleiten euch? Kommen euch vielleicht sogar kreative Ideen? Wer begegnet euch auf eurem Weg durch die Stadt/die Felder/Wiesen/den Wald? Was könnt ihr hören?

Ich wünsche euch einen angenehmen und entspannenden Spaziergang J

Eure Marolena


Titelbild: © Chad Madden via Unsplash

*Disclaimer: unbezahlte Werbung / verlinkte Seiten


Alles was du nicht brauchst um ZeroWaste zu leben

Alles was du nicht brauchst um ZeroWaste zu leben

You can find the english version here!

Auch ich bin in die Falle getappt und habe mich von all den glänzenden Edelstahlboxen und Strohhalmen, die in ZeroWaste Läden angeboten werden, verführen lassen und gleich mehrere ZeroWaste Gadgets gekauft. Doch um den Prozess Richtung ZeroWaste zu starten, braucht man erstmal gar nichts, außer einer positiven Haltung und Einstellung, dass man selbst etwas ändern möchte.

Wenn ihr mit ZeroWaste oder einfach nur mal Abfallreduktion zu Hause und mit mehr Nachhaltigkeit starten wollt, nutzt erstmal die Dinge, die ihr bereits zu Hause habt. Hier sollte klar sein, dass auch die „ZeroWaste“ Produkte produziert, verpackt und transportiert werden müssen und somit ebenfalls Ressourcen verbrauchen. Es ist also generell nachhaltiger das zu verwenden, was bereits produziert wurde und man schon zu Hause hat. Sollte man doch etwas Bestimmtes brauchen, lohnt es sich es vorerst Second-Hand zu suchen, es sich auszuleihen oder Freunde und Familie darum zu fragen.

Lasst uns also mal die gängigsten Dinge anschauen, die sich Viele zu Beginn der ZeroWaste Reise anschaffen:

  • Stofftaschen: Wahrscheinlich habt ihr bereits einige Taschen, Rucksäcke oder Ähnliches zu Hause. Verwendet vorerst diese, bis sie nicht mehr zu gebrauchen sind.
  • Produktsackerl: Viele kaufen sich Stoffsäckchen für den Einkauf von Obst und Gemüse sowie Trockenware. Hier könnt ihr aber auch einfach die etwas größeren Taschen nehmen, oder euch aus alten T-Shirts welche selbst machen. Die Anleitung dazu habe ich euch hier verlinkt!
Selbstgemachtes Sackerl mit Flade
  • Strohhalme: Der Edelstahlstrohhalm ist bis heute einer meiner lustigsten ZeroWaste Gegenstände und immer ein Gesprächsstarter, deswegen mag ich ihn immer noch gerne. Allerdings habe ich ihn sehr selten für den eigentlichen Zweck, das Trinken von Flüssigkeiten, verwendet. Viel einfacher ist es Getränke ganz ohne Strohhalm zu trinken, bzw. Getränke zu konsumieren, die keinen Bedarf nach einem Strohhalm haben.
  • Spork/Bambus-Besteck für unterwegs: Ich hatte zu Beginn auch lange darüber nachgedacht mir eine Löffel-Gabel-Messer Kombination (Spork) oder Bambus Besteck anzuschaffen, habe mich aber letztendlich doch für das ganz normale Besteck von zu Hause entschieden. Dieses habe ich nun immer in meiner Tasche. Es ist etwas schwerer, aber letztendlich preisgünstiger und ich musste nichts Neues kaufen.
  • Spezielle Körperseife: ganz normale Seife tut es auch 😉
  • Zahnpastatabs und Mundwasser: Die billigere Variante ist es diese einfach selbst zu machen. Meine Rezepte dafür findet ihr hier.
ZeroWaste Gadgets Neuanschaffungen und Wiederverwendetes
  • Glas/Edelstahlbehälter: Auch ich habe mir zu Beginn fancy Behälter gekauft und meine alte Tupperware aussortiert. Ressourcensparender wäre es hier gewesen die Behälter zu nutzen, die ich bereits zu Hause hatte. Zusätzlich verwende ich heute jene Gläser, die sich durch den Kauf von Produkten im Glas (Tomatensoße, Mais, Milch, Joghurt, Bohnen etc.)  ansammeln. Diese kann man gut für den Transport von Essen zur Arbeit oder Uni, als Behälter für flüssige oder trockene Ware aus dem Unverpacktladen und vieles mehr nutzen kann. Es ist nicht nötig spezielle Gläser zu kaufen. Wenn der Ästhetische Aspekt besonders wichtig ist: die Aufkleber auf den Gläsern und Flaschen gehen gut mit Natron und Wasser runter.
  • Edelstahlfalsche: wenn ich ehrlich bin, brauche ich diese in ihrer Form doch recht häufig, da meine sowohl als Thermosflasche als auch Wasserflasche funktioniert. Generell finde ich es aber sinnvoller eine Flasche zu verwenden, die man schon zu Hause hat. Hier könnte man zum Beispiel auch alte Milchflaschen, Schraubgläser, Bierflaschen mit Kippverschluss oder Ähnliches verwenden.

Genau über das Thema habe ich übrigens auch im Podcast „Hör mal wer die Welt verändert“ mit zwei UBRM-Studentinnen Caro und Anna und mit Vivi von ZeroWasteVienna gesprochen. Dort findet ihr auch noch weitere Tipps! Den Podcast könnt ihr auch auf Spotify und ITunes hören.

„Hör mal wer die Welt verändert“ – Podcast Aufnahme mit Caro, Anna und Vivi

Lasst euch also nicht von perfekten Instagram-Bildern beeinflussen, sondern überlegt zuerst was für euch am besten funktioniert, was ihr wirklich braucht, was ihr bereits zu Hause habt und ob ihr euch die Teile auch leisten wollt.

Welche Typischen ZeroWaste Produkte fallen euch noch ein, die man nicht unbedingt gleich kaufen muss? Schreibt es mir in die Kommentare!

Alles Liebe,

Eure Marolena 😉


*Disclaimer: unbezahlte Werbung – verlinkte Seiten