Autor: Marolena

Mit dem Zug in den Norden – von Wien nach Rendsburg

Mit dem Zug in den Norden – von Wien nach Rendsburg

Im Juli bin ich für ein Erasmus-Praktikum nach Schleswig-Holstein gezogen und verbringe hier nun meinen Sommer. Meine Reise habe ich klimafreundlich mit dem Zug zurück gelegt und bin immer noch (trotz Deutscher Bahn Mankos) ein Zugfan! Zu meinen bisherigen Gründen, warum ich Zugfahren mag, ist noch ein weiterer dazugekommen: man lernt im Zug neue Leute kennen und hat tatsächlich entspannt Zeit sich zu unterhalten! Ich hab mir nach der Reise nun auch vorgenommen in Zukunft innerhalb Europas gar nicht mehr zu fliegen. Und auch längere Reisen kann man mit dem Zug erledigen, wie ein Freund von mir mit seiner ökologischen Reise nach Neuseeland eindrucksvoll bewiesen hat. Auf seinem Blog findet ihr mehrere Beiträge dazu.

Erstmal von Wien nach Hamburg

Auf meiner Route von Wien nach Salzburg, in meine Heimatstadt, habe ich die Westbahn genommen und bin so entspannt zu meinem ersten Stopp gekommen. Am nächsten Tag bin ich zuerst mit dem Meridien nach München und dann mit dem ICE nach Hamburg gefahren. Die Strecke habe ich in nur 8 Stunden zurückgelegt, was ich wirklich vollkommen in Ordnung finde! Vor allem, wenn man was zu lesen, zu arbeiten oder schreiben dabei hat.

Auf der Reise durch Deutschland fand ich außerdem die Veränderung der Landschaft besonders spannend und habe deswegen ganz viel einfach nur aus dem Fenster geschaut. Man fährt durch die unterschiedlichsten Städte, durch Weinberge, riesige und kleine Felder, durch Tunnels und an Häfen vorbei. Der Dialekt der Menschen und die Menschen selbst verändern sich immer wieder. Besonders toll fand ich, dass der ICE richtig viel Platz und Komfort auch in der 2. Klasse hat. Ein Tipp hier: bucht eure Reise so früh wie möglich! So bekommt man oft einen guten Sparpreis.

Und ein zweiter Tipp: Nehmt euch genug Snacks für unterwegs mit! Ich hatte hier leider zu wenig Nahrung eingepackt und musste dann auf das Angebot der Bahn zurückgreifen, da ich kurz vor Hamburg am Verhungern war. Eine freundliche Bahnbegleiterin hat mich dann mit einem Käsebrot versorgt, da es keine vegane Alternative gab. Ich war zu dem Zeitpunkt aber einfach dankbar für ihr Mitdenken, da sie offensichtlich an meinem Gesichtsausdruck gleich erkannt hat, dass ich super hungrig bin und gefragt hat, ob ich etwas Nahrhaftes brauche. Weitere Tipps zum müllfreien Reisen findet ihr auch hier.

Ich bin dann um kurz nach 21:00 in Hamburg angekommen und hab mich auf die Suche nach meinem Anschlusszug gemacht. Am angezeigten Gleis angekommen, mit meinen fünf verschiedenen Gepäcksstücken bepackt und schon etwas angestrengt, ist mein Anschlusszug plötzlich von der Anzeige-Tafel verschwunden. Ich also mit all meinen Sachen die Treppen am Hamburg Hauptbahnhof rauf und runter, zur Information und dann mal von einem etwas unfreundlichen Bahnmitarbeiter erfahren, dass mein Zug nicht fährt. Er wollte mich dann über Kiel nach Rendsburg schicken, was weitere zwei Stunden gedauert hätte. Ich hab’ mich dann entschieden, einen Freund anzurufen und zu fragen, ob ich bei seiner Schwester in Hamburg auf der Couch unterkommen kann. Nach einem raschen Hin und Her, hat das glücklicherweise geklappt. Und wieder war ich super dankbar!

Glück im Unglück!

Der extra Tag in Hamburg hat sich dann auch voll auf gelohnt und ich habe am nächsten Tag etwas ausprobiert, was ich bisher noch nie gemacht habe. Ich war nämlich mit Bekannten dann am nächsten Tag Stand-up Paddeln und Picknicken und bin abends mit dem besagten Freund gemeinsam im Auto weiter nach Rendsburg gefahren. Trotz des kleinen Abenteuers zum Schluss der Reise, bin ich also rechtzeitig vor meinem ersten Arbeitstag, gut und sicher zum Ziel gekommen.

Auch meine anderen Ausflüge mit den öffentlichen Verkehrsmitteln hier in der Region haben bis jetzt super geklappt. Aber darüber erzähl ich euch später mehr!

Vorerst verbleibe ich mit einer kleinen Challenge für euch: Plant doch euren nächsten Urlaub mal ohne Flugzeug. Schaut nach, was es zeitlich und finanziell ausmachen würde, wenn ihr am Boden bleibt. Vielleicht kommt ihr ja auch an anderen spannenden Orten vorbei und erlebt Dinge, die ihr sonst nicht mitbekommen würdet 😉

Alles Liebe,

Eure Marolena 🙂


*Disclaimer: unbezahlte Werbung/verlinkte Seiten

Titelbild: © Al Ishrak via Usplash

Inspirierende Bücher für den Sommer

Inspirierende Bücher für den Sommer

Wie ich euch in diesem Beitrag bereits erzählt habe, lese ich unglaublich gerne. Da der Sommer da ist und viele von Euch nun sicher wieder mehr Zeit zum Lesen haben (vielleicht ja auch in Zügen unterwegs zu fernen Ländern), möchte ich euch gerne meine Lieblings- und inspirierende Bücher mit viel Wissenswertem vorstellen. Einige der Wörter, Sätze und Seiten haben mich nachhaltig beeinflusst und vielleicht berühren Euch ja auch ein paar davon. Mehr Inspirationsquellen findet ihr auch hier!

Jorge Bucay – Komm ich erzähl dir eine Geschichte

Dieses Buch ist eines meiner absoluten Lieblinge, da durch märchenhafte Erzählungen wie aus Tausend und einer Nacht unterschiedliche Themen bearbeitet werden. Es geht um Freiheit, Konsum, was uns im Leben wirklich wichtig ist, Liebe und Beziehung. Meine Lieblingsgeschichte darin handelt zum Beispiel von einem König, der einen besonders glücklichen Diener hat. Er möchte gerne wissen, warum dieser so erfüllt ist, obwohl er doch nur ein Diener und nicht reich ist. Der Wesir des Königs bietet an, ihm zu zeigen, warum. Der Preis dafür ist das Glück des Dieners. Der König und der Wesir legen dem Diener einen Sack voll Gold auf die Türschwelle. Als der Diener das Gold findet ist er überglücklich und fängt an das Gold zu Zehnerstapeln aufzutürmen. Doch dem letzten Stapel geht eine Münze ab. Es sind also nur 99 Goldmünzen. Der Diener fängt an zu berechnen, wie lang er arbeiten muss, um die letzte Münze zu bekommen…
Wie es weitergeht möchte ich nicht vorweg nehmen, ihr könnt mir gerne schreiben, wenn ihr das Ende wissen wollt!  

Cover „Komm ich erzähl´dir eine Geschichte“ – Foto (c) Elena Beringer

Jonathan Safran – Tiere Essen

Zusätzlich zu den Filmen „Cowspiracy“ und „What the Health“ war diese Buch für mich der Auslöser endgültig auf Fleisch verzichten zu wollen. Safran beschreibt hier anschaulich und mit vielen Fakten gespickt die Situation der heutigen Massenproduktion von Tieren und das damit verbundene Leid. Dieses Buch muss man heutzutage meiner Meinung nach gelesen haben! Es ist einfach ein Klassiker der Umwelt- und Veganliteratur!

Cover „Tiere Essen“ – Foto (c) Elena Beringer

Catherine Clement – Theos Reise

Als Teenagerin haben mich die Weltreligionen stark beschäftigt. Vor allem in der Zeit als ich noch nicht sicher war, ob ich mich in der katholischen Kirche firmen lassen möchte oder nicht. Ich habe es letztendlich bleiben gelassen…

In „Theos Reise“ wird man selbst auf eine Reise durch die Welt und die vielfältigen Religionen mitgenommen. Durch die leicht verständliche Sprache habe ich hier zum ersten Mal die unterschiedlichen und doch sehr ähnlichen Haltungen der Weltreligionen verstanden. Besonders im Kopf geblieben ist mir dabei die muslimische Welt und die unterschiedlichen religiösen Richtungen und deren Ursprünge, die durch Theos Augen erstmals Sinn ergeben haben.

Cover „Theos Reise“ – Foto (c) Elena Beringer

Daniel Quinn – Ismael

Dieses Buch ist ein absolutes Muss! Durch ein Zwiegespräch von Ismael und seinem Schüler wird die Menschheitsgeschichte neu aufgerollt und unsere gesellschaftlichen Werte diskutiert und klar aufbereitet. Die Umweltzerstörung, unser industrielles, konsumorietiertes System und damit verbundene Verhaltensweisen und deren Ursprung stehen im Zentrum. Es ist ein Roman, der so stark zum Denken anregt, dass ich ihn, nur wenige Jahre nach dem ersten Mal lesen, unbedingt wieder lesen will. Ich bin mir sicher, dass jede*r andere Weisheiten hieraus ziehen kann und sag euch einfach nur: lasst euch auf die Geschichte ein und ihr werdet zu einigen spannenden Erkenntnissen kommen!

Cover „Ismael“ – Foto (c) Elena Beringer

Khalil Gibran – Der Prophet

In kurzen Texten zu den vielfältigsten Themen eines menschlichen Lebens finden sich in diesem Buch von Khalil Gibran eine Weisheit nach der anderen. Der Protagonist, der Prophet, spricht zu dem Volk, bevor er sich auf eine Reise begibt, und teilt dabei seine Gedanken. Dieses Buch hat mich extrem berührt, da darin so viele wunderschöne und positive Gedanken enthalten sind. Dieses Buch bringt vieles auf den Punkt und regt in beeindruckender Klarheit Emotionen und Gedanken an.

Jessa Crispin – Warum ich keine Feministin bin

Seit letztem Jahr habe ich vermehrt das Bedürfnis mich wirklich fundiert mit dem Thema Feminismus auseinanderzusetzten. Dieses Buch hat mein Grundwissen mit neuen Ideen zum Feminismus erweitert. Viele Gedanken, die ich zum Feminismus bisher auch hatte, wie „der neue Feminsimus ist nicht radikal genug“ oder „braucht es Feminismus überhaupt noch?“, werden angesprochen. Natürlich ist der Text von den Ansichten der Autorin gefärbt, er regt aber jedenfalls zum Nachdenken an und hat meinen Horizont definitiv erweitert.

Lina Jachmann – Einfach leben

Die Sammlung von Geschichten von Menschen, die versuchen einfacher, nachhaltiger und minimalistischer zu leben, ist ein gutes Beispiel für ein Buch, das neue Wege aufzeigt, wie das Leben nach einer Transformation unseres derzeitigen Systems ausschauen kann. Besonders spannend fand ich die Menschen, die mit extrem wenig Besitz auskommen und dadurch andere Werte wieder wichtiger werden. Schön finde ich hier auch die gesammelten Anregungen für das eigene Leben, DIYs und die wirklich schön gestalteten Photographien.

Brené Brown – Verletzlichkeit macht stark

Obwohl ihr erstes Buch „Die Gaben der Unvollkommenheit“ Schritte hin zu mehr Verletzlichkeit liebevoll und mit vielen Beispielen aufbereitet, hat mir ihr zweites Buch noch etwas besser gefallen. Vielleicht lag dies auch an dem Zeitpunkt zu dem ich dieses Werk gelesen habe. Ich habe anhand des Buches einige persönliche Themen vor allem im Zusammenhang mit romantischen Beziehungen für mich bearbeitet. Besonders schön finde ich an der ganzen Arbeit von Brené Brown, dass Verletzlichkeit ein essentieller Baustein für eine liebevolle und empathische Gesellschaft sein kann und sie dieses Thema aus wissenschaftlicher als auch persönlicher Perspektive gekonnt bearbeitet. Wer noch nie von Brené Brown gehört hat, kann sich zum Einstieg auch ihren Ted-Talk anschauen!

Cover „Verletzlichkeit macht stark“ – Foto (c) Elena Beringer

Erich Fromm – Haben oder Sein

Das philosophische Werk von Erich Fromm ist für mich vor allem deswegen so spannend, weil es Ideen andenkt, die auch heute noch hochaktuell sind. Fromm diskutiert was wir im Leben brauchen, was ein gutes Leben ausmacht und warum unsere Gesellschaft so auf das „Haben“ ausgelegt ist und bietet damit vielerlei Gedankengänge, die auch für die heutigen Diskussionen hilfreich sein können.

Cover „Haben oder Sein“ – (c) Elena Beringer

Georg Milzner – Wir sind überall nur nicht bei uns

Ein Buch über Achtsamkeit und wie die heutige Gesellschaft uns in unserer Wahrnehmung prägt. Der Autor teilt hier Gedanken, was dies mit unserem Wohlbefinden und Beziehungen macht. Für mich war das Buch ein Spannendes zur eigenen Reflexion meines Handelns und Denkens.

Cover von „Wir sind überall nur nicht bei uns“ – Foto (C) Elena Beringer

Elena Favilli und Francesca Cavallo – Good Night Stories for Rebel Girls

Dieses wunderschöne Gute-Nacht-Geschichten Buch präsentiert 100 außergewöhnliche Frauenvorbilder auf je zwei Seiten. Zahlreiche Künstlerinnen ergänzen die kurzen Texte mit kunstvollen Illustrationen. Ich lese wirklich gerne immer wieder in diesem Buch, da die Geschichten endlich Frauenwege zeigen, die vielseitiger, mutiger, kreativer, turbulenter, beeindruckender nicht sein könnten. So viel Inspiration, die vor allem für Mädchen eine gute Alternative zu den Prinzessinnen-Märchen sein kann! Meine Lieblingsfrauen aus den Büchern kannte ich davor nicht. Passenderweise sind beide rothaarige Piratinnen. Vielleicht war ich in einem früheren Leben ja auch mal Piratin 😀 !

Cover „Good Night Stories for Rebel Girls“ – Foto (c) Elena Beringer

Ann-Marlene Henning und Tina Bremer-Olszewski – Make Love

Aufklärung in Sachen Sexualität habe ich bereits schon sehr früh durch ein anderes tolles Buch, das ich von meiner Mama bekommen habe, erfahren. Dieses Aufklärungsbuch bereitet das Thema aber nochmal passend für Jugendliche und Erwachsene unaufgeregt und anschaulich auf. Besonders gefallen mir die zahlreichen Grafiken zu Themen wie Verhütung, ab wann darf man in welchen Ländern Sex haben, heiraten etc. oder zu Schwangerschaft. Toll finde ich auch die Fotos von den unterschiedlichsten, echten Paaren (auch queere Paare sind abgebildet). Es wird ein realistisches Bild von Sexualität vermittelt. Sehr zu empfehlen!

Buchtitel Make Love – Foto (c) Elena Beringer

Bea Johnson – Zero Waste Home

Die „Bibel“ für alle ZeroWaster*innen – auf zahlreichen Seiten erzählt die Pionierin in Sachen ZeroWaste Bea Johnson von ihren Erfahrungen, teilt Rezepte für fast alles, was man brauchen könnte und beschreibt Schritt für Schritt wie man ZeroWaste im Privaten umsetzten kann. Ich verwende das Buch sehr gerne als Nachschlagewerk und es hat mir mit vielen Anregungen den Einstieg in das Thema massiv erleichtert. Die 5 R´s, die ich auch in meinem aller ersten Beitrag gelistet habe, stammen zum Beispiel auch von ihr.

Foto (c) Elena Beringer

Ich wünsche Euch ganz Viel Spaß beim Lesen! Schreibt mir doch auch gerne eure Lieblingsbücher in die Kommentare. Auch ich brauche immer wieder neuen Lesestoff 😉

Schönen Sommer,

Eure Marolena 🙂


*Disclaimer: unbezahlte Werbung/Produktnennung und verlinkte Seiten

Mein umweltfreundlicher Umzug und eine Wohnungsauflösung

Mein umweltfreundlicher Umzug und eine Wohnungsauflösung

Wenn ihr in den letzten Wochen meinen Instagram Account mit Argusaugen beobachtet habt, wisst ihr, dass ich ab Juli ein Praktikum im Norden Deutschlands mache und deswegen meine Wohnung in Wien gekündigt und komplett aufgelöst habe. Es war mir ein besonderes Anliegen dies günstig und möglichst nachhaltig zu tun. Ich will ehrlich sein, es war ein Aufwand und teilweise extrem anstrengend.

Bereits im März habe ich angefangen auszumisten. Mein Kleiderschrank und meine Büchersammlung sind ziemlich geschrumpft, auch wenn immer noch einige Teile da sind und ich noch lange keine extreme Minimalistin bin. Auch andere Gegenstände mussten gehen. Teller, Möbel, Kleinigkeiten, Papiere, die sich angesammelt haben und sogar einige Erinnerungsstücke. Übrig geblieben sind aber Großteils mir wirklich wichtige und liebgewonnen Dinge, erfüllt von Erinnerungen, Nutzen und Wert.

Übung: Schau dich mal in deinem Zimmer um, in dem du dich gerade befindest und nimm alle Dinge wahr, die dir besonders Freude machen. Vielleicht willst du sie auch berühren. Fühl dich dankbar, dass diese Dinge in deinem Leben sind.

Meine Kleidung habe ich entweder an Freund*innen verschenkt, auf Kleidertauschpartys verteilt oder zur Kleidersammlung gebracht, weil sie einfach niemand haben wollte. Das Verkaufen von Kleidung hat mit der Ausnahme von Halterlosenstrümpfen, die interessanterweise auf „Kleiderkreisel“ extrem nachgefragt waren, hat für mich nicht funktioniert. Auch einige DVDs mussten gehen. Diese und die Bücher habe ich über „Momox“ verkauft oder zu offenen Bücherschränken gebracht. Beide Varianten habe ich euch schon mal in diesem Artikel vorgestellt. Kleinkram und Küchengegenstände habe ich in unserem Haus ins „zu verschenken“-Regal gestellt.

Da die Wohnung, die lange eine WG war und komplett leer übergeben werden musste, war es auch nötig viele Möbel los zu werden. Alle meine Dinge, die ich behalten und nicht mit nach Deutschland nehmen wollte, sollten in einen Keller von einer Freundin passen. Behalten habe ich an Möbeln nur 3 Second-Hand Teile, die besonders hochwertig sind: mein Ikea-Vollholzbett, einen kleinen Beistelltisch noch von meiner Mama und ein Second-Hand Kleiderständer. Viele Möbel haben nicht mal mir gehört, wurden aber von den ehemaligen Mieter*innen oder ehemaligen WG-Kolleginnen in der Wohnung gelassen. Das meiste habe ich über „Willhaben“ verschenkt oder verkauft. Das hat auch finanziell eine Erleichterung gebracht. Zusätzlich habe ich viele Menschen zumindest für ein paar Minuten kennen gelernt. Manche auch beim gemeinsamen Teile-aus-der-Wohnung-tragen. Einige Möbel wurden auch direkt von Freund*innen übernommen, manche Stücke werden vorerst mal babygesittet.

Babygesittet werden von einer meiner besten Freundinnen auch alle meine Pflanzen. Die freundschaftliche Unterstützung durch das Betreuen von Sachen, Helfen beim Umzug, Abbau von Möbeln oder moralische Unterstützung beim Loslösen-Prozess, waren essentiell für den erfolgreichen Auszug.

Pflanzen werden gesittet und mit dem Auto weggebracht

Einiges was ich für den Umzug gebraucht habe (einen großen Koffer, manches Werkzeug, Umzugskartons, Spachtelmasse) habe ich gebraucht bekommen, aber ich muss auch ehrlich sagen, dass ich ein paar Kleinigkeiten neu besorgt habe. Weiße Farbe für Ausbesserungsarbeiten, ein paar Werkzeuge für Reparaturen und Material für kleine Renovierungsarbeiten, die letztendlich nicht notwendig waren (aber das war damals noch nicht absehbar) sowie einige neue Umzugskartons und dichte Kisten für Kleidung habe ich neu besorgt.

Ich habe beim Werkeln auch erkannt, dass mir das Streichen, Spachteln, zusammen- und auseinanderbauen und Handwerken besonders Spaß macht. Ich werde versuchen, diese Leidenschaft in Zukunft mehr in mein Leben einzubauen.

Reduziert habe ich Ressourcentechnisch auch Transportkilometer mit dem Auto. Bis auf den tatsächlichen Umzug der Kisten und Möbel in den Keller mit dem Auto einer Freundin und meine Fahrt zum Bahnhof mit dem großen Koffer, habe ich alle Besorgungen und Weg-Bring-Wege von zum Beispiel den Büchern mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erledigt. Das war zum Teil körperlich extrem anstrengend, hat mir aber auch gezeigt, dass ich das gut schaffen kann und man mit etwas Geduld und Ruhe auch sperrige Gegenstände so von Ort zu Ort bringen kann. Den Weg nach Deutschland habe ich mit einem Zwischenstopp in meiner Heimat Salzburg mit dem Zug zurück gelegt und dabei viel Zeit zum Lesen, Arbeiten und Musik hören gefunden. Mehr Gründe fürs Zugfahren findet ihr übrigens auch in diesem Beitrag!

Letzte Sachen zu Fuß und mit den Öffis übersiedeln

Was ich jedenfalls bei dem Auszug bemerkt habe, ist, dass ich immer noch sehr viele Gegenstände besitze und mich glücklich schätzen kann, dass so viele tolle Menschen in meinem Umfeld habe, die mit Tat und Rat zur Seite stehen. Spannend war es auch die unterschiedlichen Menschen kennen zu lernen, die meine Möbel abgeholt haben. Bewusst geworden ist mir auch die große Verantwortung, die man mit einer Hauptmiete übernimmt und dass damit auch manchmal herausfordernde Situationen (zum Beispiel mit der Hausverwaltung) auf einen warten. Das Loslassen von dieser Verpflichtung ist auch etwas, das ausschlaggebend für die Kündigung (anstatt einer Untermiete) der Wohnung war. Sich von einer Wohnung, einem Zuhause, von Dingen, einer Stadt und den Menschen dort zu lösen, war aber zum Ende hin auch nicht so einfach und hat eine sentimentale Stimmung in mir ausgelöst. Das Vertrauen, das alle mir wichtigen Personen auch weiterhin da sind und meine mir wertvollen Gegenstände bei meiner Rückkehr noch da sind, ist etwas, das ich mir gerade noch sehr bewusst in Erinnerung rufen muss.

Letzte Tage in Wien im Türkenschanzpark (c) Alexander Petschnig

Bist du schon mal selbstständig übersiedelt? Wie hast du damals versucht, diesen möglichst umweltfreundlich zu bewältigen? Schreibt mir eure Erfahrungen und Gedanken gerne in die Kommentare!

Alles Liebe,

Eure Marolena 🙂


Titelbild: (c) Nicole Mimra

ZeroWaste für Bücherwürmer

ZeroWaste für Bücherwürmer

Eine Sache, die ich immer schon geliebt und viel gemacht habe, ist Lesen. Als Kind habe ich stundenlang Bücher verschlungen, zuerst Christine Nöstlinger, Astrid Lindgren und andere Klassiker und später Fantasy Literatur aller Art; inkl. der manchmal nervigen Fortsetzungen ;). Heute lese ich viel Sachliteratur.

Da ich bei Büchern aber gerne die Besitzerin dieser bin, spricht mich das Konzept des Bücherausleihens nicht so an. Auch deshalb, weil ich sehr oft mindestens vier Bücher gleichzeitig, über einen längeren Zeitraum lese, was sich mit den Ausleihzeiten nicht immer vereinbaren lässt. Wir reden hier zum Teil über sechs Monate bis zu Jahren…

Digital kommt für mich übrigens nicht in Frage, da meiner Meinung nach zum Bücherlesen auch die anderen Sinne (Riechen, Tasten, Hören) dazugehören. Ansonsten ist das Lesen von Büchern online natürlich auch eine gute ZeroWaste Möglichkeit.

Für Menschen, die aber aufgrund des Anspruchs Ressourcen zu sparen und Müll zu vermeiden, nicht mehr so gerne neu kaufen, gibt es neben Bibliotheken auch andere tolle Möglichkeiten, um an neuen Bücherstoff zu kommen. Obwohl ich hin und wieder noch neue Bücher kaufe, hole ich mir mittlerweile viele neue Exemplare über folgende Kanäle:

  • Second-Hand Bücherläden

In Wien gibt es hier Einige und ich habe da sicher noch nicht alle entdeckt. Einen Laden der mir aufgrund der Kombination mit einem sozialen Zweck besonders gefällt ist der Books4Life Laden im 8. Bezirk in der Skodagasse. Der Laden ist zwar klein, dafür aber richtig gut sortiert und es gibt auch ein paar Überraschungen zu finden, wie das „Blind Date mit einem Buch“.

  • Offene Bücherschränke

Auch diese findet man mittlerweile in Wien verteilt. Eine Liste einiger Standorte findet ihr hier. Das Konzept ist simpel. Man bringt gebrauchte Bücher zum Sammelort, stellt sie ins Regal, damit andere Menschen diese dann mitnehmen können. Es ist hier egal, ob man selbst Bücher mitbringt, oder nur welche mitnehmen möchte. In Summe sind viele Regale stets mit Schätzen gefüllt. Ich habe hier zum Beispiel alte Kinderbücher gefunden, die vor ein paar Jahren verloren gegangen sind.

Zwei offene Bücherschränke gibt es übrigens auch auf der BOKU – Standort Türkenschanze. Einmal im neuen Tüwi-Lokal und einen im Schwackhöferhaus im Erdgeschoss. Dort bringe ich auch gerne meine alten Skripten zur Wiederverwendung hin.

  • Flohmärkte

Eine Möglichkeit an gebrauchte Bücher zu kommen, sind auch Flohmärkte. Ich habe hier bisher selten etwas gefunden, kenne aber einige Menschen, die super gerne stöbern gehen. Ich denke, dass ist wahrscheinlich Typ-Sache, aber jedenfalls eine weitere gute Quelle für neuen Lesestoff.

  • Second-Hand Bücher Online

Online Shops für Second Hand Bücher gibt es ebenfalls einige. Über diese kann man einerseits eigene Bücher ankaufen lassen und „neue“ Bücher über den Online Shop kaufen. Von dem Angebot bei zum Beispiel Medimops war ich wirklich begeistert. Ich habe hier unter anderem eine alte Ausgabe von „Tausend und einer Nacht“ gefunden, die wir in meiner Kindheit hatten. Ein anderer Shop ist zum Beispiel Momox.

  • Bücher von Freund*innen und Familie ausleihen

Im Gegensatz zu Bibliotheken muss man bei Freund*innen und Familie (im Regelfall) keine Gebühren für längeres Ausleihen zahlen und keine Fristen einhalten. Ich leihe mittlerweile auch gerne meine Bücher her, damit auch andere sich an ihnen erfreuen können. So nützen sie nicht nur mir und ich kann meinen großen Bücherschrank zu Hause auch ein bisschen mehr vor mir rechtfertigen. Ich leihe mir mittlerweile auch manchmal Bücher aus. Das macht für mich hier mehr Sinn, da ich die Bücher meist viel länger haben kann.

Welche Bücherquellen nutzt ihr am häufigsten? Kauft ihr gerne Second-Hand bei Büchern?

Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

Alles Liebe,

Eure Marolena 🙂


© Titelbild: Patrick Tomasso via Unsplash

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